Stellenabbau bei InBev Betriebsrat wirft Management Gier vor

Bremen. Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) und der Beck’s Betriebsrat werfen dem Brauereikonzern InBev im Zusammenhang mit dem geplanten Abbau von rund 400 Stellen in Deutschland vor, er wolle seinen Gewinn zu Lasten der Beschäftigten maximieren. Dabei würden, so die NGG, auch Absatzzahlen manipuliert. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete diese Vorwürfe als haltlos.
09.01.2010, 10:37
Lesedauer: 2 Min
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Von Annemarie Struß-von Poellnitz

Bremen. Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) und der Beck’s Betriebsrat werfen dem Brauereikonzern InBev im Zusammenhang mit dem geplanten Abbau von rund 400 Stellen in Deutschland vor, er wolle seinen Gewinn zu Lasten der Beschäftigten maximieren. Dabei würden, so die NGG, auch Absatzzahlen manipuliert. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete diese Vorwürfe als haltlos.

Der Beck’s-Betriebsratsvorsitzende Rainer Münz wirft dem Unternehmen im Interview mit dieser Zeitung vor, InBev betreibe „Gewinnmaximierung auf Kosten der Beschäftigten“. Die geplanten Entlassungen stünden in keinem Verhältnis zu den Absatzrückgängen im Deutschlandgeschäft. Dass es einen Überhang von Arbeitsplätzen gebe, müsse das Unternehmen erstmal anhand von Fakten darlegen. „Im Moment ist es so, dass wir hier immer noch Überstunden leisten“, so Münz. Er befürchtet die Verlagerung von Arbeitsbereichen der Verwaltung nach Südosteuropa und die Auslagerung der Betreuung der Gastronomie auf externe Dienstleister. Dazu wollte das Unternehmen nicht Stellung nehmen. Am Montag wird es in Hamburg eine Konferenz aller deutschen Betriebsräte geben. Dort soll das gemeinsame Vorgehen abgestimmt werden.

Unter besonderem Druck stehen die Beschäftigten der Gilde-Brauerei in Hannover. Dort sollen 41 von rund 100 Arbeitsplätzen gestrichen werden. Zudem sucht InBev bereits seit einiger Zeit einen Käufer für die Marke. Das bestätigte auch Sprecher von Oehsen. Gilde gehöre anders als Beck’s nicht zu den Premium-Marken des Konzerns. „Wir werden uns deshalb einer wirtschaftlichen Lösung nicht verschließen. Die Verkaufsverhandlungen werden mit Hochdruck geführt.“

Wie gestern bekannt wurde, will der weltweit größte Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev (ABI) mit Marken wie Beck’s, Budweiser und Stella Artois auch an seinen anderen europäischen Standorten Arbeitsplätze abbauen. Jeder zehnte der 8000 europäischen Jobs soll im Rahmen eines Sparprogramms gestrichen werden. Wie berichtet, sollen in Deutschland 386 von 3000 Stellen wegfallen. In Belgien stehen 263 von rund 2700 Arbeitsplätzen auf der roten Liste. In Luxemburg wird das einzige Produktionswerk für die Biermarke Dietrich ganz dichtgemacht. In Frankreich sollen lediglich 19 Stellen abgebaut werden.

Der belgisch-brasilianische InBev-Konzern hatte sich 2008 für 52 Milliarden Dollar beim US-Konzern Anheuser-Busch eingekauft. Um den Deal zu finanzieren, hatte InBev im Sommer mehrere Brauereien in Osteuropa verkauft. Der fusionierte Konzern mit weltweit 120<ET>000 Beschäftigten weist für 2008 einen Erlös von 39 Milliarden Dollar aus. Der Firmensitz befindet sich im belgischen Leuven.

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