Anwohner des Waller Wied wehren sich weiterhin gegen das integrierte Verkehrskonzept für die Überseestadt „Wie auf einer bewohnten Verkehrsinsel“

Walle. Im bis auf den letzten Platz besetzten Sitzungssaal des Ortsamts West stellte Projektingenieur Jan Schubert das integrierte Verkehrskonzept vor, das rund um das Waller Wied bereits seit Wochen für Empörung sorgt. Noch ist es ein Entwurf, der zur Diskussion steht, betonte Verkehrsplaner Rainer Gotzen aus dem Bremer Ressort für Bau, Verkehr und Umwelt.
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Von Anke Velten

Walle. Im bis auf den letzten Platz besetzten Sitzungssaal des Ortsamts West stellte Projektingenieur Jan Schubert das integrierte Verkehrskonzept vor, das rund um das Waller Wied bereits seit Wochen für Empörung sorgt. Noch ist es ein Entwurf, der zur Diskussion steht, betonte Verkehrsplaner Rainer Gotzen aus dem Bremer Ressort für Bau, Verkehr und Umwelt. Doch für den Waller Fachausschuss Überseestadt steht fest: Die Bedenkzeit bis zum 27. Oktober reicht nicht, um sich intensiv mit dem 135-Seiten-Papier zu befassen. Und viele anwesende Wallerinnen und Waller sind ohnehin der Überzeugung, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen keine vertretbaren Lösungen sind.

Was die Bewohner des alten Waller Wohnquartiers aufbringt, ist die Idee, Hansator und Konsul-Smidt-Straße vom Schwerlastverkehr zu entlasten, in dem die Lkw in Richtung Großmarkt über die Hafenstraße geleitet werden – der Stadtteil-Kurier berichtete. Zu diesem Zweck müsste ein Durchstich von der Nordstraße zur Hafenstraße geschaffen werden. Die neue Verbindung würde von der Heimatstraße durch eine 3,50 Meter hohe Lärmschutzwand getrennt. Neben dem Verkehrslärm fürchten die Anwohner auch die Belastung durch Feinstaub und Erschütterung, wenn täglich prognostizierte 7200 Fahrzeuge den neuen Weg nehmen. „Sie machen aus unserem Quartier eine bewohnte Verkehrsinsel!“, lautete der Vorwurf einer Anwohnerin.

Tägliche Staus, zu wenige Parkplätze und ungünstige oder nicht vorhandene Verbindungen mit Bus, zu Fuß oder dem Rad in die Innenstadt und in die benachbarten Ortsteile sind bereits jetzt ein Problem. Für das Jahr 2030 werden in der Überseestadt etwa 11 000 Bewohner und schätzungsweise 18 000 Beschäftigte prognostiziert – insgesamt fast drei Mal mehr Bewohner und Beschäftigte als heute.

Zu den spezifischen kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen, die die Verkehrsplaner vom Dresdener Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme (IVAS) für die Überseestadt vorschlagen, gehören ein attraktiverer öffentlicher Personennahverkehr, der auf eigenen Trassen verkehrt, ein S-Bahn-Haltepunkt an der Eduard-Schopf-Allee, der Ausbau des Radwegenetzes und der Elektromobilität. In fernerer Zukunft können sich die Gutachter auch ganz andere Transportmittel in und aus der Überseestadt vorstellen, so Schubert: etwa ein Wesertaxi, einen Amphibien-Bus und sogar eine Seilbahn. Zu den Kernmaßnahmen gehört für die Dresdner aber vor allem der Lückenschluss der A 281 durch den Bau des Wesertunnels.

Das integrierte Verkehrskonzept kann auf den Internetseiten des Bremer Senators für Bau, Umwelt und Verkehr eingesehen werden (Adresse: www.bauumwelt.bremen.de/verkehr/verkehrskonzepte). Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, ihre Anregungen, Hinweise und Kommentare an die E-Mail-Adresse Rainer.Gotzen@bau.bremen.de zu senden.

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