Neuer Vorstandschef Wie der Verein Weserbrücke Bremen und Berlin verbinden will

Andreas Kottisch folgt auf Klaus Wedemeier: Der Verein Weserbrücke, der Bremen und Berlin verbindet, hat einen neuen Vorstandschef. Der will auf bestehenden Strukturen aufbauen, aber auch die Unis vernetzen.
15.03.2020, 07:54
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Wie der Verein Weserbrücke Bremen und Berlin verbinden will
Von Maren Beneke

Der Verein Weserbrücke stellt sich neu auf. Auf den früheren Bürgermeister Klaus Wedemeier (SPD) ist als Erster Vorsitzender nun der Bremer IT-Unternehmer Andreas Kottisch gefolgt. Damit ist der vierköpfige Vorstand der Berliner Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, engere Bande zwischen der Hauptstadt und Bremen zu knüpfen, wieder komplett.

Turnusgemäß hätten dabei eigentlich erst im kommenden Jahr Vorstandswahlen angestanden. Da Wedemeier sich nach seinem 75. Geburtstag im vergangenen Jahr jedoch dazu entschlossen hatte, all seine öffentlichen Ämter abzugehen, musste die Weserbrücke schon jetzt reagieren.

Der frühere SPD-Bürgermeister hatte die Weserbrücke mit Sitz in der Hauptstadt vor fünf Jahren ins Leben gerufen. Auch, um die Vertretung des Landes beim Bund zu unterstützen. Die Wege zwischen Verein und Bremer Landesvertretung sind seit jeher kurz: So ist nach Ulrike Hiller nun auch mit Olaf Joachim Bremens Bevollmächtiger beim Bund qua Funktion Vorstandsmitglied in der Weserbrücke. In den Räumen der Landesvertretung in der Hiroshimastraße veranstaltet der Verein unter anderem Dinner- und Clubabende und er unterstützt die Landesvertretung – wenn gewünscht – auch bei Veranstaltungen wie der alljährlich ausgerichteten Kohltour durch Berlin.

„Wir sehen uns unter anderem als Anknüpfungspunkt für Bremer Veranstalter und Veranstaltungen und als Plattform, um den Zugang zur Hauptstadt und zur politischen Bühne zu bieten“, sagt Kottisch. Es brauche Strukturen und Verbindungen, um Bundestagsabgeordnete nicht nur aus Bremen, sondern auch aus anderen Bundesländern zu relevanten Themen in die Landesvertretung einzuladen. Auch Bremen soll in der Hauptstadt mehr Gehör finden. Die ersten Programmpunkte für dieses Jahr: Am 18. Mai stellt sich CDU-Landeschef Carsten Meyer-Heder den Fragen der Teilnehmer, für Ende November hat sich Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) angesagt.

Auch in der Vereinssatzung ist das entsprechend festgehalten. Wortwörtlich heißt es dort: „Wir möchten uns für das Land Bremen engagieren. (...) Wir möchten aktiv ,mehr das Land Bremen in Berlin' zeigen und dabei die Landesvertretung als offenes Haus präsentieren.“ Es solle über Innovationen und Projekte, insbesondere in den Bereichen Kultur, Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft aus Bremen und Bremerhaven informiert werden, diese sollten gefördert werden. „Wir möchten bremische Traditionen in Berlin präsentieren und dabei Sympathien für das Land Bremen gewinnen.“ Auf der letzten Vorstandssitzung Anfang März wurde zudem beschlossen, dass in Zukunft projektbezogener gearbeitet werden soll.

Mittlerweile zählt der Freundeskreis der Bremer Landesvertretung in Berlin nach eigenen Angaben gut 120 Mitglieder, die zur Hälfte aus Bremen und zur anderen Hälfte aus der Hauptstadt stammen – die Tendenz ist laut Kottisch steigend. „Wenn man als Bremer einen Bezug zur Hauptstadt hat, ist man bei uns richtig“, sagt er. Mitglieder könnten vom Netzwerk vor Ort profitieren.

Aber auch umgekehrt funktioniere die Zusammenarbeit: „Hat ein Berliner Pläne in Bremen, können die Verbindungen in die Hansestadt helfen.“ Als Beispiel nennt Kottisch ein Berliner Software-Unternehmen aus dem Bereich Luft- und Raumfahrt, das in Bremen, wo viele große und mittelständische Unternehmen aus der Branche sitzen, Fuß fassen möchte. Die Weserbrücke habe mit Kontakten weitergeholfen.

Als Mitglieder im Verein sind den Angaben zufolge alle möglichen Branchen vertreten. Das spiegelt sich auch im ehrenamtlichen Vorstand wider. An der Seite des IT-Unternehmers und früheren SPD-Bürgerschaftsabgeordneten wurde als Zweite Vorsitzende Sabine von der Recke bestätigt, die das Hauptstadtbüro der Bremer Raumfahrtfirma OHB leitet. Schriftführer bleibt der Rechtsanwalt Holger Adam, Partner der Berliner Kanzlei Hyazinth, und Schatzmeisterin Heike Henning, die bei der Deutschen Bank in der Hauptstadt im Private Banking tätig ist. Der frühere Bürgermeister Wedemeier wird der Weserbrücke als Ehrenmitglied erhalten bleiben. Die Geschäfte leitet weiterhin hauptamtlich Karl-Hermann Niestädt.

Kooperationen gibt es außerdem mit der Bremer Netzwerkorganisation I2B, der Kottisch ebenfalls vorsteht. Geplant ist zudem, dass auch die bremische Hafengesellschaft Bremenports und die Research Alliance an der Universität enger angebunden werden. „Es wäre toll, wenn wir die Bremer und die Berliner Universitäten besser miteinander verbinden könnten“, sagt der Weserbrücken-Vorstandschef. Es gebe Forschungsbereiche in beiden Städten, in denen man sich gut gegenseitig unterstützen könne. Kottisch: „In Bremen und Berlin schlummern Potenziale, die unserer Meinung nach noch nicht ausgeschöpft sind – das soll sich ändern.“

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