Zuwendungsbericht für 2017

Wie Bremen Zuschüsse auf die Stadtteile Links der Weser verteilt

Der Zuwendungsbericht macht transparent, welche Vereine, Verbände und Projektträger Bremen 2017 bezuschusst hat. Auch die Verteilung der Mittel auf die Stadtteile Links der Weser wird aufgeschlüsselt.
01.02.2019, 19:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Karin Mörtel und Detlev Scheil
Wie Bremen Zuschüsse auf die Stadtteile Links der Weser verteilt

Das Bürgerhaus Gemeinschaftszentrum Obervieland hat rund 387 000 Euro für seinen Betrieb erhalten.

Walter Gerbracht

Alle Zahlungen, mit denen die Freie Hansestadt Bremen Vereine, Verbände und Projektträger im Land unterstützt, sollen transparent sein: von kleinen Beträgen, die wenige hundert Euro ausmachen, bis zu Millionensummen. Damit die Bürger auch nachvollziehen können, wie viel Geld aus der Staatskasse in ihre Stadtteile geflossen ist, werden die Summen im Zuwendungsbericht des Finanzressorts entsprechend zugeordnet. Kürzlich wurde der Bericht für 2017 vorgelegt, er ist auch online einsehbar. Demnach flossen insgesamt 430 Millionen Euro an Fördermitteln. Rund 15 Millionen Euro davon landeten in den Stadtteilen links der Weser.

Im Vergleich ist schnell zu sehen, dass vergleichsweise viel Geld in die institutionelle Förderung nach Obervieland fließt. Knapp über vier Millionen Euro bekommen Einrichtungen im Stadtteil als Festbetrag, um Miete, Personal und Betriebskosten finanzieren zu können. Einen Löwenanteil davon hat mit fast drei Millionen Euro der Verein „Christliche Kitas“ erhalten, um eine Kinderbetreuung im Stadtteil einzurichten. Regulär hat hingegen von den vier weiteren Einrichtungen das Bürgerhaus Gemeinschaftszentrum Obervieland mit rund 387 000 Euro das meiste Geld für seinen Betrieb erhalten.

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Die sieben geförderten Institutionen in Huchting erhalten zusammen 970 000 Euro, davon bekommt das Bürger- und Sozialzentrum mit 221 000 Euro das meiste Geld, gefolgt von Stadtteilfarm und dem Jugendfreizeitheim. In der Neustadt fließt in fünf Einrichtungen etwa 403 000 Euro, die nicht für Projekte verwendet werden. Das Jugendfreizeitheim an der Thedinghauser Straße führt mit gut 160 000 Euro die Rangliste der unterstützten Häuser an. In Woltmershausen fließen nur in den Jugendtreff „Jugi“ Roter Sand (196 000) und ins Kulturhaus Pusdorf (knapp 117 000) fest einplanbare Fördermittel.

Neustadt vorn bei Projekten

Anders sieht die Verteilung der öffentlichen Gelder aus, wenn es um Unterstützung von Projekten geht. In diesem Bereich liegt die Neustadt als bevölkerungsreichster Stadtteil weit vorn mit fast viereinhalb Millionen Euro, die in 207 unterschiedliche Projekte geflossen sind. In Obervieland sind es immerhin noch etwa 2,3 Millionen Euro, die für 179 Projekte bewilligt wurden. Huchting folgt mit knapp 2,2 Millionen Euro für 170 Projekte – von der Sprachförderung für Migranten über den Kauf eines Häckslers für einen Kleingartenverein bis hin zur Pflege der Bezirkssportanlage. Die Bandbreite der in schier endlosen Listen aufgeführten Projektfördermittel ist enorm: Etliche Einzelbeträge gingen in den Stadtteilen auch an Tageseinrichtungen von Elternvereinen, zum Beispiel an den Verein Mütter- und Familienzentrum Huchting mit rund 238 000 Euro oder den Obervielander Verein „He, du da“ mit gut 295 000 Euro. Aufgeführt sind aber auch sämtliche Posten der Globalmittel, die die Stadtteilbeiräte vor Ort vergeben sowie Geld, das an Schulen für die Kooperation mit außerschulischen Partnern geflossen ist.

Leichter Anstieg der Förderung

Im Vergleich zu 2016 hat die Gesamtsumme der institutionellen Förderungen und Projektförderungen um vier Prozent zugenommen. Das kam aber kaum den vielen kleinen Einrichtungen zugute, sondern vor allem einigen großen. Zu dem Zuwachs trugen laut Finanzressort neben dem verstärkten Ausbau der Kitabetreuung vor allem ein erhöhter Mittelabfluss für den Ausbau Bremerhavens zu einem Offshore-Zentrum und deutlich aufgestockte Zuwendungen an Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft wie das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven und das Leibniz-Institut für Marine Tropenforschung bei.

Nicht immer mit Stadtteilbezug

Soweit Arbeitsschwerpunkte von Einrichtungen oder die Projekte einen zentralen Charakter haben – wie beispielsweise beim Theater Bremen oder dem Übersee-Museum, aber auch bei der Universität, Hochschulen und dem Technologiepark –, wurde kein Stadtteilbezug gekennzeichnet. „Dieser Kategorie sind für das Jahr 2017 zum Teil deutlich über die Hälfte der institutionellen Zuwendungen und der Projektförderungen zuzuordnen“, heißt es in dem Bericht. Nach dem Umfang der institutionellen Zuwendungen liegen Schwerpunkte in den Stadtteilen Mitte, Horn-Lehe, Obervieland und Findorff. Bei den Projektförderungen gehören neben Mitte die Stadtteile Schwachhausen, Neustadt und Hemelingen zu den Förderungsschwerpunkten.

Stadtteil Mitte ist Schwergewicht

Von allen Zuwendungen entfielen 236 Millionen Euro auf institutionelle Förderungen und 194 Millionen Euro auf Projektförderungen. Hinsichtlich der institutionellen Förderung ist der Stadtteil Mitte mit seinen vielen innerstädtischen Einrichtungen ein Schwergewicht: Mit 12,4 Millionen Euro wurden sechs Häuser dauersubventioniert.

Der Zuwendungsbericht sei ein wichtiger Beitrag zur transparenten Haushaltspolitik, betont Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne). „Die Bürger können sich so über die staatlichen Zuschüsse informieren“, sagt sie. Die Datenbank "Zebra" (Abkürzung für "Zuwendungen, Erheben, Bearbeiten, Reporten, Archivieren) sorge dafür, dass alle Ressorts die Zuwendungen des Landes und der Stadtgemeinde Bremen nach einheitlichen Standards erfassen und durchgehend von der Antragstellung bis zur Verwendungsnachweisprüfung bearbeiten.

Weitere Informationen

Wer den Zuwendungsbericht einsehen möchte, kann dies im Internet unter www.finanzen.bremen.de und dort unter „Aktuelles“ tun.

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