Betriebsversammlungen laufen Arbeitnehmervertreter in Sorge um Bremer Airbus-Standort

Am Bremer Airbus-Standort gibt es ein spartenübergreifendes Bündnis von Betriebsräten und Gewerkschaft. Dieses macht nun mobil und will auf die Situation aufmerksam machen. Worüber sich das Bündnis sorgt.
05.03.2020, 13:48
Lesedauer: 2 Min
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Arbeitnehmervertreter in Sorge um Bremer Airbus-Standort
Von Maren Beneke

Es ist die erste größere, unternehmensübergreifende Aktion seit längerem am Bremer Airbus-Standort: Für Donnerstagmorgen hatte die Arbeitnehmervertretung des Flugzeugbauers Airbus Operations zu einer Betriebsversammlung eingeladen, weitere Veranstaltungen werden in den kommenden Tagen in den vier anderen Airbus-Sparten am Standort folgen. Auf den Versammlungen stellt das IG-Metall-Bündnis aus Betriebsräten und Gewerkschaft eine Erklärung zur Situation am Bremer Luft- und Raumstandort von Airbus vor. Die Erklärung unter der Überschrift „Von ,We are one' zu ,We are alone'“ macht deutlich: Die Arbeitnehmervertreter sind in Sorge.

„Wir stellen fest, dass die von den Konzernzentralen der jeweiligen Betriebe verfolgten Strategien nicht abgestimmt sind und sich negativ auf den Airbus-Standort niederschlagen“, heißt es in der Erklärung, die dem WESER-KURIER vorliegt und die nun mit einer Unterschriftenaktion begleitet werden soll. Bremen sei durch die massive Zergliederung in die verschiedenen Unternehmen geschwächt worden. Und angesichts der aktuellen Entwicklung, so heißt es weiter, müsse man zu der Vermutung kommen, dass der Standort Gefahr laufe, „auf einem Abstellgleis zu landen“.

Konzernübergreifend stellt die Hansestadt eine Besonderheit unter den Standorten dar: Mit Airbus Operations, Ariane Group, Premium Aerotec, A400M und Airbus Defence and Space sind in Bremen fünf Unternehmen aus zwei Konzerndivisionen (Division Defence and Space und Commercial Aircraft) vertreten. Der Konzern ist in Bremen also ebenso in der zivilen Luftfahrt wie in den Bereichen Rüstung und Raumfahrt tätig. Damit kann jede Veränderung innerhalb des Konzerns mit Hauptzentrale in Toulouse auch die Hansestadt treffen. Denn mit Ausnahme der Helikopter-Sparte sind alle Geschäftsbereiche des Konzerns in Bremen vertreten.

In der Erklärung, die ab sofort auf den Versammlungen verteilt wird, wollen Gewerkschaft und Betriebsräte die rund 5500 Beschäftigten in Bremen auf die Situation am Bremer Luft- und Raumfahrtstandort aufmerksam machen. In mehreren Unternehmen laufen derzeit etwa Stellenabbauprogramme. Dem Bündnis geht es aber auch darum, die Gemeinsamkeiten der fünf Sparten betonen: ein Standort, ein Bündnis, eine Belegschaft – so heißt es in der Erklärung. Es ist die erste größere, konzernübergreifende Aktion seit 2018, als 500 Mitarbeiter mit einer Mittagspausenaktion dafür gekämpft haben, das sie mehr Arbeitspakete bekommen.

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