Weiterhin gebührenfrei Auf der Suche nach einem günstigen Konto in Bremen

Immer mehr Banken haben sich vom Modell des kostenlosen Girokontos verabschiedet. Aber nicht alle - welche Präsenzbanken und Direktbanken weiterhin daran festhalten.
08.03.2020, 21:09
Lesedauer: 4 Min
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Auf der Suche nach einem günstigen Konto in Bremen
Von Florian Schwiegershausen

Durch die Negativzinsen wird es für manche Bank immer schwieriger, auch die eigenen Kosten abzudecken. So haben sich bereits mehrere Geldhäuser davon verabschiedet, dass Kunden Geld am Automaten kostenlos ziehen können. Ebenso schaffen nicht nur die Präsenzbanken ihre kostenlosen Kontenmodelle ab. Inzwischen ziehen auch einige Onlinebanken nach. So wird die ING-Diba als eine der großen Onlinebanken ab Mai monatliche Kontoführungsgebühren in Höhe von 4,90 Euro verlangen, sofern das Konto nicht einen monatlichen Geldeingang von mindestens 700 Euro aufweist.

Doch es gibt noch Banken, die an einem kostenlosen Girokontenmodell festhalten. Das Finanzportal Biallo.de hat bei einem aktuellen Vergleich 46 Banken und Fintechs ausgemacht, die noch ein Konto anbieten, bei dem der Kunde nichts zahlen muss. Allerdings unterscheiden sich die Konditionen, und so steckt der Teufel wie so oft im Detail.

Auf den Dispo-Zins achten

Unter den Präsenzbanken in Bremen und umzu bietet die Commerzbank noch ein kostenloses Girokonto für Privatkunden an, wenn es beleglos geführt wird. Ein monatlicher Mindestgeldeingang wird nicht verlangt. Geld gibt es kostenlos an den eigenen Automaten und denen der Cashgroup. Außerdem gibt es kostenlos noch als Kreditkarte eine Mastercard Classic hinzu, wenn es die Bonität erlaubt. Ähnliche Konditionen gibt es auch bei der Online-Tochter Comdirect, die aber nun mit der Commerzbank fusionieren soll.

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Bei einer weiteren Präsenzbank gibt es noch bedingt ein kostenloses Girokonto: Die PSD Bank Nord bietet das Online-Konto gratis an, sofern der monatliche Mindestgeldeingang 1000 Euro beträgt. Wenn das nicht der Fall ist, muss der Kunde monatlich 4,90 Euro zahlen. Geld können die Kunden kostenlos an allen Automaten der PSD-Banken und der Volks- und Raiffeisenbanken ziehen. Die PSD-Banken Karlsruhe-Neustadt und Koblenz bieten dagegen ihr Online-Konto noch ohne Mindestgeldeingang an. Außerdem gibt es bundesweit noch drei Sparda-Banken, bei denen das Online-Girokonto kostenlos ist. Es sind die Sparda-Bank Hessen, die Sparda-Bank Südwest und die Sparda-Bank München. Geld gibt es hier gebührenfrei bundesweit aber nur an den Cashpool-Automaten, zu denen die der Sparda-Banken gehören sowie die Automaten der Targobank und der Santander-Bank.

Das Online-Konto der Targobank bleibt kostenlos, wenn jeden Monat 600 Euro auf das Konto eingehen oder eine Geldeinlage von 10.000 Euro besteht. Dann geht es auch schon zu den Direktbanken, die über kein eigenes Filialnetz verfügen. Als eine der bekanntesten unter ihnen bietet die DKB (Deutsche Kreditbank) das Girokonto weiterhin kostenlos an. Sie ist eine Tochter der Bayerischen Landesbank und hat in den vergangenen Jahren den Präsenzbanken so manchen Kunden abgeworben. Zum Girokonto der DKB gibt es eine kostenlose Visa-Kreditkarte. Hier haben sich aber die Konditionen inzwischen geändert. Innerhalb der Eurozone gibt es mit dieser Kreditkarte an Automaten gebührenfrei Geld, allerdings nur, wenn der Betrag, den man abhebt, bei 50 Euro und höher liegt. Für Kunden, die einen monatlichen Mindestgeldeingang in Höhe von 700 Euro haben, ist das Geldziehen außerhalb der Eurozone weiterhin weltweit kostenlos. Ansonsten fällt eine Gebühr in Höhe von 1,75 Prozent des abgehobenen Betrags an.

