Bremer Logistiker trotzen Weltwirtschaft BLG macht fast eine Milliarde Euro Umsatz

938,6 Millionen Euro Umsatz hat das Bremer Logistikunternehmen BLG 2015 gemacht. Das bedeutet ein Plus von 6,3 Prozent. Allerdings schwächelt die BLG beim Gewinn - Gründe sind Russland und Brasilien.
20.04.2016, 16:11
Lesedauer: 3 Min
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BLG macht fast eine Milliarde Euro Umsatz
Von Peter Hanuschke

938,6 Millionen Euro Umsatz hat das Bremer Logistikunternehmen BLG 2015 gemacht. Das bedeutet ein Plus von 6,3 Prozent. Allerdings schwächelt die BLG beim Gewinn - Gründe sind Russland und Brasilien.

Die Bremer BLG Logistics Group hat 2015 mit 938,6 Millionen Euro zwar ihren Umsatz gesteigert – ein Plus von 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – aber dieses Wachstum hat sich nicht beim Gewinn bemerkbar gemacht. Im Gegenteil: Das Vorsteuerergebnis liegt mit 29,7 Millionen Euro leicht unter Vorjahresniveau (2014: 30,1 Millionen Euro).

Umsatz soll 2016 die Milliardenmarke knacken

Hauptgründe für diese Entwicklung: Die krisenhaften Zustände in Russland und Brasilien sowie fehlende Anschlussaufträge der Produzenten für Offshore-Windenergieanlagen-Komponenten. Dass die Unternehmensgruppe – Mehrheitseigner ist mit 50,4 Prozent Bremen – dennoch zuversichtlich ist, zeigt der Ausblick fürs laufende Jahr: Der Umsatz soll nach BLG-Angaben 2016 bei über einer Milliarde Euro liegen. „Wir schätzen die wirtschaftliche Lage der BLG-Gruppe als stabil, aber steigerungsfähig ein“, sagte BLG-Vorstandsvorsitzender Frank Dreeke am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz.

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Und welches Vertrauen der Seehafen- und Logistikdienstleister, der an über 100 Standorten weltweit vertreten ist, genießt, spiegelt sich auch an der Börse wider: 2015 verzeichnete die BLG-Aktie einen Wertzuwachs von 22 Prozent. Den Aktionären der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft AG soll auf der Hauptversammlung am 24. Mai wie im Vorjahr eine Dividende von 40 Cent pro Stückaktie vorgeschlagen werden.

BLG erhält Auftrag für Offshore-Windpark vor Wangerooge

Wie breit das Unternehmen aufgestellt ist und damit Krisen in schwächelnden Volkswirtschaften zum Teil auffangen kann, zeigt sich an den drei Haupt-Geschäftsfeldern: Im Bereich Automobile steigerte die BLG-Group ihren Gewinn vor Steuern und Zinsen von 15,3 Millionen Euro auf 18,5 Millionen Euro. Beim Containerumschlag lag das Ergebnis bei 43,4 Millionen Euro und damit fünf Millionen Euro mehr als 2014 – zusammen mit dem Bremer Unternehmen Eurogate verfügt die BLG über elf Containerterminals in Europa.

Gekriselt hat es im Bereich Kontrakt, der die Autoteile-, Industrie-, Handels-, Seehafen und Offshore-Logistik umfasst: Bei 7,2 Millionen Euro lag der Gewinn vor Steuern und Zinsen noch 2014, im vergangenen Jahr sackte er auf 1,7 Millionen Euro ab. Dreeke ist aber zuversichtlich, dass gerade die Offshore-Logistik wieder zunehmen wird: „Zusammen mit Eurogate haben wir den Auftrag für den Offshore-Windpark Nordergründe gewonnen.“

Auftraggeber ist die Firma Senvion. Die Offshore-Windkraftkomponenten für 18 Anlagen sollen per Schiff beziehungsweise zum nahe gelegenen Containerterminal an der Wesermündung transportiert werden, und größtenteils am Senvion-Standort in Bremerhaven produziert werden. Die Anlagen werden dann von Bremerhaven aus in die Nordsee gebracht. Der Windpark entsteht östlich der Insel Wangerooge.

Fast neun Prozent mehr Mitarbeiter im vergangenen Jahr

Es werde auch weitere Windparks geben, zeigte sich Dreeke auch im Hinblick des geplanten Offshore Terminals Bremerhaven (OTB) optimistisch. Überzeugt ist er vom Erfolg des Projekts, das bekanntlich von der BLG betrieben werden soll. Dreeke: Der OTB werde Arbeitsplätze schaffen – wie viele, ließ er offen.

Bei der BLG selbst waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 8730 Mitarbeiter beschäftigt – 8,9 Prozent mehr als 2014. Diese deutliche Steigerung sei begründet in den Geschäftsfeldern Industrie- und Handelslogistik in Bremen sowie am Autoterminal Bremerhaven durch Übernahmen von Mitarbeitern des Gesamthafenbetriebsvereins und auch von Leiharbeitern.

Mit einem Volumen von 7,3 Millionen umgeschlagenen, transportierten oder technisch bearbeiteten Fahrzeugen hat der Geschäftsbereich Automobile nach eigenen Angaben seine Position als einer der führenden Automobillogistiker Europas weiter gefestigt. Auf dem Terminal in Bremerhaven sei das Volumen mit 2,3 Millionen umgeschlagenen Fahrzeugen stabil auf einem hohen Niveau geblieben. Seit November sorgt das neue Autoregal N3 für 6000 zusätzliche Stellplätze und somit für Entlastung der Flächen und eine erhöhte Produktivität. Für den Automobil-Bereich rechnet Dreeke in diesem Jahr mit einem Umsatzplus zwischen fünf und zehn Prozent aus.

Und auch in den anderen Bereichen sieht sich das Unternehmen auf Wachstumskurs: Im Container-Bereich soll es ein Plus zwischen zwei und fünf Prozent geben, und in der Sparte Kontrakt sogar zwischen zehn und 15 Prozent.

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