230 Millionen Euro werden bis 2014 investiert Am Klinikum Bremen-Mitte wird ab sofort gebaut

Bremen. Am Klinikum Bremen-Mitte haben jetzt die Arbeiten an einem Neubau der Klinik an der St.-Jürgen-Straße begonnen. Gut 230 Millionen Euro soll der künftige kompakte Komplex kosten.
01.09.2010, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Am Klinikum Bremen-Mitte wird ab sofort gebaut
Von Wigbert Gerling

Bremen. „Die Bagger waren noch nie so nahe.“ Mit diesem Satz war Diethelm Hansen, Geschäftsführer der kommunalen Klinik-Dachgesellschaft „Gesundheit Nord“, den Skeptikern entgegengetreten, die an einen Neubau des Klinikums an der St.-Jürgen-Straße nicht recht glauben mochten. Jetzt sind die Bagger nicht nur nahe, sondern da.

Gleich rechts vom markanten Hochhaus, dem chirurgischen Zentralgebäude neben dem Haupteingang, haben Erdarbeiten in größerem Umfang begonnen. In den nächsten vier Jahren soll dort für einen dreistelligen Millionenbetrag ein Neubau entstehen.

Jetzt geht es los. Die oben zitierten und seither oft erwähnten und ersehnten Bagger sind auf dem Gelände des Klinikums Mitte aktiv geworden. Schon jenseits der Hecke, von der St.-Jürgen-Straße aus, sind vier stählerne gelbe Baggerarme zu erkennen, die den Baubeginn einer der größten Investitionen verheißen, die mit Hilfe der Stadt Bremen je gestemmt wurden: Der Neubau eines Krankenhauses der städtischen Gesellschaft „Gesundheit Nord“ (GeNo).

Die GeNo ist Bauherrin. Die Stadt flankiert die Großinvestition mit einer Bürgschaft. Gut 230 Millionen Euro soll der künftige kompakte Komplex im Winkel St.-Jürgen-Straße/Bismarckstraße kosten. Hinzu kommt nach und nach voraussichtlich auch noch ein Betrag für Ausstattungen mit neuer Medizintechnik.

Hoher Standard angestrebt

„Neue Medizintechnik“ im weiteren Sinne ist nun erst einmal auf dem Baufeld zu erwarten, das derzeit zum Einstieg in das Großvorhaben freigemacht wird. Michael Bester-Voß, Projektleiter der „Gesundheit Nord“, weist auf die aktuellen raumgreifenden Erdarbeiten, die Voraussetzung dafür sind, dass in einigen Wochen zahlreiche „Module“ der ganz besonderen Art installiert werden können: Kranken-Stationen, in die unter anderem Intensiv- und Dialyse-Patienten umziehen. Damit werden dann wiederum die bisherigen Gebäude nahe Bismarckstraße frei für den Abriss.

Voraussichtlich Ende des Monats werden diese Spezial-Module für die „Übergangsklinik“ geliefert, die zwei Stockwerke haben wird. Die mobilen Stationen werden auf Tiefladern angeliefert – nachts, weil sie nur dann den übrigen Verkehr auf den Straßen nicht über Gebühr beeinträchtigen. Zu etwa 60 Prozent sind diese Module vom Werk bereits vorgefertigt, das Übrige wird auf dem Klinikgelände montiert. Etwa Ende Oktober oder Anfang November, so Michael Bester-Voß, sind dann die Vorbereitungen so weit getroffen, dass die Patienten umziehen können und das Baufeld entlang der Bismarckstraße freigemacht werden kann.

Der GeNo-Projektleiter betont, dass diese Module keineswegs den wackeligen Charme eines Provisoriums versprühen. Die Ausstattung habe vielmehr einen hohen Standard. An Patienten und Personal werde auch bei den Bauarbeiten gedacht. Es werde darauf geachtet, dass die Baumaschinen so ausgelegt seien, dass sie nicht mehr Schall verbreiteten als nötig.

Um dem sensiblen Umfeld eines Klinikbetriebs gerecht zu werden, kommen demnach jetzt bei Stemmarbeiten keine großkalibrigen lärmenden Meißel zum Einsatz, sondern sogenannte Beißer, die das Gestein mit mehr Ruhe zerknabbern.

Damit die Module aufgebaut und dann auch zum Wohle der Patienten betrieben werden können, wird auch schon an einer neuen Straße gearbeitet. Sie führt bald, grob skizziert, von der alten Hals-Nasen-Ohren-Klinik (HNO) entlang des chirurgischen Zentralgebäudes in Richtung St.-Jürgen-Straße. Damit nicht genug. Weil im Zuge des Klinikneubaus auch angestammte Parkplätze in großer Zahl wegfallen, sind im östlichen Teil des Großgeländes bereits neue in Arbeit. Sobald die Anlage fertig ist, gibt es dort Platz genug, damit über Hundert Autos abgestellt werden können.

Stichwort HNO: Dieses alte Gebäude gehört zu jenen, die auf dem Gelände keine Zukunft mehr haben. Die betagte Hals-Nasen-Ohren-Klinik wird ebenso weichen wie Gebäude, die bisher Anlaufstelle für Dialyse- und Intensiv-Patienten waren.

Auf dem Plan, den Michael Bester-Voß zeigt, sind weitere Gebäude in gelber Farbe markiert. Das heißt: Abriss. Dieses Urteil gilt demnach auch für die alte Küche, die ehemalige Frauenklinik und unter anderem auch den Bunker. Und ganz am Schluss, wenn der Neubau mit seiner neuen Ausrichtung zur Bismarckstraße steht, wird es auch in unmittelbarer Nachbarschaft zum heutigen Haupteingang ernst: zum Finale geht es nach den Planungen auch dem chirurgischen Zentralgebäude, dem höchsten Haus am Platze, an den Kragen. Auch das Wahrzeichen des Klinikums muss weichen.

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