Bremer erklärt Besuchern die Regeln

Wieder Spiele-Tage im Bamberger Haus

Erzieher Wilhelm Quint ist zum achten Mal bei den Spiele-Tagen am 7. und 8. März ehrenamtlich dabei. Anfangs war er als Helfer und Spiele-Erklärer im Einsatz, dieses Mal mischt er auch im Orga-Team mit.
03.03.2020, 06:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Thomas Walbröhl
Wieder Spiele-Tage im Bamberger Haus

Erzieher Wilhelm Quint ist leidenschaftlicher Spieler und einer von 100 freiwilligen Helferinnen und Helfern bei den Spiele-Tagen.

Christina Kuhaupt

Herr Quint, inzwischen sind es 4000 Menschen, die am ersten März-Wochenende zu den Spiele-Tagen im Bamberger Haus anrücken. Es gab in den vergangenen Jahren Schlangen beim Einlass und beim Flohmarkt. Wird das nicht irgendwann etwas zu eng?

Wilhelm Quint: Naja, mittlerweile findet die Veranstaltung insgesamt auf sechs Etagen und teilweise im Nebengebäude statt. Die meisten Besucher bekommen aber einen Tisch in einem der Räume und können in Ruhe etwas spielen. Die Atmosphäre ist weiterhin offen und freundlich.

Was ist Ihre konkrete Aufgabe bei den Spiele-Tagen?

Angefangen habe ich als Helfer und Spiele­erklärer. Inzwischen mache ich auch im Orgateam mit. Das ist eine Art Unterstützergruppe, ein Dutzend Leute, die gemeinsam mit dem Initiator Andreas Ebert in der Volkshochschule die Spiele-Tage vorbereiten.

Wie wichtig ist die Person Andreas Ebert, Organisator und Leiter des offenen Spiele-Treffs der VHS für die Spiele-Tage?

Essenziell. Ohne ihn hätte es niemals den engen Kontakt zur Volkshochschule gegeben. Andreas Ebert bringt Arbeits- und Freizeit mit ein und mittlerweile sogar seine komplette Familie. Die Volkshochschule ist natürlich auch enorm wichtig. Für das ganze Wochenende werden alle Räume nur für diese Veranstaltung genutzt.

In welchem Raum werden Sie am Wochenende anzutreffen sein?

Wie die letzten Jahre auch im Zwei-Spieler Raum, als „Erklärbär“ für Zwei-Personen-Spiele.

Das heißt, Sie erläutern Interessierten die Spielregeln.

Ja, genau. Oder ich berate die Leute, schlage ihnen Spiele vor, die ihnen gefallen könnten.

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Kommen Sie auch selbst zum Spielen?

Ich mache das nicht, weil ich so gerne Zwei-Spieler-Spiele spiele, sondern wegen der Atmosphäre. Das Erklären macht mir Spaß. In der Regel kommen bei den Zwei-Spieler-Spielen Interessierte im Doppelpack vorbei: Vater und Sohn oder Ehepartner zum Beispiel. Zu erfahren, was die Leute gerne machen, was sie suchen und ihnen zu helfen, etwas zu finden, macht glücklich.

Wie viel Zeit investieren Sie etwa in dieses Event?

Es gibt einige Vorbereitungstreffen, mit jeweils zwei bis drei Stunden. Am Spiele-Wochenende selbst nach Möglichkeit sonnabends bis 19 Uhr und sonntags bis 18 Uhr. Aber das schreib’ ich mir nicht auf.

Das kommt ja zur normalen Arbeitswoche noch dazu. Ist das nicht anstrengend? Es wird ja gerade in vollen Räumen oft recht laut.

Das blendet man aus. Abends merkt man natürlich schon, wenn man den Tag über viel geredet hat. Anstrengend war in einem Jahr, dass einige Leute ganz schön fordernd wurden, nach dem Motto: Sie müssen ja hier die Spiele erklären, warum kennen Sie die denn nicht alle? Oder warum habt ihr dies oder jenes Spiel nicht?

