Studenten prüfen digitales Potential Wie fit ist Bremen für die Zukunft?

Wie bringt man Bremen in die Zukunft? Im Weser-Tower kommen Studenten und Unternehmensvertreter zusammen, um den aktuellen Stand der digitalen Transformation der Stadt zu untersuchen.
21.11.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Wie fit ist Bremen für die Zukunft?
Von Jan Oppel

Wie bringt man Bremen in die Zukunft? Im Weser-Tower kommen Studenten und Unternehmensvertreter zusammen, um den aktuellen Stand der digitalen Transformation der Stadt zu untersuchen.

Wer im Weser-Tower aus dem Fenster schaut, der sieht, was Bremen zu bieten hat: die Weser, die Altstadt, den Hafen. Hier oben bringen Studenten, Kreative und Unternehmensvertreter viel Fantasie auf, um zu überlegen, wie man diese Stadt in die Zukunft bringen kann. Die Digitalagentur hmmh hat 50 Studierende mehrerer Masterstudiengänge der Universität Bremen zu einem zweitägigen Workshop eingeladen, um gemeinsam mit Vertretern von Unternehmen den aktuellen Stand der digitalen Transformation Bremens zu untersuchen.

Die bauliche Situation der Innenstadt ist ein Dauerthema in Bremen. Marcus Person, Managing Director der Digitalagentur hmmh, findet diese Diskussion überholt. „Wir brauchen keine coolen neuen Gebäude, sondern mehr Digitalisierung“, sagt er. „Wir müssen uns auf die Probleme und Bedürfnisse der jungen Menschen fokussieren und am Ball bleiben.“

Grenzen zwischen digitalem und stationärem Handel verwischen

Per Smartphone streamen die Studenten im Weser-Tower ihre Lieblingsmusik auf die Lautsprecher im Raum. Die im Internet bestellten Lebensmittel für das Frühstück erreichen die Gruppe pünktlich. „Lasst es euch schmecken“, grüßt die Supermarktkette via Twitter – so kann es weitergehen. Wie es um die Digitalisierung Bremens auf der Straße bestellt ist, zeigt sich bei der angesetzten Rallye durch die vernetzte Stadt.

Die Studierenden sind kaum losgezogen, da reißt die Verbindung ab. Es zeigt sich: Wer in Bremen unterwegs online sein möchte, der braucht einen guten Vertrag mit seinem Anbieter – öffentliches WLAN gibt es nur an ausgewählten Stellen. „In dieser Sache muss Bremen besser werden“, sagt Person.

Die Grenzen zwischen digitalem und stationärem Handel werden immer unsichtbarer. Studien belegen: Kunden erwarten neue Bestell- und Liefermöglichkeiten und eine nahtlose Verknüpfung aller Geschäftsprozesse. Der Einzelhandel muss sich neu erfinden. Viele Unternehmen haben auch in Bremen bereits erste Schritte in Richtung der digitalen Transformation unternommen.

Doch nur wenige, so scheint es, verfolgen dabei eine ganzheitliche Strategie. Die im Internet bestellten Schuhe will die Studentengruppe im Geschäft zurückgeben. „Onlineshop und Filiale sind zwei paar Schuhe“, sagt die Verkäuferin. Im Laden einer großen Kaffeekette können die Kunden zwar mit dem Smartphone bezahlen, nur schneller, als mit Bargeld oder der EC-Karte geht es an der Kasse deswegen noch lange nicht.

Den digitalen Wandel nicht verschlafen

„Wir müssen sicherstellen, dass die Entwicklungen nicht an den Bedürfnissen der Nutzer vorbeilaufen“, sagt Person. Viele Unternehmen seien auf dem richtigen Weg. Insgesamt dauere der digitale Wandel aber noch zu lange. Dabei müssten sich Bremen und seine Einzelhändler eigentlich schon auf die Technologien der Zukunft vorbereiten, um den digitalen Wandel nicht zu verschlafen.

Zurück im Weser-Tower präsentieren verschiedene Unternehmen den Studenten ihre Digitalstrategie. Eine Delegation der Bremer Straßenbahn AG etwa spricht über mobiles Bezahlen in Bus und Bahn. Auch Vertreter des Carsharing-Anbieters Cambio und des Bremer Datenbrillen-Unternehmens Ubimax halten Impulsreferate.

Eine gute Sache, dieser Workshop, da sind sich am Ende alle einig. „Wir wollten eine breitere Perspektive auf das Thema bekommen – das ist uns in jedem Fall gelungen“, sagt Managing Director Person. „Wir haben großes Interesse, auch in Zukunft mit Unternehmen zu kooperieren“, sagt Marco Höhn, Lektor für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Bremen. Ihm ist es wichtig, die Studiengänge möglichst praxisnah auszurichten.

Am 14. Januar trifft sich die Gruppe zum nächsten Mal. Dann werden die Studenten ihre Visionen für Bremen und seine Einzelhändler präsentieren.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+