Weihnachtsbotschaft der Bremer Kirchen "Wir sollten keine Angst haben"

Zum Weihnachtsfest appellieren evangelische und katholische Kirche in Bremen an die Menschen, für Heimatlose da zu sein. Auch die Familie Jesu sei auf der Flucht gewesen.
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Zum Weihnachtsfest appellieren evangelische und katholische Kirche in Bremen an die Menschen, für Heimatlose da zu sein. Auch die Familie Jesu sei auf der Flucht gewesen.

Eine besondere Atmosphäre liegt in diesen Tagen über unserer Stadt und unserem Land. An Weihnachten ruht für die meisten Menschen die Arbeit. Es ist Zeit und Ruhe für die Familie, für Freunde, für ein wenig Besinnung am Ende des Jahres. Wenige Mails landen im Computer, keine dienstlichen Anrufe stören die Ruhe, keine Aufträge sind zu erledigen, die Geschäfte haben geschlossen. Den wenigen Menschen, die in diesen Tagen arbeiten müssen, gilt unser Dank.

Es hat seinen eigenen Wert, dass eine ganze Gesellschaft einige Tage Pause von der alltäglichen Geschäftigkeit macht. Das spüren auch diejenigen, die nicht an einen Gott glauben oder einen anderen Gott verehren als den, von dem die Weihnachtsgeschichte erzählt.

Weihnachten wird immer wieder als das Fest der Liebe bezeichnet. Für uns Christen ist es das Fest der Liebe Gottes. Die Geburt Jesu Christi steht im Mittelpunkt. Gott kommt zu uns Menschen. Er kommt uns so nah, wie es nur geht. Er wird Mensch, sagt die Bibel. Er kommt uns nahe, wie ein neu geborenes Kind uns nahegeht und zu Herzen geht. In dem Kind in der Krippe in Bethlehem kommt Gottes Liebe zum Ausdruck – und sein Frieden.

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Dabei wurde Jesus keineswegs in eine friedliche Welt hinein geboren. Israel war ein besetztes Land, immer wieder brach Gewalt aus. Die Weihnachtsgeschichte erzählt von der Flucht der Familie Jesu vor dem damaligen Herrscher in Israel, der um seine Macht fürchtete.

Heute flüchten Menschen aus Syrien, dem Irak und anderen Ländern vor Gewalt und Verfolgung. Sie suchen einen Ort des Schutzes – auch bei uns. Ihnen gilt unsere Solidarität. Ihnen sollte es nicht so gehen wie Maria und Joseph, die keinen Raum in der Herberge fanden. Und wir sollten keine Angst vor den Menschen haben. Angst ist ein schlechter Ratgeber.

„Fürchtet euch nicht!“ sagen die Engel in der Weihnachtsgeschichte. Dieser Ruf gilt auch uns. Keine Angst vor fremden Menschen, keine Angst vor einem Weltuntergang. Ja, die Herausforderungen sind groß: unsere Welt zu erhalten, Konflikte zu entschärfen, Gewalt zu überwinden. Wir dürfen aber die guten Nachrichten nicht übersehen: So viele Jahre Frieden in Europa, eine friedliche Revolution und ein Mauerfall vor 25 Jahren, so vielen Menschen geht es gut in unserem Land.

Das ist ein Grund zur Dankbarkeit – und eine Verpflichtung, für die Menschen da zu sein, denen es nicht so gut geht: Für die Heimatlosen in unserer Mitte. Im wörtlichen Sinn sind es die, die kein Dach über dem Kopf haben, und im übertragenen Sinn sind es die, die einsam sind oder in sich selber nicht zuhause sind.

„Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden“. So singen die Engel in der Weihnachtsgeschichte. Eine friedlichere und bessere Welt ist möglich. Und jede und jeder kann dazu etwas beitragen.

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.

Propst Dr. Martin Schomaker

Katholische Kirche Bremen

Pastor Renke Brahms, Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche

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