Tag am Teich: Ferienspaß bei den Sportfischern Farge-Rekum / Kinder fangen Barsche und andere Fische Wie die Angel richtig ausgeworfen wird

Rekum. Weitab von der Rekumer Straße führt der Nedderwarder Weg ins flache Marschenland. Vor dem Weserdeich liegen hinter Busch- und Strauchwerk verborgen und von hohen Bäumen umstanden zwei Teiche.
10.08.2015, 00:00
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Von Peter Otto

Weitab von der Rekumer Straße führt der Nedderwarder Weg ins flache Marschenland. Vor dem Weserdeich liegen hinter Busch- und Strauchwerk verborgen und von hohen Bäumen umstanden zwei Teiche. Sie wurden vor Jahrzehnten für den Ausbau der Deichanlagen ausgehoben. Seitdem haben sich in dem leicht getrübten Wasser eine Reihe von Fischarten angesammelt: Karpfen, Schleie, Aale, Hechte und Barsche. Diese idyllische Einöde ist seit den 1950er-Jahren das Domizil für die 135 Mitglieder des Vereins der Sportfischer Farge-Rekum. Am Sonnabend hatten sie Kinder im Rahmen des Ferienprogramms zu einem „Tag am Teich“ eingeladen. Sie sollten mit Angelrute und Köder ihr Glück als Fischer versuchen.

Der 2. Vorsitzende des Vereins, Michael Golla, hatte gemeinsam mit Jugendwart Tobias Eden alles für die jungen Gäste vorbereitet. Seit 13 Jahren bieten die Sportfischer in den Sommermonaten diese Veranstaltung an. Sie beginnt um 8 Uhr und endet mit einem zünftigen Grillen um 14.30 Uhr. Diesmal kamen sieben Kinder im Alter zwischen vier und elf Jahren. Sie wohnen überwiegend im näheren Umkreis von St. Magnus bis Albstedt. Die meisten brachten eine eigene Angel mit, weil sie schon von zu Hause aus vorbelastet sind. Vater und oft auch Opa angeln auch. Wer keine Ausrüstung hatte, bekam sie vom Verein gestellt. Die Köder hatte Michael Golla besorgt: Maden, Mais und Würmer.

Das Wasser kräuselte sich an diesem Morgen unter einer leichten Brise. Der Himmel war bedeckt, die Temperaturen angenehm. „Eigentlich ein gutes Angelwetter“, meinte Golla. An mehreren Stellen rund um den Teich ragen breite Bohlenstege ins Wasser. Man kommt zu ihnen von einem schmalen Pfad aus, der rund um das Gewässer führt. Von hier konnten die Angler ihre Köder auswerfen.

Die fünfjährige Svea wusste bereits mit der Angel umzugehen. Ihr Papa angelt schon seit 26 Jahren. Sie erklärte sachkundig, wie’s geht: „Du musst erst einen Wurm am Haken aufspießen. Und dann musst du die Schnur ganz weit rein ins Wasser schmeißen.“ Schon machte sie es vor. Sie prökelte gewissenhaft einen kleinen Regenwurm auf den gebogenen Haken und ließ dann die Angelrute nach vorn schnellen, so dass der Haken mit einem Bleigewicht am Ende der Nylonschnur weit ins Wasser flog. Dort, wo sich der Köder abgesenkt hatte, schaukelte jetzt lustig eine rote Pose. „Wenn die reinplumpst, hat ein Fisch angebissen. Da musst du die Schnur ganz schnell wieder einziehen.“ Sie ergänzte: „Manchmal fressen sie den Wurm aber auch nur ab und schwimmen wieder weg.“ Holger Teckentrup war mit seinem Sohn gekommen. Jannis ist vier Jahre alt. In einem Buch hat er Fische und Angelgerät gesehen. „Seitdem ist er nicht mehr zu halten und will nur noch angeln.“

Auf einer Bank lag „Das große Buch vom Angeln“. In Bildern und kurzen Texten wird erklärt, wie eine Angel aufgebaut ist, wie man Köderknoten knüpft, Bleigewichte befestigt, und Fische anlockt. Ein kleines Fischlexikon zeigt, wie Barsch und Hecht, Schleie und Rotauge aussehen. Das also hat Jannis begeistert. Am Sonnabend war sein Vater schon um sieben Uhr aufgestanden und hatte Regenwürmer gesammelt, die er in einer verschließbaren Dose mitbrachte. Jetzt versuchte er sich mit seinem Sohn beim Angeln. Glück hatten sie aber nicht.

Am anderen Ende des Teiches saßen die achtjährigen Zwillinge Georg und Alexander in einigem Abstand voneinander am Ufer und warteten geduldig darauf, dass sich an ihrer Pose was tat. Es geschah aber rein gar nichts. Georg hatte allerdings an diesem Morgen schon einen Barsch gefangen, Alexander noch nichts. Was tut man, wenn man so lange warten muss? „Ich denke nach“, sagte Georg bedeutungsvoll. Alex war weniger geduldig. Er wechselte öfter mal den Platz. Die Mutter der beiden Jungen suchte derweil am Teichrand unter den Ahornbäumen, Pappeln und Eichen Steinpilze, wahre Prachtexemplare. Die Drei kamen aus Bremen und hatten den Angeltermin im Angebot der Sportvereine für das Ferienprogramm entdeckt.

Rund um den Teich lagen auf Bänken und im Gras Angelruten, Kästen mit Posen, Angelschnurrollen und Bleigewichten sowie Kescher und Gläser mit Ködern. Das sah schon sehr professionell aus. Einige Angler bewiesen dann auch ihr Können. Sven Franke zum Beispiel war mit seinem Sohn Janne gekommen. Er hatte schon als kleiner Junge angefangen zu angeln. „Mein Vater hat mich immer auf dem Fahrrad mitgenommen.“ Er erzählte weiter: „Heute Morgen hatten wir einen etwa 25 Zentimeter langen Aland am Haken. Das ist ein kleiner Karpfenfisch. Der hat aber zu viele Gräten. Wir haben ihn wieder reingeschmissen.“ Auch Svea wurde an diesem Morgen vom Anglerglück verfolgt. Sie hatte acht Barsche gefangen.

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