Adoption der Kaffeeerben abgeblasen

Andreas Jacobs wird kein Darboven

Nun steht es fest: Der Bremer Kaffee-Erbe Andreas Jacobs wird nicht vom Hamburger Kaffee-Unternehmer Albert Darboven adoptiert. Wie der 82-Jährige nun die Zukunft seines Unternehmens regelt, ist offen.
17.01.2019, 13:21
Lesedauer: 2 Min
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Von Eckart Gienke und Florian Schwiegershausen

Aus der familiären Beziehung zwischen zwei Kaffeeexperten und Pferdesport-Freunden wird nun doch nichts. Denn die beabsichtigte Adoption des Kaffee-Erben Andreas Jacobs (55) durch den Hamburger Unternehmer Albert Darboven (82) ist endgültig gescheitert. Gegen die ablehnende Entscheidung des Amtsgerichts Blankenese vom 7. Dezember habe Darboven innerhalb der vorgesehenen Frist von einem Monat keine Beschwerde eingelegt. Das teilte ein Gerichtssprecher an diesem Donnerstag in Hamburg mit. Damit sei die Entscheidung dann rechtskräftig.

Albert Darboven hatte versucht, Jacobs gegen den Widerstand seines leiblichen Sohnes Arthur Ernesto sowie zweier Cousins und einer Tante zu adoptieren. Das Amtsgericht hatte das abgelehnt, ohne die Gründe öffentlich näher zu erläutern, da es um höchst persönliche Angelegenheiten gehe. Generell muss bei Adoptionen stets auf die Interessen der Kinder des Annehmenden und Anzunehmenden Rücksicht genommen werden.

Darboven wurde früher selbst adoptiert

Albert Darboven hatte betont, die geplante Adoption sei eine rein familiäre Angelegenheit. Ihn und seine Frau Edda verbinde eine langjährige tiefe Freundschaft mit Jacobs. „Meine Frau und ich wünschen uns, Herrn Dr. Jacobs auch ganz offiziell in unsere Familie aufzunehmen“, sagte er. Allerdings schätze er Jacobs auch als „herausragenden Unternehmer“. Darboven war selbst als junger Mann von einem kinderlosen Onkel adoptiert worden.

Offen ist nun, wie Albert Darboven nach der gescheiterten Adoption die Zukunft seines Unternehmens regeln will, einer der großen Kaffeeröstereien in Deutschland. Arthur Darboven hatte das Unternehmen 2009 verlassen, er handelt inzwischen selbst mit Rohkaffee. Der Gesprächsfaden zu seinem Vater ist gerissen. Die Statuten des Familienunternehmens, das noch zu 57,5 Prozent Albert Darboven gehört, sehen vor, dass nur ein Mitglied der Familie die Firmenleitung übernehmen darf. 42,5 Prozent der Anteile halten eigenen Angaben zufolge Arthur Darboven, seine Cousins Arndt und Behrendt sowie deren Mutter Helga Darboven. Zur Firma Darboven gehören die Marken Idee Kaffee, Mövenpick, Eilles und Alberto.

Es geht um Darbovens Lebenswerk

Vergangenen Juli war bekannt geworden, dass Albert Darboven Andreas Jacobs, der der einstigen Bremer Kaffee-Dynastie Jacobs entstammt, adoptieren wollte. Damals schrieb Darboven in einem Brief bezüglich der persönlichen Verantwortung für sein Lebenswerk und alle Mitarbeiter, Partner und Kunden der Unternehmensgruppe: „Die Wahrung und langfristige Absicherung meines Lebenswerkes sind meine oberste Pflicht als Unternehmer.“ Das Unternehmen sei profitabel und machte zuletzt einem Gewinn nach Steuern von 15,8 Millionen Euro.

Jacobs-Dynastie investiert in Bremen

Andreas Jacobs war 2017 beim Schaffermahl einer der drei Schaffer. Sein Bruder Christian Jacobs kümmert sich momentan um die Investitionen der Familie in die Bremer Innenstadt. So wird gerade auf dem Gelände des alten Jacobs-Stammhauses in der Obernstraße gebaut. Über die Langenstraße durch das Kontorhaus soll hier eine neue Verbindung zur Weser entstehen. Das alles hat ein Investitionsvolumen von 100 Millionen Euro. Über die Hanseatische Projektentwicklung GmbH (HPE), die der Familie gehört, lässt Jacobs auf dem alten Kaffeegrundstück in der Langemarckstraße in den Bestand investieren. So hat das Unternehmen dort das Bürohochhaus mit einer Nutzfläche von rund 15 000 Quadratmetern übernommen, das in den 1960er Jahren als Röstturm diente. Seit Herbst leuchtet dort auch wieder das Jacobs-Logo auf dem Turm.

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