Ist denen nicht klar, dass Sie das in Ihrer Freizeit machen?

Nein. Wenn ich dann sage, dass ich das freiwillig mache, haben die Leute in der Regel auch Verständnis. Wenn von uns mal jemand Pause machen will und in sein Butterbrot beißen, dann macht er das einfach. Wenn mich etwas stört, sage ich das. Außerdem kann man wohl kaum alle Spiele kennen. Allein die VHS hat über 1000 Stück.

Haben Sie einen Trick, wie man schnell und gut Regeln lernen und erklären kann?

Erfahrung mit verschiedenen Spielen machen. Ein Spiel, das man selber schon gespielt hat, erklärt man deutlich schneller. Wenn man häufiger verschiedene Spiele spielt, trifft man bei Spielen auch immer wieder auf ähnliche Mechanismen, was Timing, Ressourcen oder Karten angeht. Konkret bereiten wir uns beim offenen Spieletreff der VHS vor.

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Warum das öffentliche Treffen? Warum treffen Sie sich nicht einfach privat?

Das eine schließt das andere ja nicht aus. Aber beim öffentlichen Treffen lernt man Leute kennen. Beim Spielen kommt man so ungezwungen in Kontakt. Egal, mit wem man spielt, man kommt an den Tisch und macht etwas gemeinsam. Egal, was der beruflich macht, was die Hintergründe sind. Das ist zum einen eine sehr schnelle Verknüpfung. Außerdem entwickeln sich auch Freundschaften. Und wenn es mal nicht passt, etwa weil man einen Mitspieler hat, der einem zu lange überlegt oder zu viel meckert, kann man sich umorientieren.

Was nehmen Sie aus acht Jahren Spiele-Tage mit?

Mich haben sie persönlich weitergebracht. Mir ist jetzt klar, was im Hintergrund laufen muss, damit das Ding funktioniert, und was die Organisation für ein Riesenhaufen Arbeit ist. Es geht nur mit Freiwilligen, Leuten, die Lust haben, das auf die Beine zu stellen. Ich kann sagen: Nach dem Wochenende ist man müde – und glücklich.

Das Interview führte Thomas Walbröhl.

Info

Zur Person

Wilhelm Quint

wohnt in Schwachhausen. Der Erzieher ist stellvertretender Leiter einer Kita in Woltmershausen, Ehemann und Vater von zwei Kindern. Er kam 2008 aus Lenzen an der Elbe in Brandenburg nach Bremen. Der 35-Jährige ist einer von rund 100 Freiwilligen, die bei den Spiele-Tagen helfen. Er macht das mittlerweile im achten Jahr.

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Zur Sache

Bremer Spiele-Tage

Die Bremer Spiele-Tage werden am Sonnabend, 7. März, von 10 bis 19 Uhr, und am Sonntag, 8. März, von 10 bis 18 Uhr in den Räumen der Bremer Volkshochschule im Bamberger Haus, Faulenstraße 69, veranstaltet. Bei der 13. Auflage können Besucher und Besucherinnen in mehr als 30 Räumen über 1000 Brett- und Kartenspiele ausprobieren. Spiele-Erklärer sowie Mitarbeiter einiger Spieleverlage beraten zu den Spielen und helfen bei den Spielregeln. Es sind Spiele-Turniere mit Qualifikationen für die Deutschen Meisterschaften, ein Spiele-Flohmarkt, Großgruppenspiel und Gewinnspiele geplant. Zudem präsentieren Autoren und Spiele-Entwickler ihre Neuheiten. Eine Tageskarte kostet 4,50 Euro, die Wochenendkarte 7,50 Euro. Kinder (7 bis 13 Jahre) zahlen 1,50 Euro für die Tageskarte, 2,50 Euro kostet sie das Kombiticket für beide Tage. Familien (zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder bis 13 Jahre) zahlen für einen Tag 9,50 Euro, die Wochenendkarte kostet für sie 15,50 Euro. Im Vorverkauf sind Eintrittskarten bei der Volkshochschule in der Faulenstraße 69 zu bekommen.

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