Jobmesse im Musical Theater

Auf der Suche nach dem Traumjob

Wie geht es nach der Schule weiter? Die zweite Ausbildungs- und Studienmesse im Musical Theater soll Schülern eine Orientierung geben. Noch sind nicht alle Ausbildungsplätze für 2017 vergeben.
15.06.2017, 19:11
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Auf der Suche nach dem Traumjob
Von Marlo Mintel
Auf der Suche nach dem Traumjob

Die Ausbildungsmesse fand zum zweiten Mal im Musical Theater Bremen statt.

Frank Thomas Koch

„Casting für den Traumjob“: So lautete das Motto der Ausbildungs- und Studienmesse am Donnerstag im Musical-Theater Bremen. Laut Sven Wolter-Rousseaux, Herausgeber der Zeitung „Jobwoche“ und Organisator der Messe, sind viele Interessierte dem Aufruf gefolgt. „Als um 9.30 Uhr die Türen geöffnet wurden, standen bereits 200 Leute davor. Das war Wahnsinn.“ Im vergangenen Jahr kamen etwa 1500 Besucher. Für dieses Jahr rechnet der Veranstalter mit bis zu 3000 Besuchern.

Unter ihnen: der 18-jährige Felix Stolle. Er hat in diesem Jahr am Gymnasium Vegesack sein Abitur gemacht. Was danach kommt, da ist er sich noch unschlüssig. „Ich kann mir vieles vorstellen. Das ist ja das Problem.“ Für den Sommer peilt der Schüler einen Ferienjob an, danach möchte er mindestens für ein halbes Jahr ins Ausland. „Vielleicht ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in Afrika“, sagt Stolle. Anschließend tendiert er eher zu einem Studium als zu einer Ausbildung. Sich für einen Beruf zu entscheiden, falle ihm schwer. „Die Tätigkeit soll ja lange Spaß machen. Bislang war hier noch kein erfüllendes Angebot dabei gewesen, das ich mein Leben lang machen möchte.“

Von Plan A bis Plan C

Wie es nach der Schule weitergeht, diese Frage stellt sich auch der 21 Jahre alte Fachabiturient Michael Enns. „Ich bin hier auf der Suche nach Plan C“, sagt er. „Plan A“ sei ein Studium der Musik- und Instrumentalpädagogik. Voraussetzung dafür: eine Aufnahmeprüfung. „Die ist besonders schwierig. Und die Konkurrenz ist sehr stark“, sagt Enns. „Plan B“: ein Musiklehramt. „Bei der Aufnahmeprüfung ist es wahrscheinlicher, dass man besteht.“

Falls „Plan A“ und Plan „B“ nicht funktionieren, greift er auf „Plan C“ zurück. „Es muss etwas sein, das mich interessiert oder wo ich ein Interesse entwickeln kann. Vielleicht etwas, bei dem ich anderen Menschen etwas Gutes tue.“ Studieren möchte Enns ab Oktober 2018. In diesem Jahr möchte er zuerst den praktischen Teil seines Fachabiturs bestehen – ein einjähriges Praktikum.

Unter den etwa 50 Ausstellern ist auch das Logistikunternehmen Dachser vertreten. Die Firma sucht noch für dieses Jahr Auszubildende. „Auf jeden Fall noch Berufskraftfahrer, fünf meinetwegen“, sagt Personalreferentin Barbara Fischer. „Auch im Bereich Fachkräfte für Lagerlogistik hätte ich auch noch gerne drei.“ Die kaufmännischen Stellen sind bereits besetzt. Das Problem sei der gewerbliche Bereich: „Es wird immer schwerer, geeignete Leute zu finden.“

Konkrete Vorstellungen erwünscht

Ein Grund: Es gehen weniger Bewerbungen als früher ein. Aber nicht nur das. „Die Bewerber sind zum Teil nicht mehr ausbildungsfähig, was die schulischen Voraussetzungen angeht.“ Dass viele Schüler noch keine genaue Vorstellung über ihre berufliche Zukunft haben, könne sie nachvollziehen. Dennoch: „Manche kommen mir schon desorientiert vor. Die haben dann den Tipp bekommen, dass der Freund den Beruf macht. Dann will man das auch machen. Konkrete Vorstellungen von dem Beruf haben nur wenige.“

Während Dachser noch für dieses Jahr Nachwuchs sucht, sind bei der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) alle Ausbildungsstellen vergeben. „Die Messe ist eine gute Gelegenheit, Leute für 2018 zu finden“, sagt BSAG-Ausbilder Thorsten Cikryt. Das Vorhaben scheint aufzugehen. „Einige haben ihre Bewerbungen bereits abgeben.“ Rund 100 Auszubildende habe die BSAG, rund 34 pro Lehrjahr, sagt Cikryt. Auf der Messe treffe der 42-Jährige keine Vorauswahl über Bewerber. Aber: „Wenn ein junger Mensch herkommt, schauen wir schon, wie er sich vorbereitet hat. Hat er Hintergrundwissen oder fragt er nur nach einem Beruf, von dem er keine Ahnung hat.“

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+