Bremer Perlen BLB-Immobilien auf dem Prüfstand

Im Landhaus am Rüten wurde einst "Sommer in Lesmona" gedreht und der Verkauf der Bremer Landesbank besiegelt. Nun prüft die Nord/LB, was mit dem denkmalgeschützten Haus geschehen soll.
01.06.2018, 22:15
Lesedauer: 3 Min
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BLB-Immobilien auf dem Prüfstand
Von Jürgen Hinrichs

Es sind Filetstücke, große, wertvolle Gebäude in den Innenstädten von Bremen und Oldenburg. Doch was geschieht damit? Eigentümerin war die Bremer Landesbank (BLB) mit ihrer Tochter BLB-Immobilien. Die BLB ist an die NordLB verkauft worden; mit im Paket waren sämtliche Immobilien der Tochter, darunter das Peek & Cloppenburg-Gebäude in der Bremer Obernstraße, der prächtige Ex-Beluga-Bau auf dem Teerhof und eine Galerie von Häusern am Oldenburger Rathausmarkt.

Weil die Bank in Hannover in Kapitalnöten steckt, könnte sie dieses Tafelsilber verscherbeln. Zwei Antworten dazu: Die BLB-Immobilien GmbH bleibt erhalten und soll sogar expandieren. Ihr Bestand an Gebäuden kommt aber auf den Prüfstand. So teilt es die NordLB mit. „Die BLB-Immobilien GmbH wird als Immobilien-Projektgesellschaft weiter bestehen bleiben“, heißt es in der Mitteilung, nachdem der WESER-KURIER angefragt hatte.

Geplant sei, das Unternehmen noch in diesem Jahr möglichst eng mit der ähnlich gelagerten Tätigkeit der NordLB-Tochter NordFM zu verzahnen. Einfluss auf die Geschäftsfelder des Bremer Parts habe das nicht, versichert die Bank. Er werde weiterhin für Immobilien- und Projektentwicklung, Projektberatung und -steuerung, Makleraktivitäten und Gebäudemanagement zuständig sein.

Beste Lage in der Innenstadt

Auch der Standort bleibe erhalten. Mehr noch: Die rund 40 Mitarbeiter sollen ihre Fühler künftig auch in andere Städte ausstrecken. Projekte nicht mehr nur in Bremen und Oldenburg, sondern auch in Hannover in Braunschweig. Ihren Sitz hat die BLB-Immobilien GmbH, deren Namen nach Darstellung der NordLB trotz der neuen Eigentumsverhältnisse vorerst nicht verändert wird, in der Kleinen Waagestraße in der Bremer Innenstadt.

Der weitere Besitz des Unternehmens gruppiert sich eng um diese Adresse herum. Neben den Häusern in der Obern- und Langenstraße und auf dem Teerhof gehören einige Objekte in der Sögestraße dazu, das BLG-Gebäude am Präsident-Kennedy-Platz und sonstige Immobilien im unmittelbaren Innenstadtbereich. Sie bieten Platz für Büros, Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie. Das neue und preisgekrönte Bankgebäude am Bremer Domshof ist Eigentum der NordLB und wird von BLB-Immobilien lediglich verwaltet.

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Weiter weg, im Stadtteil Horn-Lehe, liegt das Landhaus am Rüten. Es diente der Bremer Landesbank unter anderem zu Repräsentationszwecken und als Tagungsstätte. Das jahrhundertealte Anwesen mit Herrenhaus steht seit 1973 unter Denkmalschutz. Hier wurden in den 1980er-Jahren auch Szenen für die Verfilmung von „Sommer in Lesmona“ gedreht. Vor zwei Jahren war es Schauplatz des harten Ringens um die Bremer Landesbank, zu einem Zeitpunkt freilich, als schon nicht mehr viel zu retten war.

In Oldenburg sind es eine Handvoll Objekte, vor allem aber die Häuser am Rathausmarkt. Sie sollten eigentlich abgerissen werden. Doch als bei einem Architekturwettbewerb der Siegerentwurf des Planers Max Dudler publik wurde, gab es in der Öffentlichkeit und in Teilen auch bei den Politikern lautstarken Protest. Die Pläne gingen den Oldenburgern zu weit.

Möglicher Kandidat für den Verkauf

Jetzt bleiben die Gebäude aus den 1960er- und 1970er-Jahren stehen und werden mit einem Millionenaufwand saniert. Dudler ist als Ideengeber mehrfach in Bremen vertreten. Nach einem seiner Entwürfe zieht ein privater Investor auf dem Bahnhofsvorplatz in Bremen gerade zwei große Häuser hoch. Auch dieses Projekt war lange Zeit umstritten.

Die NordLB zeigt sich sehr zufrieden mit dem Geschäft der BLB-Immobilien GmbH. Der Aktionsradius des Unternehmens werde sich im Zuge der Neuorganisation vergrößern und Städte wie Hannover und Braunschweig einbeziehen, kündigte Christian Veit, Regionalvorstand der NordLB für Bremen und Oldenburg, im Gespräch mit dem WESER-KURIER an. „Dadurch könnten sehr interessante Projekte dazu kommen“, sagte der Banker.

Beim Besitz von BLB-Immobilien solle in den nächsten Monaten differenziert werden: Sind es Gebäude, die von der Bank benötigt werden? Falls nicht, werde geprüft, ob die Häuser genügend Rendite abwerfen oder besser veräußert werden sollten. Ein möglicher Kandidat für den Verkauf ist das Landhaus am Rüten. „Es ist aber noch völlig offen, was wir damit anfangen“, betonte Veit.

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