Tag der offenen Tür für künftige Fünftklässler und Eltern will neues Unterrichtskonzept bekannter machen Wilhelm-Focke-Oberschule im Wandel

Die Wilhelm-Focke-Oberschule will ihren Ruf als Sorgenkind mit geringen Anwahlzahlen endlich loswerden. Auch der Tag der offenen Tür, zu dem jetzt Fünftklässler und deren Eltern eingeladen waren, sollte jetzt dazu beitragen, den Wandel der Schule und den neuen Ansatz der Projektarbeit bekannter zu machen.
17.01.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Janna Kahrs

Die Wilhelm-Focke-Oberschule will ihren Ruf als Sorgenkind mit geringen Anwahlzahlen endlich loswerden. Auch der Tag der offenen Tür, zu dem jetzt Fünftklässler und deren Eltern eingeladen waren, sollte jetzt dazu beitragen, den Wandel der Schule und den neuen Ansatz der Projektarbeit bekannter zu machen.

Horn-Lehe. Alljährlich bieten die weiterführenden Schulen ihren künftigen Fünftklässlern die Möglichkeit, sich an einem Tag der offenen Tür vorab zu informieren. Seit der Abschaffung der stadtteilbezogenen Einzugsgebiete ist die Anwahl auch einer weiter entfernt liegenden Schule möglich. Damit ist die Konkurrenz zwischen den Schulen gewachsen.

Die Wilhelm-Focke-Oberschule (WFO) in der Bergiusstraße, die erst seit 2009 diesen Namen trägt und vorher eine Integrierte Stadtteilschule war, wollte jetzt bei ihrem Tag der offenen Tür auch über ihre geändertes Unterrichtskonzept informieren. Wie an allen Oberschulen gibt es in der Bergiusstraße ab der siebten Klasse nun eine Unterteilung in Erweiterungs- und Grundkurse, um bei Gymnasialempfehlung den Rechtsanspruch auf einen Platz in der Oberstufe zu gewährleisten. Ihre Oberstufe hat die WFO an ihrer Kooperationsschule Rockwinkel.

Lange Zeit musste die Schule mit deutlich rückläufigen Anwahlen für ihre fünften Klassen leben. "Es fällt mir schwer zu sagen, warum die Schülerzahlen in der Zeit meines Vorgängers so zurückgegangen sind", sagt die Schulleiterin Beata Warszewik-König. Durch verstärkte Projektarbeit will die WFO die Begeisterung der Eltern und Kinder wecken. "Der Reformplan ist die Oberschule", erklärt die Schulleiterin. Die Änderung der Schulstruktur habe mit ihrem Amtsantritt begonnen. Im Prinzip gebe es jetzt "ein Jahrgangsteam mit dem Schwerpunkt Projektarbeit". Und die Zusammenarbeit von Eltern, Lehrern und Schülern werde intensiviert.

Die Schüler lernen, Projekte zu planen, zu realisieren und vor der Klasse zu präsentieren. Die 7b stellte beim Tag der offenen Tür einen Gewürzparcours vor. Bereits beim Betreten des Zimmers verbanden sich Minze und Zimt zu einem angenehmen Duft. Josephine (14) berichtete, dass sie die Gewürze zu Hause anzüchte oder von dort mitbringe und in dem Fach "Projekt" deren Herkunft und Verwendung kennenlerne. Im Unterricht erarbeiten die Schüler selbstständig ein Konzept und stellen dann ihr jeweiliges Gewürz der Klasse vor.

Vier Schülerfirmen aktiv

In der "Mitmachmalerei" leitete Henriette aus der 7c einige interessierten Viertklässler an: "Wir malen Konfektstücke auf die Leinwand. Für den Saftladen, dort werden sie ausgestellt", sagte sie. Der Saftladen wird von einer Elterninitiative betrieben, dort können die Kinder auch Snacks bekommen. Laura aus der 9b machte die zukünftigen Fünftklässler mit dem Filzen vertraut. Man nimmt etwas Vlies, formt das Material zu einer Kugel und behandelt diese mit Wasser und Lauge, bis sie aushärtet. Dieser Vorgang nennt sich Nassfilzen und ist ein historischer Prozess der Stoffherstellung. Laura berichtete, dass sie als Neuntklässlerin zwar noch nach dem alten Gesamtschulprinzip unterrichtet werde, jedoch eine Schülerfirma als Fach belegen musste. "Es gibt vier Schülerfirmen: Holzwerkstatt, Textilatelier, Catering und ’Books and Boxes’ mit Papierwaren. Das Textilatelier ist neu." Die Schülerfirmen sind für drei Stunden pro Woche verpflichtend. Die Plätze werden durch eine schriftliche Bewerbung und ein Vorstellungsgespräch belegt.

Denise und Lea (beide 15) aus Borgfeld standen am Empfang und wiesen den Besuchern den Weg. Die Zehntklässlerinnen, die als vorletzter Jahrgang nach dem alten Konzept unterrichtet werden, erzählten: "Für uns ist die Studierzeit neu. Das ist drei Stunden in der Woche, in denen die Kinder selbst arbeiten und lernen. Zur Unterstützung neuer Eltern war auch der Elternbeirat beim Tag der offenen Tür vertreten. Maria José Pérez aus Schwachhausen glaubt, dass die Anwahlzahlen inzwischen steigen: "Ich arbeite seit drei Jahren mit, und es stimmt, früher hatte die Schule einen schlechten Ruf." Vor der Reform habe es an dieser Schule viele Kinder ohne Gymnasialempfehlung gegeben. "Aber in jüngerer Zeit hat sich meine Tochter hier ganz toll entwickelt", sagt Pérez. Sie ist besonders begeistert von dem "Blauen Buch". Darin tragen die Lehrer täglich das Benehmen und Lernverhalten der Schüler ein. "Und einmal im Monat bekommen wir Eltern eine E-Mail mit einem Bericht über die Lernstärken oder Schwierigkeiten der Kinder", berichtet Maria José Pérez.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+