Bremer Landestreffen „Schule ohne Rassismus“ Wie Toleranz funktioniert

Beim Landestreffen des Schulnetzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ kamen knapp 250 Bremer Schüler zusammen, um über Rassismus und Diskriminierung zu diskutieren.
13.03.2019, 19:26
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Wie Toleranz funktioniert
Von Lisa-Maria Röhling

Toleranz, Wahlprogramme, Menschenrechte: Die Workshops des Landestreffens der Schulen, die im Schülernetzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ organisiert sind, nahmen am Mittwoch Themen in den Fokus, die Fragen und Probleme von Jugendlichen in all ihrer Vielfalt widerspiegelten. Unter dem diesjährigen Leitmotiv „Weil Deine Stimme zählt“ konnten sich die gut 250 Teilnehmer mit Experten von verschiedenen Institutionen und Organisationen austauschen. Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) begrüßte die Schüler zu Beginn.

Insgesamt standen 19 Workshops auf dem Programm des Landesschülertreffens, zu dem die Landeszentrale für politische Bildung, die das Projekt auch betreut, in den Großen Hörsaal der Universität Bremen eingeladen hatte. Zum bundesweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gehören insgesamt 40 Bremer Schulen, an denen sich Schüler und Lehrer gegen Ungleichwertigkeit, Diskriminierung und Gewalt einsetzen.

„Rassismus ist noch immer noch tief in unserer Gesellschaft verwurzelt“, erklärte Bogedan in ihrer Begrüßungsrede den anwesenden Schülerinnen und Schülern. „Er ist oft nicht bösartig, denn er ist oft nicht reflektiert.“ Deswegen sei es wichtig, dass Themen wie Rassismus und Diskriminierung in Schulen klar benannt und diskutiert werden. Gerade Bremen und Bremerhaven lebten von Weltoffenheit. Und die gelte es auch zu bewahren. Dabei verwies Bogedan auf das Bremische Schulgesetz, in dem es heißt: „Schulische Bildung und Erziehung ist den allgemeinen Menschenrechten, den in Grundgesetz und Landesverfassung formulierten Werten sowie den Zielen der sozialen Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit verpflichtet.“ Das heiße konkret für den Schultalltag: „Wir sollten nicht alles tolerieren.“ Speziell für Lehrer, erklärte Bogedan, leite sich daraus der Auftrag ab, auf bestimmten Werten aufbauend zu arbeiten. „Aber Lehrerinnen und Lehrer müssen überhaupt nicht neutral sein“, so die Bildungssenatorin.

Zudem forderte Bogedan, dass sich die Vielfalt der Bremer Gesellschaft auch in Schulbüchern niederschlage: Momentan hießen beispielsweise Figuren in Lehrmaterial noch Susanne oder Stefan, obwohl sich darin keinesfalls die gesellschaftliche Realität in Bremen und Bremerhaven widerspiegele.

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