Bewerberwahl dem Markt anpassen Betriebe sollten flexibler werden

Bremen (rk). Die Zeiten ändern sich - auch auf dem Bremer Arbeitsmarkt. Die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Agentur für Arbeit ist jedenfalls davon überzeugt, dass sich die Arbeitgeber umstellen sollten, wenn sie Personal suchen: "Die Fachkräfte-Engpässe nehmen zu", analysiert Klaus Stietenroth, der Vorsitzende der Geschäftsführung, "die Auswahl an qualifizierten Bewerbern wird in immer mehr Branchen und Berufen geringer." Arbeitgeber sollten ihre Auswahlstrategien bei der Personalrekrutierung an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen.
25.01.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Rainer Kabbert

Bremen (rk). Die Zeiten ändern sich - auch auf dem Bremer Arbeitsmarkt. Die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Agentur für Arbeit ist jedenfalls davon überzeugt, dass sich die Arbeitgeber umstellen sollten, wenn sie Personal suchen: "Die Fachkräfte-Engpässe nehmen zu", analysiert Klaus Stietenroth, der Vorsitzende der Geschäftsführung, "die Auswahl an qualifizierten Bewerbern wird in immer mehr Branchen und Berufen geringer." Arbeitgeber sollten ihre Auswahlstrategien bei der Personalrekrutierung an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen.

Grund für Stietenroths Appell sind Gespräche mit Arbeitgebern sowie eine aktuelle Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Danach haben zwölf Prozent der befragten Betriebe angegeben, keine Arbeitslosen einzustellen. Weitere 18 Prozent der Betriebe würden arbeitslose Bewerberinnen und Bewerber nur dann berücksichtigen, wenn diese nicht länger als wenige Monate arbeitslos sind.

"Unter den rund 50000 Unterbeschäftigten - Arbeitslose und Menschen in Fördermaßnahmen - im Land Bremen gibt es aber ein großes Fachkräftepotenzial", sagte Stietenroth auf der Jahresauftakt-Pressekonferenz 2011 in Hannover. Sollten arbeitslose Bewerber nicht alle Anforderungen des Stellenprofils erfüllen, würden die Agenturen für Arbeit Betriebe mit passgenauen Dienstleistungen und Qualifizierungen unterstützen. Für die Qualifizierung von Arbeitslosen und Beschäftigten stehen den Agenturen im Land Bremen rund 30 Millionen Euro zur Verfügung, bei den Job-Centern sind es 69 Millionen Euro.

Stietenroth sieht einen zunehmenden Wettbewerb der Unternehmen um qualifizierte Mitarbeiter. "Wer hier bestehen will, sollte seine Personalpolitik an die veränderten Marktbedingungen anpassen." Dazu gehörten gute Arbeitsbedingungen, ein angenehmes Betriebsklima, eine angemessene Bezahlung sowie die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Geschäftsführer der Arbeitsagentur geht davon aus, dass die Fachkräfte-Engpässe in diesem Jahr weiter zunehmen werden. Denn sowohl die Bundesregierung als auch die Forschungsinstitute erwarteten eine wachsende Wirtschaft. Die Arbeitslosenzahlen würden im neuen Jahr deutlich zurückgehen. Stietenroth: "Ein Rückgang von rund 38700 Arbeitslosen im Jahr 2010 auf durchschnittlich unter 34000 ist möglich." Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten könnte mit durchschnittlich 287000 den höchsten Wert seit 15 Jahren erreichen.

Auch das könnte den Fachkräftemangel verstärken. Er hat inzwischen auch schon zu Umsatzeinbußen geführt. Dies berichteten jedenfalls Unternehmensberatungen (siehe untenstehenden Bericht).

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