Proteste in Schwachhausen und Fesenfeld Widerstand gegen Ausbau von Gleis 1

Barkhof·Fesenfeld. Schleppend ist er in Gang gekommen, der Protest gegen das Vorhaben der Deutschen Bahn, das Gleis 1 am Bremer Hauptbahnhof für den Güterverkehr vom JadeWeserPort in Wilhelmshaven auszubauen. Doch jetzt formiert sich rechts und links der Bahntrasse Widerstand. Die Abgabefrist für Einwände endet am Mittwoch.
02.05.2010, 08:20
Lesedauer: 3 Min
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Von Bastienne Ehl und Andreas Becker

Barkhof·Fesenfeld. Schleppend ist er in Gang gekommen, der Protest gegen das Vorhaben der Deutschen Bahn, das Gleis 1 am Bremer Hauptbahnhof für den Güterverkehr vom JadeWeserPort in Wilhelmshaven auszubauen. Doch jetzt formiert sich rechts und links der Bahntrasse Widerstand. Die Abgabefrist für Einwände endet am Mittwoch.

Der Beirat Schwachhausen hat seine Bedenken vorgebracht. Heute steht das Thema erneut auf der Tagesordnung des Beirats Mitte. Die Stadtteilparlamentarier kommen im Kultursaal der Arbeitnehmerkammer, Bürgerstraße 1, ab 19 Uhr, zu einer öffentlichen Sitzung zusammen. Am Donnerstagabend gab es eine Versammlung in den Räumen der Kreuzgemeinde.

'Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Menschen Widerspruch gegen das Projekt einlegen", sagte Wilfried Kracke auf der Versammlung. Der Anwohner der Hohenlohestraße hat zusammen mit seiner Frau Helga und Hans-Jürgen Kröger ein erstes Informationsgespräch für seine Nachbarn organisiert, und 20 waren gekommen. 'Es wird ernst. Das Vorhaben der Bahn kann uns laut Gutachten bis zu 50 Güterzüge pro 24 Stunden bescheren', sagte Wilfried Kracke. Und Kröger ergänzte: 'Das kommt zum Teil einer Verdoppelung im Vergleich zu den jetzigen Güterverkehren gleich. Und für unsere Straße oberhalb des Gleises ist nur passiver Schallschutz vorgesehen.'

Gemeinsam formulierten die Barkhofbewohner klare Einwände gegen das Projekt: 'Wir fordern, dass die Güterzüge den Hauptbahnhof generell umfahren. Dazu müssen Alternativen geprüft werden', sagte Wilfried Kracke. Eine solche Prüfung ist laut Erläuterungsbericht nämlich nicht vorgesehen. Dort heißt es: 'Eine Variantenuntersuchung hat sich aufgrund der engen Vorgaben durch die Aufgabenstellung und den beengten Verhältnissen im Stadtgebiet nicht ergeben.' Eine nennenswerte Erhöhung der Erschütterungen erwartet der Bauherr laut Bericht ebenfalls nicht. Das bezweifeln die Anwohner der Hohenlohestraße und forderten deshalb ein aktuelles Gutachten über den Zustand der Bausubstanz ihrer Häuser.

Protest kommt auch vom Schwachhauser Stadtteilparlament. Bereits vergangenen Dienstag hat sich der Umweltausschuss des Beirats in seinem Beschluss gegen den Ausbau des Gleises 1 zur Erhöhung der Transitkapazitäten im Güterverkehr ausgesprochen. 'Der Beschluss war einstimmig, das bedeutet, er gilt auch für den Gesamtbeirat', sagte Ernst Kittlaus, stellvertretender Ortsamtsleiter Schwachhausen/ Vahr, auf dem Anwohnertreffen in der Kreuzgemeinde.

Grundsätzlich befürwortet der Beirat Schwachhausen die Stärkung des Gütertransports auf der Schiene. Gegen den aktuell geplanten Aus- und Umbau von Gleis 1 im Bremer Hauptbahnhof hat das Stadtteilparlament jedoch Einspruch eingelegt. Aus Sicht des Beirats ist eine weitere Zunahme der Gütertransporte auf der Schiene nur unter bestimmten Voraussetzungen vorübergehend akzeptabel. Dazu gehört, dass die Durchfahrtsgeschwindigkeiten der Güterzüge derart reduziert werden, dass der Lärm nicht zunimmt.

Das Gremium fordert deshalb, die Höchstgeschwindigkeit der Güterzüge im Stadtgebiet Bremens auf höchstens 50 Kilometer pro Stunde zu begrenzen. Laut Ortsamtsleiter Werner Mühl müssten zusätzlich passive und aktive Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt werden.

'Da nicht nur der von Bremen ausgehende Logistikverkehr, sondern in besonderem Maße der stark wachsende Transitverkehr von Cuxhaven/Bremerhaven sowie Wilhelmshaven/ Oldenburg durch den Engpass Bremen-Hauptbahnhof geleitet wird, sind insbesondere die Anwohner der Bahntrasse erheblichen Lärmbelastungen ausgesetzt', lautet die Begründung des Beirats. Um die Akzeptanz von mehr Schienentransporten durch die Bürger zu steigern, müsse zukünftig die Durchfahrt von Wohngebieten durch Güterzüge weitgehend vermieden werden. Deshalb fordert der Beirat Schwachhausen die Deutsche Bahn auf, Planungen für Umgehungsstrecken für den Gütertransitverkehr im Bereich Bremens vorzulegen.

Ein schriftlicher Widerspruch gegen das Bauvorhaben kann bis Mittwoch, 5. Mai, an folgende Adresse gerichtet werden: Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, Ansgaritorstraße 2, 28195 Bremen. Der Brief muss mit 'Widerspruch' überschrieben sein und eine Begründung enthalten.

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