2,879 Cent je Kilowattstunde Gasumlage bei SWB ab Oktober, bei EWE ab November

Bremens Energieversorger SWB hat angekündigt, dass er die Gasumlage zeitnah an die Kunden weitergeben werde. Pro Kilowattstunde Gas wird es damit ab 1. Oktober um 2,879 Cent teurer.
15.08.2022, 14:36
Lesedauer: 2 Min
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Gasumlage bei SWB ab Oktober, bei EWE ab November
Von Florian Schwiegershausen

Bremens Energieversorger SWB will die Gasumlage zum 1. Oktober 2022 an die Kunden weitergeben. Das hat das Unternehmen dem WESER-KURIER am Mittag mitgeteilt. "Die Briefe an die Kunden werden quasi in diesem Moment gedruckt", sagte SWB-Sprecherin Angela Dittmer. Darin wird den Kunden mitgeteilt, dass durch die Umlage der Preis für die Kilowattstunde Gas um etwa 2,879 Cent steigen wird - das ist der Preis inklusive der 19 Prozent Mehrwertsteuer. Die Bundesregierung ist allerdings auf der Suche nach einem Weg, wie man die Mehrwertsteuer auf die Umlage verhindern kann. Da hat die EU aber ein Wörtchen mitzureden, was denn wettbewerbskonform wäre und was nicht.

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Die Energieversorger müssen Preisveränderungen bei Strom und Gas mit einer Frist von sechs Wochen im Voraus mitteilen. Das wäre damit der kommende Freitag, um die Preiserhöhung fristgerecht bis zum 1. Oktober 2022 anzukündigen. Inwiefern alle SWB-Kunden die Umlage zahlen müssen oder nur die im Grundtarif und ohne länger laufenden Zeitvertrag, wird auch noch abgeklärt. Die Briefe, die die Kunden informieren sollen, werden also bis spätestens Freitag im Briefkasten sein.

Durch die Einführung der Umlage von knapp 2,88 Cent pro Kilowattstunde Gas steigt der Arbeitspreis im SWB-Basistarif ab Oktober in Bremen von 8,9 Cent auf 11,78 Cent brutto je Kilowattstunde. Ein Beispielhaushalt in Bremen mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden müsste infolge der Umlage gut 518 Euro mehr zahlen. Die monatlichen Kosten würden dadurch um rund 43 Euro steigen. Die genannten Preise sind Bruttopreise. SWB-Kunden mit einem Laufzeitvertrag zahlen diese Umlage nicht. Erst, wenn der Vertrag ausläuft, kommt auch für diese Kundschaft der Gas-Aufpreis hinzu.

Der Oldenburger Energieversorger EWE, zu dem die Bremer SWB gehört, will die Gas-Umlage erst zum 1. November einführen. Davon werden alle Kunden betroffen sein - egal, ob sie einen Laufzeitvertrag haben oder das Gas im Basistarif beziehen. Gut zwei Drittel der EWE-Kunden haben einen Vertrag, der über einen Zeitraum von ein oder zwei Jahren läuft. Bei den Kunden der SWB bezieht die Mehrheit der Kunden dagegen ihr Gas und auch ihren Strom über den Basistarif, der monatlich gekündigt werden kann.

Monatliche Abschlagszahlung erhöhen

Bremens Energieversorger sowie der Mutterkonzern EWE bitten die Kunden, ihre monatlichen Abschlagszahlungen entsprechend anzupassen. Eine Alternative wäre, dass sich jeder jeden Monat etwas zur Seite legt, um dann am Ende die höhere Gesamtrechnung zu zahlen. Dabei macht SWB-Sprecherin Dittmer immer die Einschränkung: "Für diejenigen, die sich das vom Geldbeutel her leisten können."

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Und bei wem abzusehen ist, dass er sich das nicht leisten kann, sollte entsprechend den Kontakt zur Behörde suchen. Hartz-IV-Empfänger haben ein Anrecht darauf, dass ihnen die Kosten für Heizung bezahlt werden. Das bedeutet aber auch, dass diese Erhöhung auch den Etat des Landes Bremens stärker belasten wird.

Heizkosten für Hartz-IV-Empfänger

Wenn es bei Hartz-IV-Empfängern und ­anderen Leistungsbeziehern zu Energienachforderungen kommt, übernimmt das Jobcenter die Kosten in der Regel. Allerdings ist das Jobcenter nicht für die Übernahme ­erhöhter Stromkosten zuständig. Das sei über den Regelsatz abgedeckt, wenn jemand Grundsicherung bezieht. Hier will die Bundesregierung ja überlegen, wie sie da nachbessern kann.

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