Festival Maritim in Vegesack vom 1. bis 3. August

„Wir hoffen auf 80 000 Besucher“

Bremen-Nord. In diesem Jahr findet es bereits zum 16. Mal statt: das Festival Maritim.Drei Tage lang, vom 1. bis 3. August, geht die Sea-Music in Vegesack an Land. Angekündigt sind über 170 Konzerte von 32 Bands auf neun Bühnen.
28.07.2014, 19:00
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„Wir hoffen auf 80 000 Besucher“

Fritz Rapp: Das Festival Maritim ist einzigartig.

In diesem Jahr findet es bereits zum 16. Mal statt: das Festival Maritim. Drei Tage lang, vom 1. bis 3. August, geht die Sea-Music in Vegesack an Land. Angekündigt sind über 170 Konzerte von 32 Bands auf neun Bühnen – so viel wie noch nie.

Das war bei der Erstausgabe im Jahr 1999 noch ganz anders. Fritz Rapp vom Vegesack Marketing, Organisator des Festivals, erinnert sich im Gespräch mit Doris Friedrichs.

Herr Rapp, gibt es eine Geschichte zur Entstehung des Festivals Maritim?

Fritz Rapp: Im Mai 1999 hat das ukrainische Schulschiff „Khersones“ in Vegesack eine neue Galionsfigur erhalten. Das Projekt war damals die Initialzündung für das erste Festival. Ebenso die Tatsache, dass Bremen-Nord mit seinen Shantychören einen guten musikalisch-maritimen Hintergrund hat. Im September startete dann erstmals das Kulturfestival Vegesack Maritim. 14 Bands und Interpreten präsentierten an drei Tagen Hafenlieder, Shantys und Folk-Rock zwischen „Schulschiff Deutschland“ und Schlepper „Regina“. Stargast war damals Knut Kiesewetter. Es gab diverse Kneipenkonzerte, das NDR-Hafenkonzert war vor Ort und der Loggermarkt war integriert.

Und wie hat sich die Veranstaltung weiterentwickelt?

Aus dem Vegesack Maritim ist inzwischen das Internationale Festival Maritim geworden, im vergangenen Jahr kamen erstmalig über 80 000 Besucher. Das erhoffen wir uns auch in diesem Jahr. Außerdem haben wir kontinuierlich die Anzahl der Konzerte gesteigert. Ebenso haben sich die musikalischen Stilrichtungen weiterentwickelt. Lag der Fokus am Anfang auf Hafenliedern und Shantys, bieten wir inzwischen die ganze Bandbreite der Sea-Music und haben uns vor allem dem Folk-Rock geöffnet.

Wo liegt der Unterschied zwischen Sea-Music und Shantys?

Den Begriff ’Sea-Music’ für die Art von Musik, die wir meinen, gibt es eigentlich so gar nicht. Wir verstehen darunter jede Art von Musik, die auf und an den Weltmeeren gespielt wird. Und dazu gehören auch die Shantys, sprich Arbeits- und Seemannslieder inklusive Folk-Rock. Folk-Rock deshalb, weil in seinem Liedgut ebenfalls von Liebe und Sehnsucht die Rede ist, die auch viele Shantys zum Thema haben.

Was macht das Festival in ihren Augen so besonders?

Hier passt einfach alles, die Musik, die Kulisse, die Atmosphäre. Vegesack hat so viel maritime Geschichte im Hintergrund, die überall sicht- und erlebbar ist. Beispiel Schulschiff – auf solchen Seglern entstanden früher die Lieder vom Leben und Leiden auf See, sie handeln von harter Arbeit, Mannschafts-Teamgeist oder der Sehnsucht nach den Lieben zu Hause. Heute ist das Schulschiff eine der Konzertbühnen für das Festival – was könnte die enge Verbindung Vegesacks mit dem Musikevent besser darstellen? Die Bands und Gruppen greifen das mit ihrer Musik wunderbar auf. Damit geben sie dieser Atmosphäre eine Stimme, das ist absolut authentisch und überträgt sich auf die Zuhörer einschließlich der Vegesacker. 80 000 Besucher pro Jahr zeigen, dass dieses Event längst in Kopf, Herz und Beinen der Menschen angekommen ist.

Gibt es für Sie unvergessliche Festival-Momente?

Ja, da gibt es einige. Einen absoluten Glücksmoment konnten die Festival-Besucher vor drei Jahren erleben, als sich nach dem traditionellen Shanty-Slam, kurz vor dem Höhenfeuerwerk am Sonntagabend, die holländische Brigg „Mercedes“ plötzlich auf der Weser unter vollen Segeln ins Bild schob. So etwas kann man nicht inszenieren. Die Menschen standen und staunten mit offenem Mund. Oder im letzten Jahr, da fiel auf der Hauptbühne beim Auftritt von „Harmony Glen“ plötzlich der Strom aus. Da haben die Bandmitglieder unplugged weitergemacht. Das Publikum war begeistert.

Und wie sieht es mit ungewöhnlichen Engagements aus?

Einmal hatten wir Alphorn-Bläser zu Gast. Ein anderes Mal gab es ein Cross-Over-Projekt mit dem Jugend-Sinfonie-Orchester Bremen-Nord und der Band „Irish Bastards“, auch das kam beim Publikum gut an.

Haben Sie noch einen Wunschkandidaten fürs Festival?

Ja, noch mehr Gruppen von Übersee. Dann würde ich gerne noch einmal einen Festival-Schwerpunkt setzen, vielleicht auch mit kreolischer Musik der niederländischen Antillen.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung des Festivals?

Wir werden die Einzigartigkeit dieser Veranstaltung fortschreiben und ihr Profil weiter schärfen.

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