Centro Cutural Cazuá

Wie Capoeira in Woltmershausen trainiert wird

Ein Hauch von brasilianischem Lebengefühl ist am Hohentorshafen in Pusdorf zu spüren. Im Centro Cutural Cazuá lehrt der Brasilianier Mestre Perna seinen Schülern die Bedeutung von Capoeira.
11.08.2019, 06:30
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Von Bernd Kramer (Fotos) und Elena Matera (Text)

Die zwei Schüler gehen aufeinander zu. Sie sind in gebeugter Haltung. Ihre Hände halten sie gespreizt vor sich, lassen sie dann zu Boden sinken. Mit etwas Schwung gehen sie in einen Kopfstand über, gleiten danach zurück auf den Boden – stets im Einklang mit dem Partner und im Rhythmus zu der brasilianischen Musik, die aus der Anlage ertönt. „Um, dois, três“ – „eins, zwei, drei“ ruft Mestre Perna auf Portugiesisch. Die nächsten Schüler sind an der Reihe.

Im afrobrasilianischem Kulturzentrum Centro Cultural Cazuá in Pusdorf findet das Capoeira-Training fast täglich statt. Capoeira, „das ist ein Spiel aus Tanz und Kampf“, sagt Perna. Er ist der Trainer, ein sogenannter Meister, auf portugiesisch: Mestre. Der 46-Jährige kommt aus Brasilien. Seit 2002 lehrt er in Bremen. Dort lebt er mit seiner Freundin Nina und der gemeinsamen Tochter.

Capoeira war schon immer die Basis seines Lebens. Perna wuchs in Brasilien am Stadtrand von São Paulo auf. Armut und Kriminalität waren dort Alltag. Mit zehn Jahren fing er mit Capoeira an. Das habe ihm geholfen, den richtigen Weg einzuschlagen. „Es ist mehr als Sport, mehr als Kampf und mehr als Spiel“, sagt Perna. „Capoeira ist Leben und Therapie.“

Capoeira entstand in der Kolonialzeit in Brasilien. Sklaven, die aus Afrika verschleppt wurden, praktizierten die Kampfkunst. Für sie bedeutete Capoeira vor allem eines: Widerstand. Die afrobrasilianische Kultur, die Geschichte und Bedeutung von Capoeira bringt Perna auch seinen Schülern bei. „Mir ist es wichtig, dass sie Capoeira verstehen. Es ist eben nicht nur ein Sport. Man fühlt es, spürt es.“

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