DLRG-Schwimmer tragen ihre Meisterschaften in Grohn aus Wettkampf der Lebensretter

Die Mitglieder der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) haben im Grohner Sportbad ihre Landesmeisterschaften ausgetragen. Es herrschte ausgelassene Wettkampfstimmung, allerdings mit ernstem Hintergrund.
19.02.2013, 05:00
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Von Ulf Buschmann

Die Mitglieder der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) haben im Grohner Sportbad ihre Landesmeisterschaften ausgetragen. Es herrschte ausgelassene Wettkampfstimmung, allerdings mit ernstem Hintergrund.

Bremen-Nord. Eine junge Frau brüllt sich die Seele aus dem Leib: "Los Marie, das schaffst du. Zieh!" Genauso aufgeregt ist die Frau, die ihre Kinder und Jugendlichen vom Beckenrand aus antreibt. "Ausbilderteam Bremen-Nord" steht auf ihrem T-Shirt. Selbst die Schwimmer im Wasser feuern ihre Sportkameraden an, die gerade auf einer der 25 Meter langen Bahnen unterwegs sind. Kurz: Im Sportbad Grohn herrscht an diesem Tag eine Stimmung wie bei großen Länderwettkämpfen.

Und doch ist es etwas anders: Die gute Stimmung hat einen ernsten Hintergrund, nämlich das Leben von Menschen zu retten. Dementsprechend unterscheiden sich die Disziplinen von denen zum Beispiel bei den Schwimmer-Meetings des Blumenthaler TV oder der Sportgemeinschaft Aumund-Vegesack. Die Aktiven müssen nicht nur Schwimmen, sondern auch Hindernisse untertauchen oder eine Puppe abschleppen.

Das Ganze geschieht bei den Landesmeisterschaften der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG). Drei Teams sind in Grohn angetreten, um in verschiedenen Altersklassen zu ermitteln, wer bei den deutschen Meisterschaften im November die Bremer Flagge tragen darf: Die Teams heißen "Grohn", "Südbad" und "OT Bad". Seit dem Jahr 2008 seien die Bremer wieder auf Bundesebene vertreten, freut sich Organisator Uwe Köhnken: "Das hat über mehrere Jahre hinweg nicht stattgefunden." Was die Kinder und Jugendlichen im Grohner Sportbad an Wettkampf absolvieren, müssen sie im Alltag als Retter sozusagen im Schlaf beherrschen. Beispiel Abschleppen der Puppe: Sie ist mit Wasser gefüllt und "wiegt so um die 40 Kilogramm", erläutert Köhnken.

Die Fähigkeit in voller Bekleidung zu tauchen, wird an den im Wasser gespannten Hindernissen simuliert. "Sie befinden sich 70 Zentimeter unter der Wasserlinie", sagt Köhnken, der an diesem Tag auch Wettkampfleiter ist.

Während er auf das Becken zeigt, bewegt sich eine Traube jugendlicher Schwimmer auf zwei Erwachsene zu. Einige umarmen die Besucher und Köhnken muss schmunzeln: "Wir sind eben eine ganz große Familie." Und Spaß haben die Retter, denen mancher Bremer sein Leben zu verdanken hat, auch. Das demonstriert ein junger Kampfrichter – auf seinem T-Shirt ist der Spruch "Gib dem Hai Fisch" zu lesen. Das alles fördert den Teamgeist, der für die Arbeit unerlässlich ist.

Noch immer werden die Lebensretter mit dem verglichen, was einst in der US-amerikanischen TV-Serie "Baywatch" zu sehen war. Doch damit, werden die Offiziellen nicht müde zu betonen, habe das wahre Leben der DLRG nichts zu tun. Wenn die Mitglieder des Verbandes im Sommer ihre Freizeit opfern, um darauf aufzupassen, dass beispielsweise die Schwimmer am Grambker Sportparksee nicht zu Schaden kommen, müssen sie sich voll auf ihre Aufgabe konzentrieren.

Nicht nur dort ist die DLRG vertreten. Mit ihren beiden Taucheinsatzzügen gehört der Verband in Bremen und Bremerhaven zu den Kräften, die die Kommune für die Wasserrettung vorhält.

Und wenn es maritime Großereignisse am und auf dem Wasser gibt, sorgen dort die DLRG-Rettungsschwimmer ebenfalls für Sicherheit – etwa beim Festival Maritim, der Maritimen Woche und dem Vegesacker Hafenfest.

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