Ariane 6

Erster Flug nicht vor Juli 2021

Der Premierenflug der Ariane 6 wird frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2021 stattfinden. Das könnte nicht die einzige Corona-Folge für das Raumfahrtunternehmen bleiben.
08.07.2020, 09:59
Lesedauer: 1 Min
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Erster Flug nicht vor Juli 2021
Von Stefan Lakeband
Erster Flug nicht vor Juli 2021

Der Erstflug der Ariane 6 wurde immer wieder nach hinten verschoben.

Fabian Bimmer

Der Erstflug der europäischen Trägerrakete Ariane 6 soll in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres stattfinden. Das sagte Karl-Heinz Servos, Produktionschef der Ariane Group, dem WESER-KURIER. Vor der Corona-Krise hieß es noch, die Rakete solle zum ersten Mal gegen Ende dieses Jahres abheben.

Als die Auswirkungen der globalen Pandemie deutlicher wurden, wurde das Startdatum jedoch immer weiter nach hinten verschoben: erst auf Anfang 2021, nun auf die zweite Jahreshälfte. Ein Grund für die Verzögerung findet sich in Südamerika. In Kourou in Französisch-Guayana befindet sich der europäische Weltraumbahnhof, von dem auch die Ariane 6 abheben soll. Dort wird aktuell noch der Startplatz hergerichtet. Diese Arbeiten waren wegen der Corona-Krise aber mehrere Wochen unterbrochen.

Auch jetzt wird nur unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen und mit weniger Personal gearbeitet. Zudem ist in den vergangenen Tagen die Zahl der Corona-Fälle in dem französischen Überseedepartement wieder deutlich angestiegen. Der Bau ist erneut bedroht.

In Deutschland, wo Ariane Group mehrere Hundert Mitarbeiter beschäftigt, sind die Auswirkungen der Pandemie bislang nicht so stark. „Es wird aber noch einiges auf uns zukommen“, macht Servos deutlich. Aktuell denke man darüber nach, für den Standort Ottobrunn Kurzarbeit einzuführen. Für Bremen und seine rund 600 Mitarbeiter sei das noch kein Thema. Genauso wenig denke man über betriebsbedingte Kündigungen nach. „Aber wir fahren auf Sicht und wiegen uns nicht in Sicherheit“, sagt Servos.

Probleme könnten etwa die verzögerte Auslieferung von Satelliten bedeuten. Kommen diese später, müssen auch die lange im Voraus geplanten Raketenstarts verschoben werden. Zudem sei zu befürchten, dass durch die Corona-Krise Zulieferer des Raketenbauers in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

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