Börsenausblick auf 2021

Analysten erwarten ein starkes Jahr für Aktien

Mit der Konjunkturerholung sollten auch die Börsen nochmals anziehen. Die Geldpolitik der EZB heizt die Entwicklung weiter an. Ein Ausblick auf das Jahr 2021 – so geht es weiter im Auf und Ab der Märkte.
06.01.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Finn Mayer-Kuckuk

Die Pandemie hat die Wirtschaft gründlich durchgeschüttelt – doch die Börsen scheinen die Schwerkraft zu ignorieren: Während das Wachstum ins Minus fiel, erreichten die Aktienkurse zuletzt immer neue Hochstände. Der deutsche Aktienindex Dax hat sich von seinem Corona-Tief bei 8500 Punkten im Frühjahr nicht nur erholt, sondern strebt tendenziell auf 14.000 Zähler zu. Auch die Börsen in den USA, Großbritannien und China zeigten zu Anbruch des zweiten Corona-Jahres einen starken Lauf. Handelt es sich um eine Luftnummer oder sollten Privatanleger noch aufspringen?

Börsen-Experten sehen bisher keine Überhitzung und halten es für möglich, dass die Kurse weiter steigen. Das Auftreten neuer Bewertungsrekorde sei das Zeichen für ein optimistisches Marktumfeld – auf mehrere Jahre gesehen steigen die Kurse im Schnitt eben: „Da ist es ganz normal, dass es Allzeithochs gibt“, sagt Martin Roth, Anlagestratege bei der Commerzbank in Frankfurt. Phasen in und um Wirtschaftskrisen seien da keine Ausnahme.

Zinspolitik der EZB heizt die Entwicklung an

Der wichtigste Treiber für die Kurse sei die Geldpolitik der Zentralbanken, die den Märkten viel Kapital zuführen, so Roth. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in der Pandemie-Krise begonnen, Wertpapiere aller Art aufzukaufen, um die Märkte zu stabilisieren. Sie will damit vor allem Staaten wie Italien helfen, die schwer von Corona getroffen sind. Der Corona-Schock hat das Land in einer Situation getroffen, in der die Kapitalmärkte ihm ohnehin misstrauisch gegenüberstanden. Daher werden die Zinsen in der Eurozone auf absehbare Zeit niedrig bleiben. Das verschafft Anlagegütern wie Aktien und Immobilien weiter Auftrieb.

Die Kurse seien im Verhältnis zu den Firmengewinnen noch nicht übertrieben hoch, sagt Analyst Roth. Er hält daher einen Anstieg des Dax auf 15.000 Zähler im Jahresverlauf für denkbar. Technik-Aktien seien weiter aussichtsreich, obwohl sie weltweit bereits überproportional gestiegen sind. Die Digitalisierung schreitet schließlich schneller voran denn je.

Gewinner: Technologie und Biotech

Auch die Analysten der DZ Bank erwarten ein gutes Jahr 2021 für Aktien und insbesondere für „die Börsenlieblinge aus den Bereichen Technologie und Biotech“. Sobald sich die Konjunktur nach Ende des aktuellen Lockdown erhole, wirken die staatlichen Hilfsprogramme wie Nachbrenner. „In unserer Prognose dürften die Unternehmensgewinne deutlich steigen“, schreibt Analyst Christian Kahler. Nach Rezessionen steigen die Profite überproportional. Schließlich haben die Firmen in den schlechten Monaten die Kosten gesenkt, bekommen hinterher aber umso mehr Aufträge herein. Die DZ Bank traut dem Dax einen weiteren Anstieg auf 14.000 Zähler zu.

Die Analysten der Deutschen Bank bevorzugen ebenfalls „preiswerte, zyklische Aktien“ und meinen damit solche, die 2020 besonders gelitten haben. Tourismus, Industrie, Autohersteller, Metall- und Bergbau liegen zwar am Boden, werden sich der Einschätzung nach aber umso stärker erholen. „Die Verlierer der Krise werden aufholen“, glaubt Stephan Schneider von Deutsche Bank Research. Die Branchen mit hohen Gewinnen – wie Technologie – seien gegenüber der klassischen Industrie zu teuer geworden.

Analysten vieler Häuser erwarten zudem starke Zuwächse bei Gesundheitsaktien. Der Impfstoffhersteller Biontech ist jedoch Roth zufolge weiterhin ein Risiko-Investment: Der Wert der Papiere des immer noch kleinen Biopharma-Unternehmens hat aufgrund der großen Aufmerksamkeit eine Achterbahnfahrt hinter sich und wird auch weiter erheblich schwanken.

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