Gong-Klänge zur Entspannung 'Wir leben zu schnell'

Osterholz. Die schnelllebige Zeit fordert oftmals gesundheitlichen Tribut: RÜckenschmerzen, Schlafstörungen - Symptome für Stress und Frühwarnsystem vor schwerwiegenden Krankheiten wie Burn-out oder Depression. "Leben auf der Überholspur. Wenn Stress krank macht" war daher der Auftaktabend
03.02.2010, 14:50
Lesedauer: 2 Min
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Von Solveig Rixmann

Osterholz. Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Tinnitus - Symptome für Stress und Frühwarnsystem vor schwerwiegenderen Erkrankungen, wie Burn-out oder Depression. Um diese Folgen der heutigen schnelllebigen Zeit geht es bei der Veranstaltung 'Leben auf der Überholspur. Wenn Stress krank macht' im Haus im Park. Der Abend ist Auftakt zur Reihe 'Gesundheit & Kultur', bei der das Kulturensemble im Park zusammen mit dem Klinikverbund Gesundheit Nord Vorträge, Musik, Theater und Diskussionen zu modernen Fragen der Gesundheit anbietet.

'Wir leben im Dauerstress', sagt Dorothee Schmitz-Köster, Moderatorin des Abends, aber 'damit wir bei dieser Veranstaltung runterkommen hat es uns der Veranstalter gemütlich gemacht.' Sie hat nicht zu viel versprochen.

Die Akademie Überlingen bietet Saftgetränke an, Tische mit Blumen, Weintrauben und Milch sind arrangiert, das Licht ist gedämpft und Liegestühle laden zum Entspannen ein. Auch die Musik, mit der Ulrich Görlitz, Gongspieler und Facharzt für Anästhesie und Notfallmedizin, den Abend begleitet, lässt die Hektik des Alltags vergessen.

'Ich bin der Meinung, dass wir an der Beschleunigungskrankheit leiden', sagt Professor Fritz Reheis, Soziologe und Erziehungswissenschaftler von der Universität Bamberg, in seinem Vortrag.

Der Kapitalismus führe zu einer hohen Produktivität der Arbeit, die beim Menschen die Angst auslöse, bald überflüssig zu sein, und dazu antreibe, noch mehr aus sich herauszuholen. Dies führe in einen Teufelskreis aus Angst und Beschleunigung.

Auch Raubbau an der Natur

Die Art, wie wir mit uns selbst und anderen umgehen, spiegelt sich auch in unserem Umgang mit der Natur wider. 'Wir verbrauchen pro Tag so viele fossile Energie, wie in der Natur innerhalb von 1000 Jahren entsteht', erklärt Fritz Reheis.

Die Redewendung 'Jeder ist seines Glückes Schmied' treffe hier nicht zu. Viele säßen in einem Hamsterrad, auf das sie keinen Einfluss hätten.

Nicht nur Arbeitnehmer seien dem Druck ihrer Arbeitgeber ausgesetzt, diese müssten ihrerseits dem Wirtschaftsdruck Stand halten. 'Die Befreiung aus dem Hamsterrad muss als gemeinsames Projekt organisiert werden', fordert der Wissenschaftler.

Die Eigenzeit müsste das Maß der Wirtschaft werden, die Politik diese Eigenzeit schützen und der Mensch mit seinem Körper gut umgehen und auf dessen Frühwarnsystem hören.

Gutes Betriebsklima wichtig

Einer, der in seinem Unternehmen nicht mehr achtlos weitermachen wollte, ist Uwe Dechert, Inhaber der Spedition Bandmann. Er führte ein Gesundheitsprogramm ein und wurde dafür mit dem Preis 'Unternehmen mit Weitblick' ausgezeichnet. 'Den Stress kann man dann abbauen, wenn man ein gutes Betriebsklima hat', sagt der Unternehmer.

'Wenn schwere Symptome entstanden sind, dann ist oft Therapeutische Hilfe nötig', erklärt Peter Bagus, Chefarzt am Psychosomatischen Klinikum, der sich mit den Folgen auskennt, wenn Menschen keine Pause machen, den Stress nicht abbauen und die Symptome des eigenen Körpers ignorieren.

Die Reihe 'Gesundheit & Kultur' wird am 17. März, um 19.30 Uhr fortgesetzt. Dann geht es um 'Männer ticken anders - Fitness oder Männergesundheit?'. Dazu wird Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen, aus Hannover referieren.

Weitere Veranstaltungen folgen

Weitere Veranstaltungen folgen am 28. April: 'Hurra, wir werden älter! Ein Lebensgefühl verändert'; 26. Mai: 'Auf dem Weg in die Gesundheitsdiktatur? Verantwortung im neuen Gesundheitsmarkt'.

Weitere Informationen über die Veranstaltungsreihe beim Kulturensemble unter www.kulturensemble-bremen.de oder Telefon 4081757.

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