Das Online-Konto ist kostenlos

Die Consors Bank, eine Tochter der französischen BNP Paribas, geht es ähnlich an. Das Online-Konto ist kostenlos, dazu gibt es eine kostenlose Girocard und eine kostenlose Visa-Kreditkarte. Mit Letzterer erhalten die Kunden in Deutschland und im Euroraum an allen Automaten mit Visa-Zeichen gebührenfrei Geld. Momentan listet das Finanzportal Biallo.de noch zehn Volks- und Raiffeisenbanken auf, bei denen das Online-Girokonto gebührenfrei ist. Als Direktbank innerhalb des Verbundes dieser Genossenschaftsbanken sei die Deutsche Skatbank erwähnt. Sie ist eine Direktbank im Verbund mit der Volksbank Altenburger Land. Das Girokonto mit Girocard ist kostenlos. Geld gibt es an allen Automaten im Volksbankenverbund kostenlos. Allerdings kostet es Geld, sobald man im Ausland Geld ziehen möchte.

Bisher unter dem Schirm bei den Online-Girokonten ist Edeka gelaufen. Die Supermarktkette verfügt über die Edeka-Bank, die laut Biallo.de ihr Angebot in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut hat. Da sie dem Netz der Volks- und Raiffeisenbanken angeschlossen ist, erhalten die Kunden dort an den Automaten ihr Geld kostenlos.

Ansonsten ist sogar noch Bewegung drin im Kampf um Neukunden bei kostenlosen Online-Girokonten. So geht die spanische Openbank nun in den Deutschland an den Start. Sie ist eine Tochter der spanischen Santander-Bank und erweitert ihr Geschäft mit einer deutschen Internetseite. Der Kunde in Deutschland erhält eine spanische IBAN. Laut Biallo braucht eine Überweisung vom spanischen Konto nach Deutschland und zurück einen Tag. Das Konto und Überweisungen sind gebührenfrei sowie fünf Bargeldabhebungen in der Eurozone – egal an welchem Geldautomaten. Das Geldabheben an den weltweit 40.000 Automaten der Santander-Gruppe ist immer gebührenfrei.

Auf die Höhe des Dispozinses achten

Wer schon jetzt weiß, dass das Konto durchaus auch mal in den Dispobereich rutschen kann, sollte bei den Gratiskonten natürlich auch auf die Höhe des Dispozinses achten. Der liegt beispielsweise für DKB-Kunden mit 700 Euro monatlichem Geldeingang bei 6,74 Prozent, bei denen ohne bei 7,34 Prozent. Beim Online-Konto der Santander-Bank beträgt er 8,05 Prozent. Bei der Santander-Tochter Openbank ist eine Überziehung des Kontos erst gar nicht möglich.

Egal, ob Präsenzbank oder Direktbank – wer von seiner Bank mehr möchte als nur ein kostenloses Girokonto, muss auch hier natürlich genauer hinschauen, etwa wenn es um Aktiendepots oder Immobilienfinanzierungen geht. Wer regelmäßig im Supermarkt für mehr als zehn Euro einkauft, kann häufig kostenlos bis zu 200 Euro Bargeld abheben. Daher ist die Frage nach der Zahl der Geldautomaten nicht mehr so relevant wie noch vor zehn Jahren. Außerdem ist dieser Vergleich eine Momentaufnahme. Es ist davon auszugehen, dass so manche Bank bis Jahresende weiter an den Konditionen für das Girokonto drehen wird. Dennoch macht es das Zahlungskontengesetz seit 2016 wesentlich einfacher, von einer Bank zur anderen zu wechseln. Denn beide Institute sind dazu verpflichtet, beim Wechsel zu helfen, damit zum Beispiel Daueraufträge beim neuen Geldhaus genauso weiterlaufen wie beim alten.

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