Eurogate in Bremerhaven

Wirbel um Beschäftigung von Sexualstraftäter

Bremerhaven. Ärger bei Eurogate: Ein verurteilter Sexualstraftäter hat per Gericht seine Wiederbeschäftigung in dem Hafenunternehmen erreicht. Seine Kollegen wollen aber unter keinen Umständen mit ihm arbeiten.
25.06.2013, 15:19
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Bremerhaven. Ärger bei Eurogate: Ein verurteilter Sexualstraftäter hat per Gericht seine Wiederbeschäftigung in dem Hafenunternehmen erreicht. Seine Kollegen wollen aber unter keinen Umständen mit ihm arbeiten.

Der Hafenbetreiber Eurogate stößt bei der Belegschaft wegen der Beschäftigung eines verurteilten Sexualstraftäters auf Widerstand. Als der Mann am Freitag seinen Dienst am Containerterminal in Bremerhaven antreten wollte, legten rund 300 Kollegen der Spätschicht aus Protest eine Stunde lang die Arbeit nieder, wie Eurogate-Arbeitsdirektor Andreas Bergemann am Dienstag sagte.

Der 37-jährige Hafenarbeiter war Berichten von Radio Bremen und der "Bild"-Zeitung zufolge wegen Missbrauchs seiner zehnjährigen Stieftochter zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Eurogate hatte ihm daraufhin gekündigt. Dagegen hatte der Mann erfolgreich geklagt. Als Freigänger wollte er seine Arbeit wieder aufnehmen.

Nach dem gescheiterten Arbeitsbeginn am Freitag werde "zeitnah" ein neuer Versuch gestartet, sagte Bergemann. Der Termin stehe fest, werde aber nicht bekanntgegeben. "Es ist zu befürchten, dass die Situation noch angespannter ist als beim ersten Mal", begründete Bergemann. Oberstes Ziel sei es, den Betriebsfrieden zu erhalten. Es gebe jedoch nahezu kein Mittel, um einen erneuten Streik zu verhindern. Sollte es wieder dazu kommen, müsse die Geschäftsleitung über das weitere Vorgehen noch entscheiden.

Wegen des Streiks am Freitag sei ein Schaden in fünfstelliger Höhe entstanden. Mehrmals sei die Belegschaft aufgefordert worden, die Arbeit wieder aufzunehmen. Dies sei aber erst geschehen, als der Verurteilte gegangen sei. Eurogate habe zwar Rechtsmittel gegen das Urteil des Arbeitsgerichts eingelegt, sagte Bergemann. Mit einer Entscheidung in zweiter Instanz, die möglicherweise anders ausfalle, sei aber frühestens in einem halben Jahr zu rechnen. Bis dahin müsse das Unternehmen der Aufforderung des Gerichts nachkommen, den Arbeiter zu beschäftigen. Andernfalls drohe ein Zwangsgeld. (dpa)

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