Rakete erreicht DLR

Bremer Ariane-6-Oberstufe an Teststand angekommen

Mehr als eine Woche hat die Reise gedauert – nun ist die Oberstufe der Ariane 6 an ihrem Ziel angekommen. Dort wird sie getestet. Bis zum ersten Flug einer Ariane 6 wird es aber noch dauern.
15.02.2021, 11:29
Lesedauer: 2 Min
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Bremer Ariane-6-Oberstufe an Teststand angekommen
Von Stefan Lakeband
Bremer Ariane-6-Oberstufe an Teststand angekommen

Wertvolle Fracht: Der Trans­port­con­tai­ner mit der Ober­stu­fe der Aria­ne 6 beim Ent­la­den in Bad Wimp­fen.

DLR

Nach mehr als einer Woche ist an diesem Sonntag die Oberstufe der Ariane 6 am Ziel angekommen. Am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Lampoldshausen wird sie nun Tests unterzogen. Das teilte das DLR nun mit. Sind diese bestanden, ist auch eine wichtige Hürde für den Erstflug der europäischen Trägerrakete genommen.

Mitten in der Nacht hatte die Oberstufe Anfang Februar den Bremer Standort der Ariane-Group verlassen. Mit einem Schwertransport und auf gesperrten Straßen ging es von der Airport-City in den Neustädter Hafen. Dort wurde der 57 Tonnen schwere Spezialcontainer auf ein Schiff verladen, das über die Nordsee, den Rhein und den Neckar bis in die Nähe von Heilbronn in Baden-Württemberg fuhr. Von dort aus ging es die letzten Kilometer wieder per Schwertransport nach Lampoldshausen.

Ariane 6: Bremer Oberstufe an eigenem Teststand

Überprüft wird die Oberstufe an einem extra gebauten Teststand. Hier wird sie unter nahezu realen Bedingungen getestet. „Mit seinen Testanlagen kann das DLR nicht nur Motoren und Einzelkomponenten von Trägerraketen qualifizieren, sondern auch komplette kryogene Oberstufen“, sagt Hansjörg Dittus, Mitglied des DLR-Vorstands für Raumfahrtforschung und Technologie.

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Während der mehrmonatigen Test wird das Be- und Enttanken überprüft. Außerdem sind vier heiße Testläufe geplant. Beim Be- und Enttankungstest steht das sichere Befüllen und Entleeren der Tanks im Vordergrund. Eine Herausforderung, denn es handelt sich um eine kryogene Oberstufe. Das heißt, die eingesetzten Treibstoffe Wasserstoff und Sauerstoff sind extrem tief heruntergekühlt: auf minus 183 beziehungsweise minus 253 Grad Celsius. Diese Temperaturen sind eine anspruchsvolle Aufgabe für das eingesetzte Material und müssen trotzdem zuverlässig gehandhabt werden.

Ariane 6: Erstflug auf 2022 verschoben

Bei den Heißlauf-Tests wird das Triebwerk bis zu drei Mal gezündet. Diese Tests sollen unterschiedliche Flugszenarien simulieren: Schub und Dauer der Zündung variieren dabei. Die Ariane 6 soll auf diese Weise ihre Fracht in unterschiedlichen Umlaufbahnen aussetzen können.

Selbst wenn die Tests ohne Zwischenfälle ablaufen, dauert es noch, bis zum ersten Mal eine Ariane-6-Rakete Richtung Weltall abheben wird. Der für Ende 2020 geplante Erstflug wurde wegen Verzögerungen und der Corona-Pandemie auf die zweite Jahreshälfte 2022 verschoben.

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