3,9 Millionen Menschen auf dem Freimarkt Wetterfeste Rummelbummler

Bremen. Schätzungsweise 3,9 Millionen Besucher haben den Bremer Freimarkt besucht. Die Marktbeschicker sind zufrieden – und führen den Erfolg auch auf die Wetterfestigkeit des Bremer Publikums zurück.
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Von Thomas Joppig

Bremen. Schätzungsweise 3,9 Millionen Besucher haben den Bremer Freimarkt besucht. Die Marktbeschicker sind zufrieden – und führen den Erfolg auch auf die Wetterfestigkeit des Bremer Publikums zurück.

Die Bremer haben Marc Schmidt verblüfft. „Die Menschen hier lassen sich von Nieselregen überhaupt nicht abschrecken. Die fahren einfach trotzdem Karussell“, wunderte sich der Stuttgarter Schausteller, der in diesem Jahr erstmals mit dem Fahrgeschäft „Transformer“ auf dem Freimarkt gastierte. „Auf dem Cannstatter Wasen wäre dieser Andrang bei einem solchen Wetter undenkbar“, sagte Schmidt.

Auch Carl-Hans Röhrßen, Geschäftsführer des Bremer Schaustellerverbands und der Arbeitsgemeinschaft Bremer Märkte, lobt die wetterfesten Bremer. Weil sie sich auch von Regenschauern und Kälte nicht abschrecken ließen, seien die Besucherzahlen mit etwa 3,9 Millionen nur nur knapp unter denen des Vorjahres geblieben. 2009 hatten gut vier Millionen Menschen das 17-tägige Volksfest gefeiert.„Nicht umsonst hat sich der Begriff Freimarktwetter im Sprachgebrauch festgesetzt“, sagte Röhrßen.

"Die Bremer lieben ihren Freimarkt einfach"

„Die Bremer lieben ihren Freimarkt einfach. Das haben wir auch in diesem Jahr wieder gemerkt“, betonte Susanne Keuneke, Vorsitzende des Bremer Vereins der Schausteller und Marktkaufleute. „In kaum einer anderen Stadt haben die Menschen so eine enge Beziehung zu ihrem Volksfest.“

Gewiss hätten Nässe und niedrige Temperaturen mitunter so manchen vom Sahneeis-Kauf oder einer Fahrt mit der Wildwasserbahn abgehakt, räumte Carl-Hans Röhrßen ein. „Insgesamt können die Schausteller jedoch mit den Umsätzen zufrieden sein. Sie sind stabil geblieben.“ Die Erfolge der "goldenen 80er Jahre" seien zwar für die Schausteller Geschichte – aber es sehe auf dem Freimarkt mittlerweile wirtschaftlich deutlich besser aus als noch vor drei oder vier Jahren.

Den Erfolg des Freimarkts führt Röhrßen denn auch auf eine gelungene Mischung aus actionreichen und familientauglichen Fahrgeschäften zurück. Karussell-Klassiker, aber auch Neuheiten wie das Erlebnisgeschäft „Lach- und Freuhaus“ oder das Hochfahrgeschaft „Rocket“, seien vom Publikum gut angenommen worden. Röhrßen zeigte sich optimistisch, dass es auch beim Dauerthema Elektrosanierung der Bürgerweide – wir berichteten – nun zu einer Lösung kommen werde. Die Polizei zieht ebenfalls eine positive Bilanz des Freimarkts: Insgesamt sei das Volksfest friedlich verlaufen, sagte Sprecher Gundmar Köster gestern. Bei einem so großen Volksfest blieben Rangeleien, Taschendiebstähle und gelegentliche Schwierigkeiten mit Betrunkenen zwar nicht aus, „aber aus unserer Sicht hat sich die Lage nicht verschärft“.

Rund 1000 Flaschen konfisziert

Im Zuge einer neuen Marktordnung galt auf dem Freimarkt erstmals ein Verbot von mitgebrachten Glasflaschen. Insgesamt habe die Polizei rund 1000 Flaschen konfisziert, sagte Köster. „Die Besucher haben sich in der Regel sehr einsichtig gezeigt, wenn wir sie angesprochen haben.“ Ein Bußgeld sei daher in keinem der Fälle verhängt worden. „Viele wussten nach eigener Aussage noch gar nichts von der neuen Regelung“, so Köster. Die Schausteller möchten das Flaschenverbot deshalb bekannter machen. An den Eingängen von Freimarkt und Osterwiese sollen künftig Plakate auf die neue Regelung hinweisen, kündigte Carl-Hans Röhrßen an.

Wie schon in den Vorjahren habe sich auch in diesem Jahr die Wegeführung bewährt, sagte Bremens Marktmeisterin Claudia Lange. „Ich bin in diesem Jahr sehr zufrieden mit dem Freimarkt.“ Seit die Budengassen einen Rundlauf bilden, verteile sich das Publikum gleichmäßiger auf dem Platz.“ Karussell-Klassiker, die jedes Jahr auf dem Freimarkt gastieren, sollen auch künftig ihre Standorte wechseln. „Das führt zu mehr Gerechtigkeit bei der Platzvergabe, und den Zuschauern bietet sich öfter mal ein neues Bild“, sagte Lange. Sie ist nun schon mit der Karussell-Auswahl für die Osterwiese beschäftigt ist, und beginnt mit ihrem Team in einigen Tagen mit der Markierung der Weihnachtsmarkt-Standplätze.

Traurig über das Ende des Freimarkts is Kyra Jil Ahlers. Die amtierende Miss Freimarkt schwärmt von den vergangenen 17 Tagen: „Ich habe viele interessante Menschen kennengelernt und bin diesmal besonders viel Karussell gefahren. Das war wirklich ein ganz Besonderer Freimarkt für mich. Schade, dass diese Zeit so schnell vergangen ist.“ Aber immerhin: Ein kleiner Trost bleibt der 20-Jährigen – sie ist noch bis zur nächsten Eröffnung der fünften Jahreszeit amtierende Miss Freimarkt, und als solche auch bei der Eröffnung von Weihnachtsmarkt und Osterwiese am Start.

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