Riesiger Baumarkt folgt der Postfiliale an der Steubenstraße

Bauhaus-Kette kommt nach Hastedt

Bremen. Die Post geht - was kommt? Der Nachfolger für die Postfiliale Steubenstraße ist ein ziemlich dicker Brocken in der gesamten Stadtentwicklung. Auf knapp 20.000 Quadratmetern siedelt sich die Baumarktkette Bauhaus an, die dafür ihren bisherigen Standort Pfalzburger Straße aufgibt.
12.02.2010, 05:30
Lesedauer: 2 Min
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Von Volker Junck

Bremen. Die Post geht - was kommt? Die Frage beschäftigt nicht nur Stadtteilpolitiker in Hemelingen, weil der Nachfolger für die Postfiliale Steubenstraße ein ziemlich dicker Brocken in der gesamten Stadtentwicklung ist. Auf knapp 20 000 Quadratmetern siedelt sich die Baumarktkette Bauhaus an, die dafür ihren bisherigen Standort Pfalzburger Straße aufgibt.

Die Immobilie an der Steubenstraße mit dem etwa 40000 Quadratmeter großen Grundstück gehört seit einigen Jahren einer Immobiliengesellschaft unter dem Dach der Unternehmensgruppe Zechbau. Zum Monatsende läuft der Mietvertrag mit der Post aus, die am 24. Februar ein neues Servicecenter im nahen Hansa-Carré an der Pfalzburger Straße eröffnet.

In Nachbarschaft befindet sich ein Baumarkt der Mannheimer Unternehmensgruppe Bauhaus AG, dessen Tage nun gezählt sind. Mit dem Umzug an die Steubenstraße vergrößert sich das Unternehmen nicht nur erheblich, sondern setzt auch in Bremen sein europaweites Konzept komplexer Angebote um.

Dazu zählen eine Drive-in-Arena, in die der Kunde mit seinem Auto oder Lieferwagen hineinfährt und Baustoffe oder schwere Artikel mit dem Gabelstapler eingeladen bekommt. Selbst zum Bezahlen braucht er nicht auszusteigen und kann das alles vom Fahrzeug aus erledigen.

Weiter wird es eine Bäderwelt geben, in der die Einrichtung kompletter Badezimmer von der Planung über die Materialauswahl bis zur Installation durch Handwerker möglich ist. Eine Fliesen-Arena, ein fast 5000 Quadratmeter großer Stadtgarten und eine Fachabteilung für Nautik mit Bootszubehör und Logistik gehören wie schon in 28 anderen Bauhaus-Märkten zum Konzept.

Marcus Wegener, bei Bauhaus für den Geschäftsbereich Nord verantwortlich: 'Das alles ließ sich in unserem kleinen Markt an der Pfalzburger Straße auf knapp 6000 Quadratmetern nicht umsetzen. Deshalb waren wir schon längere Zeit auf der Suche nach einem anderen Standort im Bremer Osten.' Fündig geworden ist man also im Gewerbegebiet Steubenstraße/Stresemannstraße, wo bisher die Post angesiedelt war. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Baumarkt Max Bahr macht sich nun also ein großflächiger Konkurrent breit, worin man bei der Handelskammer aber kein Problem sieht. Karsten Nowak, Leiter der Abteilung Recht und Fairplay: 'Es gibt gewisse Bündelungswirkungen, von denen alle profitieren können'.

Gestützt auf ein Gutachten des Dortmunder Unternehmens Junker&Kruse für Stadtforschung und Standortplanung sieht Nowak - wie auch bei Möbeln - noch erhebliche Potenziale beim Bremer Einzelhandel im Bereich Baumärkte. Der Trend gehe allerdings zu großflächigen Märkten im Bereich von über 15000 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Die genaue Größe für Bremen steht noch nicht fest, wird sich aber im Bereich von knapp 20000 Quadratmetern bewegen. Ziemlich deutlich zeichnet sich auch schon die Gestaltung des neuen Bauhauses ab. Ungewöhnlich für ein derartiges Gewerbeobjekt hat dazu ein Architektenwettbewerb unter Beteiligung der Stadt stattgefunden. Der preisgekrönte Entwurf eines Hamburger Büros zeigt einen langgestreckten Bau in ansehnlicher Struktur, dem auch der Hemelinger Ortsamtsleiter Ulrich Höft einiges abgewinnen kann.

Für Anfang März hat er den Ortsbeirat und die Bevölkerung zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung zu dem Projekt eingeladen. Mit Einwendungen oder größeren Protesten ist nicht zu rechnen, da keine Wohnsiedlungen betroffen sind und die Zufahrt wie bisher über die Steubenstraße erfolgt. Für erhöhten Verkehr dürfte es nur beim Lieferverkehr über die Stolzenauer Straße/Bennigsenstraße kommen. Doch das war schon zu Postzeiten mit den Paketfahrzeugen so.

Einen Termin für die Schließung des Bauhaus-Centers an der Pfalzburger Straße gibt es noch nicht. Genauso ungewiss ist auch die Zukunft der Immobilie im Besitz einer Erbengemeinschaft.

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