Noch keine Details zum Standort Bremen

Airbus baut fast 2400 Stellen ab

Der europäische Flugzeugbauer Airbus will in seiner Rüstungs- und Raumfahrtsparte Airbus Defence and Space bis Ende kommenden Jahres 2362 der insgesamt 34 000 Stellen streichen.
19.02.2020, 21:13
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Airbus baut fast 2400 Stellen ab
Von Thorsten Waterkamp
Airbus baut fast 2400 Stellen ab

Ob und wie viele Stellen am Airbus-Standort Bremen gestrichen werden, ist bislang nicht bekannt.

Mohssen Assanimoghaddam /dpa

Der europäische Flugzeugbauer Airbus will in seiner Rüstungs- und Raumfahrtsparte Airbus Defence and Space bis Ende kommenden Jahres 2362 der insgesamt 34-000 Stellen streichen. Davon sollen 829 Stellen in Deutschland wegfallen, 357 in Großbritannien, 630 in Spanien, 404 in Frankreich und 142 in anderen Ländern, wie der MDax-Konzern am Mittwochabend mitteilte.

Von dem Stellenabbau betroffen sein dürfte auch der Standort Bremen. Details dazu wollte Airbus-Sprecher Florian Taitsch am Abend nicht nennen. Er verwies gegenüber dem WESER-KURIER darauf, dass am Mittwoch zunächst mit dem europäischen Betriebsrat gesprochen worden sei. Dort sei es um „den nationalen Split“ gegangen. Die nationalen Arbeitnehmervertretungen würden als nächstes informiert, danach gehe es um die einzelnen Standorte.

Das deckt sich mit Angaben der IG Metall gegenüber dem WESER-KURIER. Die Gespräche mit den Betriebsräten der einzelnen Standorte stünden jetzt erst an – möglicherweise erführen die Arbeitnehmervertreter im Laufe dieses Donnerstags mehr. Da die Betriebsräte noch nicht Bescheid wissen, sind auch die Gewerkschaften nicht über den Stellenabbau an den einzelnen Standorten informiert.

Airbus-Rüstungssparte

Der A400M ist der Militärtransporter im Repertoire von Airbus.

Foto: Matthias Balk / dpa

Deutschlandweit sind bei Airbus DS knapp 13.000 Mitarbeiter beschäftigt, in Bremen sind es 1200. Davon arbeiten etwa 700 für den Militärtransporter A400M – in den Hallen in der Airport-Stadt werden unter anderem die Rümpfe gefertigt –, und 500 Mitarbeiter sind im Bereich Raumfahrtspace tätig. In dieser Abteilung wird beispielsweise das Antriebs- und Versorgungsmodul für das US-Raumschiff Orion gebaut.

Ziel von Airbus sei es, mit dem Stellenabbau „in dem Zwei-Jahres-Zeitraum relativ zügig voranzukommen“, sagte Taitsch. Als Problemstellen bei Airbus DS benannte der Konzernsprecher den „Telekommunikationssatelliten-Bereich“ sowie die Tatsache, dass sich im militärischen Bereich Aufträge verzögerten. Während der Bilanz-Pressekonferenz vor einer Woche hatte Konzernchef Guillaume Faury erklärt, dass sich Airbus kaum noch Chancen ausrechnet, seinen Militärtransporter A400M in nächster Zeit ins Ausland zu verkaufen. Daher verbuchte das Unternehmen eine Sonderbelastung von 1,2 Milliarden Euro. Es gehe nun auch darum, „eine Trendwende zu schaffen und wieder profitabler zu werden“, erklärte Sprecher Florian Taitsch.

Betriebsbedingte Kündigungen wollte Taitsch am Mittwochabend nicht ausschließen. Allerdings sagte er, man werde „alle Mittel ausschöpfen, die davor stehen“, also vor allem die normale Fluktuation. Es sei allerdings noch zu früh, „über einzelne Varianten zu sprechen“.

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