Kolumne von Willi Lemke

Wir Bremer sollten uns über Familien wie Zech und Jacobs freuen

Die Pläne von Kurt Zech sind zu begrüßen und politisch zu unterstützen. Genau wie das Projekt von Christian Jacobs, der an der Obernstraße einen Übergang zur Martinistraße schlagen wird.
08.07.2017, 08:32
Lesedauer: 2 Min
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Von Mathias Sonnenberg
Wir Bremer sollten uns über Familien wie Zech und Jacobs freuen

Das Parkhaus Mitte soll umgebaut werden.

Christina Kuhaupt

Die Nachricht, dass Kurt Zech die Bremer Innenstadt auffrischen und neu gestalten möchte, hat bei mir eine große Freude ausgelöst. Genau so groß wie die Meldung vor wenigen Monaten, dass er Aufsichtsrats-Mitglied bei Werder Bremen geworden ist. Kurt Zech kenne ich seit vielen Jahrzehnten als agilen, erfolgreichen Geschäftsmann, der nicht nur national, sondern auch international tätig ist.

Wichtig ist jetzt, dass Zech für seine Pläne keinen unüberwindbaren bürokratischen Hürden ausgesetzt ist. Ihm müssen Türen geöffnet werden, damit sein Vorhaben, das Parkhaus Mitte abzureißen und endlich Platz zu schaffen für mehr und vielfältiges Geschäftsleben in der Stadt, nicht auf die lange Bank geschoben wird.

Das erleben wir ja leider immer wieder – aus unterschiedlichen Gründen, zuletzt bei den Plänen für den Zentralen Omnibus-Bahnhof, über den seit Jahren diskutiert wird, die Reisenden aber immer noch im Regen stehen. Das darf sich bitte nicht wiederholen. Hier freut es mich, dass der Wirtschaftssenator mit dem Bausenator mit dem ausdrücklichen Segen unseres Bürgermeisters antreten. Für mich ist es auch ein Jammer, dass die Geschäftsleute am Wall noch immer unter den Folgen des Brandanschlags auf Harms am Wall leiden. In Bremen werden Vorhaben oftmals viel zu behäbig umgesetzt. Und manchmal auch gar nicht.

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Die Pläne von Kurt Zech sind zu begrüßen und politisch zu unterstützen. Es steht in einer Reihe mit dem Projekt von Christian Jacobs, der mit einem Neubau vom Bremer Architekten Christian Felgendreher an der Obernstraße einen Übergang zur Martinistraße schlagen wird. Jacobs, Zech – es sollte uns Bremer freuen und imponieren, dass zwei Bremer Familien bereit sind, zu investieren und damit die Innenstadt noch attraktiver zu machen. Ich erhoffe mir, dass Bremen dadurch neue Passagen mit besonderen Läden bekommt und sich nicht nur weiter Filialen von großen Ketten ansiedeln, die es auch in Gera oder Schleswig gibt. Damit das Geld, das in Bremen verdient wird, auch in Bremen wieder ausgegeben wird und nicht in Hamburg, Oldenburg oder Paris. Und außerdem wird eine attraktivere Innenstadt auch weiterhin zehntausende Touristen in unsere liebenswerte Stadt bringen.

Die Argumente, dass durch ein abgerissenes Parkhaus die Menschen weniger Möglichkeiten hätten, in die Innenstadt zu kommen, halte ich für falsch. Erstens gibt es schon jetzt genug Parkraum an der Peripherie der Innenstadt. Und zweitens haben wir gute Anbindungen, um mit Bus und Bahn in die Innenstadt zu kommen, auch mit dem Rad oder zu Fuß ist das möglich. Man muss doch nicht mit dem Auto bis auf die Domtreppen fahren. Dass ein so großes Parkhaus im Herzen der City gebaut wurde, war im Nachhinein eine falsche Entscheidung. Und es ist gut, dass Kurt Zech sie jetzt korrigieren möchte.

Zur Person

Willi Lemke (70) schreibt jeden Sonnabend im WESER-KURIER über seine Heimatstadt und was ihn in dieser Woche in Bremen bewegt hat.

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