Engagement erforderlich 'Wir erwarten, dass Sie Gas geben!'

Vegesack. Heraus aus der Arbeitslosigkeit, sich eine neue Perspektive aufbauen - dies stellte Projektleiter Boris Barloschky von der Bremer Bootsbau Vegesack (BBV) für alle Teilnehmer in Aussicht, die sich zum KulTourGuide für Bremen-Nord fortbilden lassen. Im Seminarraum des 'Schaufensters Bootsbau' fand eine Informationsveranstaltung zu einer Neuauflage dieses Projekts statt.
07.03.2010, 15:21
Lesedauer: 2 Min
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Von Jörn Hildebrandt

Vegesack. Heraus aus der Arbeitslosigkeit, sich eine neue Perspektive aufbauen - dies stellte Projektleiter Boris Barloschky von der Bremer Bootsbau Vegesack (BBV) für alle Teilnehmer in Aussicht, die sich zum KulTourGuide für Bremen-Nord fortbilden lassen. Im Seminarraum des 'Schaufensters Bootsbau' fand eine Informationsveranstaltung zu einer Neuauflage dieses Projekts statt.

Bis Ende Januar 2010 lief zum ersten Mal diese neue Fortbildung, die Kompetenz im Bereich Kultur und Tourismus in Bremen-Nord vermitteln will. An ihr können maximal zwölf Leute teilnehmen, die Arbeitslosengeld II beziehen und zugleich über 47 Jahre alt sind. Ab Mitte März soll nun eine Neuauflage gestartet werden.

Einiges wird sich beim zweiten Mal ändern: Die Laufzeit beträgt jetzt achteinhalb statt vorher fünf Monate, und auch ein neuer Kooperationspartner ist hinzugekommen: das Berufsförderungswerk Friedehorst. Neu dabei ist im Rahmen der Fortbildung diesmal auch die Soziologin Annelie Keil, die das Thema 'Biografie und Tourismus' betreuen wird.

Weit mehr als zwölf der möglichen Teilnehmer an der Fortbildung waren zur Infoveranstaltung gekommen. Folglich wird unter den Bewerbern und Bewerberinnen nach einem Vorstellungsgespräch mit der Projektleitung auch ausgewählt werden müssen.

Boris Barloschky weist in der Einführung auf die nur ungenügend entwickelte touristische Infrastruktur in Bremen-Nord hin - die KulTourGuides würden die Chance bieten, frischen Wind auf der Maritimen Meile oder auch im 'Schaufenster Bootsbau' wehen zu lassen. Wer an der Fortbildung teilnimmt, erwerbe regionale Sachkompetenz, wozu zahlreiche Erkundungen nicht nur vor Ort gemacht werden - vom Bunker Valentin bis zum 'Geschichtenhaus' im Schnoor oder auch zu innovativen touristischen Einrichtungen wie dem Hafenmuseum in Hamburg.

Doch die KulTourGuides sollen weit mehr sein als Gästeführer, die Touristen die Attraktionen von Bremen-Nord zeigen. Durch den Erwerb von Kompetenzen zum Beispiel im Bereich des Kultur- und Tourismusmanagement, von Präsentationstechniken, Umgang mit Medien oder auch mit Menschen sollen die Absolventen später vielseitig einsetzbar sein. Allerdings setzt Barloschky dabei das persönliche Engagement aller voraus: 'Wir erwarten, dass Sie Gas geben.'

Chancen schwer abzusehen

Wie schon bei der zurückliegenden Fortbildung steht auch diesmal wieder eine Abschlussveranstaltung mit szenischer Führung durch Bremen-Nord an (wir berichteten). Dazu werden die Teilnehmer in einer Intensivwoche gemeinsam unter einem Dach wohnen.

In der anschließenden Diskussion äußerten Interessenten an der Fortbildung ihre Bedenken angesichts der Folgen, die eine derartige Vollzeitbeschäftigung mit 38.5 Stunden-Woche für sie haben könnte. Denn für sie als Hartz-IV-Empfänger, die von 359 Euro Grundsicherung im Monat leben müssen, wird ein Hinzuverdienst in dieser Zeit kaum noch möglich sein. Und bisher ist schwer abzusehen, wie gut die Chancen auf dem Arbeitsmarkt später für die Absolventen sind.

Wer sich für die Fortbildung zum KulTourGuide interessiert, melde sich bei der Bremer Bootsbau Vegesack (BBV) unter der Rufnummer 0421 / 669 54 0.

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