Sportvereinigung Hemelingen feierte Sommerfest mit echten Kerlen und starken Mädchen Wilde Wikinger wollen nur spielen

Hemelingen. Rauchende Trümmer, geplünderte Häuser und erschlagene Männer - nein, dieses Bild bot sich glücklicherweise nicht, als wieder einmal die Wikinger in Hemelingen einfielen. Denn es waren ganz zahme Gesellen, die zum Sommerfest der Sportvereinigung Hemelingen kamen. Zum zweiten Mal stellte der Verein sein Sommerfest auf dem Vereinsgelände unter dieses Motto - für echte Kerle und starke Mädchen
01.09.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Christian Hasemann und Korenlia Hattermann

Hemelingen. Rauchende Trümmer, geplünderte Häuser und erschlagene Männer - nein, dieses Bild bot sich glücklicherweise nicht, als wieder einmal die Wikinger in Hemelingen einfielen. Denn es waren ganz zahme Gesellen, die zum Sommerfest der Sportvereinigung Hemelingen kamen. Zum zweiten Mal stellte der Verein sein Sommerfest auf dem Vereinsgelände unter dieses Motto - für echte Kerle und starke Mädchen

Und das Wikingertreiben war bereits im vergangenen Jahr überaus gut angekommen. Zahlreiche Gäste aus Nah und Fern kamen auch in diesem Jahr wieder, teilweise im wilden Wikinger-Gewand.

Alle Besucherinnen und Besucher waren aufgerufen, sich in eher archaischen Sportarten wie Baumstammwerfen, Tauziehen und Kubb zu messen. Sie bekamen dazu eine Karte, auf denen ihre Punktzahl eingetragen wurde. "Wir haben zehn Sportstationen, die von den Sportgruppen des Vereins betreut werden", erklärte Judith Braun aus Hemelingen von der Sportvereinigung.

In ihren kunstvollen Kostümierungen trugen die Betreuer viel zum mittelalterlichen Charakter des Festes bei, aber auch der ein oder andere Besucher kleidete sich nach mittelalterlicher Art. "Wir haben uns bei den Planungen gesagt, dass wir uns gerne nach traditioneller Wikinger Art anziehen wollen. Das trägt unheimlich zur Stimmung bei", bekräftigte Judith Braun.

Tatsächlich wurde dann auch konsequenterweise das beste Kostüm prämiert. Aber natürlich gab es auch für die besten sportlichen Leistungen am Ende des Tages eine Siegerehrung und kleine Preise zu gewinnen.

Doch nicht nur Vereinsmitglieder und Hemelinger sind an diesem Tage gekommen. Auch befreundete Vereine reisten zu den Wikingerspielen an. Zum Beispiel die Bogenschützen aus Delmenhorst. "Wir unterstützen die Hemelinger bei ihrem Sommerfest", sagte Wolfgang Lennarz aus Huchting vom Bogensportverein Delmenhorst. "Wir haben eine traditionelle Bogensport-Abteilung im Verein, die in mittelalterlichen Gewandungen bei Veranstaltungen auftritt." Beim traditionellem Bogenschießen werde ohne Hilfsmittel geschossen. "Wir benutzen keine Zieleinrichtung, das Schießen ist instinktiv", erklärte Lennarz. Es sei so ähnlich, wie beim Steinewerfen, man schaue auf das Ziel und nicht auf den Stein in der Hand.

Ein stattliche Anzahl an Bögen hatten die Delmenhorster Freunde mitgebracht. "Wir haben Langbögen und Reiterbögen; allerdings mit weniger Zugkraft als früher, sonst könnte die keiner mehr spannen", sagt Wolfgang Lennarz.

Zum abwechslungsreichen Angebot des Hemelinger Winkingerfestes gehörte aber auch noch eine Vorführung der Bauchtanzgruppe der Fünf- bis Zehnjährigen und ein Schaukampf mit echten Waffen. Wer es ruhiger mochte, konnte Filzbälle fertigen oder einer Märchenerzählerin zuhören.

Die von den Boxern betreute Station des Holzstammreitens war besonders bei den Jüngeren und Junggebliebenen beliebt. Dort kämpfte auf einem schmalen Holzstamm der siebenjährige Ugur-Can aus Hemelingen, der mit seiner Mutter die Wikinger besuchte. "Ich finde es schön hier. Ich finde die Ritterrüstungen gut", sagte Ugur-Can. Beim Steinhochwurf probierten sich der elfjährige Jan-Niklas und der zwölfjährige Ingo aus Hemelingen aus. "Ich finde die Kostüme ganz interessant", sagte Jan-Niklas, der seinen Wikingerhelm allerdings zu Hause vergessen hatte. "Das Baumstammwerfen ist aber am schwierigsten", fügte er an. Als nächstes wollten die beiden gerne noch Tauziehen und Bogenschießen ausprobieren.

Thorsten Ohmes aus Arbergen hatte von dem Fest gehört und war einfach mal mit seinem fünfjährigen Sohn Etienne gekommen. "Ich finde es sehr interessant hier. Leider haben wir nicht so viel Zeit, uns alles so genau anzusehen", sagte der Vater mit Blick auf seinen Sohn. Sie seien zu lange in der Hüpfburg gewesen. "Ich finde das Motto gut". Einen Verbesserungsvorschlag hat er aber zu machen: "Es hätte etwas besser ausgeschildert werden können." Natürlich müssen sich auch Wikinger stärken, die Sportvereinigung hatte vorgesorgt, damit die Besucher nach dem kräftezehrenden Tauziehen, dem Sackhochwerfen oder dem Wassertragen neue Kräfte tanken konnten. Auch für die Kleinsten gab es genügend Angebote, wie zum Beispiel die Suche nach der Nadel im Heuhaufen oder die die bereits erwähnte Hüpfburg.

Ein rundum gelungenes Fest für die ganze Familie, auch wenn hier und da bärtige Männer in groben Rüstungen auf dem Gelände auf- und abmarschierten..

Wer sich für das Angebot der SV Hemelingen, Am Sportplatz 2, Telefon 41 22 04 , interessiert und im kommenden Jahr auch als Wikinger teilnehmen möchte, kann sich auf der Internetseite www.svhemelingen.de informieren.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+