Glocke als Treffpunkt der Greensill-Gläubiger Betroffene Kommunen hoffen auf Infos zu ihren Millionen

In Bremens Glocke geht es heute ums große Geld: Dort treffen sich die Gläubiger der insolventen Bremer Greensill Bank - unter ihnen die Vertreter von mehr als 30 Kommunen, die Millionenbeträge investierten.
08.06.2021, 09:15
Lesedauer: 2 Min
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Betroffene Kommunen hoffen auf Infos zu ihren Millionen
Von Florian Schwiegershausen

Die Insolvenz der Bremer Greensill Bank nimmt ihren nächsten Schritt: Am Dienstagvormittag beginnt im Bremer Konzerthaus Glocke die Gläubigerversammlung. Das Amtsgericht und Insolvenzverwalter Michael Frege erwarten für dieses Treffen 80 Teilnehmer. Unter ihnen werden eine Reihe von Bürgermeistern und Kämmerern aus Kommunen quer durch Deutschland sein. Sie alle hatten zum Teil zweistellige Millionenbeträge beim Bremer Geldhaus angelegt. Im Gegensatz zu Privatanlegern war ihr Geld nicht über den Einlagensicherungsfonds vom Bundesverband deutscher Banken abgesichert. Auf der Versammlung erhoffen sie sich weitere Erkenntnisse, wie die Chancen im Insolvenzverfahren einen Teil ihres Geldes zurück zu erhalten. 35 dieser Kommunen stehen im Austausch und haben mindestens drei Anwaltskanzleien beauftragt, ihre Rechte zu vertreten. Dazu gehört die Kanzlei Eckert aus Hannover sowie die Kanzlei Nieding + Barth aus Frankfurt am Main. Insolvenzverwalter Frege von der Kanzlei CMS erwartet außerdem auch internationale Gläubiger.

Als einziges Bundesland hat auch der Freistaat Thüringen Geld bei der Bremer Greensill Bank investiert. Die Summe liegt bei 50 Millionen Euro. Das Land ist bereits mit einem Vertreter im vorläufigen Gläubigerausschuss vertreten und wird an diesem Dienstag einen Mitarbeiter des Finanzministeriums nach Bremen schicken, wie ein Sprecher dem WESER-KURIER mitteilte. Im Gegensatz zu mancher Kommune, die bereits mit dem Schlimmsten und damit mit dem Verlust ihres angelegten Geldes rechnet, ist beim Freistaat die offizielle Sprachregelung eine andere. René Lindenberg, Sprecher von Thüringens Finanzministerin Heike Taubert (SPD), teilte dem WESER-KURIER mit: "Ein Schaden ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht entstanden. Derzeit besteht ein Zahlungsverzug, da unsere Anlagen nicht zur Fälligkeit im März zurückbezahlt wurden."

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Alles weitere bleibe zunächst dem Insolvenzverfahren vorbehalten. Lindenberg geht hier den Worten von Insolvenzverwalter Michael Frege folgend von einem langjährigen Verfahren aus. Er rechnet mit einem Zeitraum zwischen fünf und zehn Jahren. Aber auch das könnte im weiteren Insolvenzverfahren womöglich eine Rolle bei der Reihenfolge spielen, wie und wann welcher Gläubiger zu berücksichtigen Ist: Wann wären die angelegten Gelder fällig gewesen? Der WESER-KURIER wird über den Ablauf der Gläubigerversammlung im Laufe dieses Dienstags weiter berichten.

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