Kreisfeuerwehrtag und Tag der offenen Tür in Bardewisch / Kanu Moritz kentert bei Testfahrt Wettstreit der Feuerwehrleute

Pünktlich um 8.30 Uhr ging mit der Gruppe Lemwerder I das erste Team beim Kreisfeuerwehrtag, von der Ortswehr Bardewisch in Lemwerder ausgerichtet, an den Start. 24 Gruppen nahmen am Kreisausscheid im Leistungswettbewerb teil.
18.06.2012, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Hannelore Johannesdotter

Pünktlich um 8.30 Uhr ging mit der Gruppe Lemwerder I das erste Team beim Kreisfeuerwehrtag, von der Ortswehr Bardewisch in Lemwerder ausgerichtet, an den Start. 24 Gruppen nahmen am Kreisausscheid im Leistungswettbewerb teil.

Bardewisch. Alle zwei Jahre findet in der Wesermarsch ein Kreisfeuerwehrtag statt. In diesem Jahr wurde er in der Gemeinde Lemwerder von der Ortswehr Bardewisch ausgerichtet. 24 Gruppen starteten beim Kreisausscheid im Leistungswettbewerb. Gleichzeitig stellten die Bardewischer ihre neue Fahrzeughalle, der Landkreis seine neusten Fahrzeuge vor.

Pünktlich um 8.30 Uhr ging mit der Gruppe Lemwerder I das erste Team in den Wettbewerb. Gestartet wurde in zwei Klassen: die der wasserführenden und der nicht-wasserführenden Fahrzeuge. Für die Zuschauer, unter denen sich viele Laien befanden, erläuterte der Lemwerder Ortsbrandmeister Dieter Schnittjer fachkundig und sehr anschaulich, welche Anforderungen an die Gruppen gestellt wurden.

Es galt, einen Brand im Obergeschoss eines Rohbaus zu bekämpfen. Dafür standen zehn Minuten zur Verfügung. Die aus Gruppenführer, Maschinist, Melder, Angriffs-, Schlauch- und Wassertrupp bestehenden Gruppen mussten dazu eine Saugleitung in ein offenes Gewässer und drei Schlauchleitungen über den rund 75 Meter langen Parcours aufbauen.

Die Übungsteile wurden dabei einzeln als Zeittakte gemessen. Drei Zeittakte galten als beendet, sobald nach dem Kommando "Wasser marsch!" mit dem Strahl eine aufgestellte Tafel zum Umklappen gebracht worden war. Die Steckleiter zum Erreichen des "Dachgeschosses" wurde gestellt, alle übrigen benötigten Geräte holten die Trupps aus ihren Fahrzeugen. Die Uhr wurde gestoppt, sobald die Steckleiter und die nassen Schläuche an der Geräteablage niedergelegt worden waren.

Dieter Schnittjer erläuterte unterdessen, dass die Feuerwehrleute nach der Verhütungsvorschrift nicht ständig im Dauerlauf unterwegs sein dürfen, und dass ein B-Schlauch 20 Meter lang ist, und trocken rund 20 Kilogramm wiegt. "Nass wiegt er entsprechend mehr."

22-köpfiges Schiedsrichter-Team

Zum 22-köpfigen Schiedsrichter-Team gehörte Birgit Müller. Sie informierte, dass die Juroren aus den Landkreisen Vechta, Ammerland, Oldenburg-Land, Friesland und Wesermarsch kommen. Sehr genau achteten die Damen und Herren nicht nur auf richtig sitzende Handgriffe, der Pflegezustand des jeweiligen Fahrzeugs – fast alle natürlich blitzblank geputzt – und das souveräne Auftreten des Gruppenführers flossen ebenfalls in die Bewertung ein.

Vor der Mittagspause lud Dieter Schnittjer die Zuschauer zu einer Vorführung der Rettungshunde-Staffel ein. In ganz Deutschland gebe es 24 Rettungshunde-Gruppen, die, bis auf sieben bei Berufsfeuerwehren, alle bei Freiwilligen Feuerwehren angesiedelt seien, berichtete er.

Die Hundeführer werden in der Wesermarsch von der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Brake angefordert und stellen ihre Dienste kostenlos zur Verfügung. "Rettungshunde sind der technischen Ortung überlegen", erklärte Schnittjer. Sie seien bei der Suche nach vermissten Personen effektiver als Menschenketten. Mit viel Freude zeigten die vierbeinigen Retter, die alle privat gehalten werden, ihr Können. Elf Stunden Ausbildung investieren die Führer wöchentlich in die Ausbildung ihrer Pointer, Entlebucher-Sennenhunde und Golden Retriever.

Gegen 17 Uhr standen die Sieger des Leistungswettbewerbs fest. In der Klasse der wasserführenden Fahrzeuge siegte die Gruppe Jade I vor Golzwarden II und Reitland, in der Klasse der nicht wasserführenden wurde Golzwarden I seiner klaren Favoritenrolle gerecht. Die Braker verwiesen Popkenhöge und Jade II auf die Plätze zwei und drei.

Während die Gruppen um Ruhm und Ehre wetteiferten, waren die Zuschauer zu Wettfahrten mit dem Kanu "Moritz" eingeladen. Gleich die Testfahrt eines Männer-Quartetts aus Bardewisch endete mit einem unfreiwilligen Bad in der Ollen. Das Boot sei nicht zu halten gewesen, erklärte einer der klatschnassen Havaristen, nachdem sich zwei Paddler gleichzeitig nach links aus dem Boot gelehnt hatten. Dieter Schnittjer taufte das Kanu in "U-Boot Moritz" um. Wurde auf dem Sportplatz viel Aktion geboten, ging es beim Tag der offenen Tür rund um das neue Gerätehaus der Ortswehr Bardewisch ruhiger zu.

Zahlreiche Freiwillige wurden hier nicht müde, alle Fragen des interessierten Publikums über die eigenen Fahrzeuge, die Neuerwerbungen der Wehr Lemwerder, aber auch die Neuheiten des Landkreises Wesermarsch vorzustellen. Darunter war der Atemschutzgeräteträger-Überwachungswagen: "Wir sagen nur kurz AGTÜ", schmunzelte Renke Gillhaus, der zur dreiköpfigen Besatzung gehört. Das Fahrzeug ist in Elsfleth stationiert. Zu dem AGTÜ gehört der "Abrollbehälter Service" aus der FTZ in Brake. 120 Atemluftflaschen – 60 leichtere aus glasfaserverstärktem Kunststoff, 60 schwerere aus Stahl – werden in ihm vorgehalten, und können vor Ort wiederbefüllt werden.

"Damit entfällt der Pendelverkehr", gab Philipp Nöhren Auskunft. Außerdem bringt der Abrollbehälter 60 B-Schläuche zum Einsatzort und nimmt benutzte auf. Der Bardewischer Ortsbrandmeister Wolfgang Eilers zeigte sich mit dem Erfolg des Kreisfeuerwehrtages zufrieden. "Der Spagat der Doppelveranstaltung hat sich als richtig erwiesen", bilanzierte er. Der Kreisfeuerwehrtag 2012 in Bardewisch klang mit einer fröhlichen Feier für die Organisatoren und Helfer aus den Wehren Bardewisch, Lemwerder und Altenesch aus.

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