Immobilien in Niedersachsen und Bremen

Adler will 15.000 Wohnungen im Norden an LEG verkaufen

Die Unternehmen haben eine Absichtserklärung unterzeichnet: Adler will 15.000 Wohnungen an die LEG verkaufen. Die Immobilien sollen größteils in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen sein.
11.10.2021, 17:26
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Lisa Schröder Michael Schilling

Mit dem angestrebten Verkauf eines Immobilienportfolios an die LEG Immobilien geht die jüngst in schwieriges Fahrwasser geratene Adler Group in die Offensive. Mehr als 15.000 Wohneinheiten und 180 Gewerbeeinheiten sollen demnach – vorbehaltlich der üblichen Prüfung des Bestandes  – veräußert werden, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Die Wohnungen sollen sich zu 90 Prozent in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen befinden. Um wie viele Einheiten und welche Objekte es jeweils konkret in den Bundesländern geht, dazu wollte sich eine Sprecherin von LEG mit Verweis auf das frühe Stadium der Prüfung gegenüber dem WESER-KURIER noch nicht konkreter äußern.

Immobilien sollen sich unter anderem in Wolfsburg, Göttingen und Wilhelmshaven befinden. "Die potenzielle Transaktion würde es der LEG ermöglichen, ihre Marktposition in Nord- und Nordwestdeutschland weiter auszubauen", heißt es in der Mitteilung. Im vergangenen Jahr schloss Volker Wiegel, Vorstand der LEG, im Gespräch mit dem WESER-KURIER bereits weitere Zukäufe in Bremen nicht aus.

Lesen Sie auch

Die Transaktion basiert laut Adler auf einer Immobilienbewertung in Höhe von knapp 1,5 Milliarden Euro, was über dem zum Halbjahr ausgewiesenen Buchwert liege. Adler soll mit etwas mehr als zehn Prozent am Immobilienportfolio beteiligt bleiben. Auch daher werde der Mittelzufluss nicht der Immobilienbewertung entsprechen. Mit dem Geld aus dem Verkauf könnten Anleihen und Darlehen zurückgezahlt werden, hieß es weiter.

Die Adler Group war in der vergangenen Woche unter Beschuss des Leerverkäufers und Börsenspekulanten Fraser Perring mit seiner Investmentfirma Viceroy geraten. Dabei geht es um Vorwürfe hinsichtlich der Bilanz, die Adler „auf das Schärfste“ zurückwies. Der Aktienkurs von Adler war daraufhin auf ein Rekordtief von gut neun Euro abgestürzt. Er erholte sich bis zum Wochenschluss dann aber auf zwölf Euro, nachdem der Immobilienriese Vonovia angekündigt hat, einen Einstieg beim Branchenrivalen zu prüfen.

Lesen Sie auch

Die Unternehmen dürften sich nicht ohne Grund auf eine Beteiligung von Adler von genau 10,1 Prozent an den relevanten Gesellschaften geeinigt haben. Die "Transaktion soll in Form von Share Deals abgewickelt werden", wie es hieß. Dabei werden nicht die Immobilien selbst übernommen, sondern Gesellschaften, zu der diese gehören. Seit diesem Jahr gibt es ein verschärftes Grunderwerbsteuergesetz. In der Vergangenheit mussten Unternehmen die Grunderwerbsteuer nicht zahlen, wenn sie bis zu 94,9 Prozent an einer Gesellschaft gekauft haben. Das neue Limit liegt bei 90 Prozent.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+