Neues Areal auf 152.000 Quadratmetern Grundstück im Bremer GVZ geht an die BLG

Es war einmal der Plan, dass Borgward im Bremer Güterverkehrszentrum eine Fertigung errichtet. Es blieb bei dieser Idee. Aber auf dem Gelände entsteht nun tatsächlich etwas, das mit Autoteilen zu tun hat.
23.02.2021, 05:00
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Grundstück im Bremer GVZ geht an die BLG
Von Florian Schwiegershausen

Ein neues Kapitel Borgward in Bremen gehört inzwischen längst der Vergangenheit an. Geplant war eine Fertigung auf einem 140.000 Quadratmeter großen Areal im Bremer Güterverkehrszentrum (GVZ). Daraus wurde nichts. Zurück blieb aber das Grundstück, das baulich bereits für die Übergabe an Borgward vorbereitet war. Dort soll nun etwas entstehen, das ebenso mit Autos zu tun hat. Die BLG lässt dort nun Logistikhallen bauen. Von hier aus will das Bremer Logistikunternehmen für Daimler Autoteile zu den Werken auf der ganzen Welt liefern.

Baubeginn soll jetzt im Frühjahr sein. Voraussichtlich ab Mitte kommenden Jahres soll es bereits losgehen. Im GVZ soll all das gebündelt werden, was bisher auf mehrere Standorte quer durch Bremen verteilt ist. Laut BLG bedeute das aber nicht, dass diese Standorte aufgegeben werden. Für das neue Areal, das nun mit 152.000 Quadratmetern etwas größer als 21 Fußballfelder sein wird, ist die Rede von 500 Arbeitsplätzen. Der Name für das Logistikcenter lautet „C3-Bremen“. C3 steht für Customer, Climate und Comfort - also Kunden, Klima und Komfort. So sollen die Prozesse nach dem aktuellsten Stand der Automatisierung und der Digitalisierung ablaufen. Außerdem soll die Immobilie CO2-neutral sein. Auf dem Dach entsteht eine Fotovoltaikanlage, mit Solarthermie gibt es außerdem warmes Wasser für die Heizung und den Wasserhahn und die Gebäudehülle soll eine „überdurchschnittliche“ Isolierung erhalten.

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Für den Komfort sind rund um die 95.000 Quadratmeter große Logistikimmobilie aufwendig gestaltete Grünflächen geplant sowie Aufenthaltsflächen, die für die Beschäftigten das Arbeitsumfeld angenehm gestalten sollen. „Das neue Entwicklungsvorhaben der BLG passt hervorragend zum Güterverkehrszentrum Bremen mit seiner hohen Logistikkompetenz und wird den Standort bereichern“, sagt der WFB-Geschäftsführer Andreas Heyer.

Was ein Plus für den Standort ist: die mit Autoteilen gefüllten fertigen Container müssen keine langen Strecken auf der Straße zurücklegen. Wenn sie von Bremerhaven aus auf die Reise gehen, kommen sie über den Neustädter Hafen per Binnenschiff in die Seestadt. Wenn das Containerschiff für den Transport in Wilhelmshaven oder Hamburg liegt, kommen sie per Zug über Roland Umschlag im GVZ dorthin. Die Container, die momentan von den Standorten quer durch Bremen kommen, werden schon jetzt zu 60 Prozent über die Schiene zum Hamburger Hafen gebracht. „Das sind bei uns täglich zwei bis drei Züge“, sagt der Geschäftsführer von Roland Umschlag, Christoph Holtkemper. „Verglichen mit der Straße werden da schon jetzt pro Zug bei 50 Containern hin und her 14.000 Kilo CO2 eingespart.“

Da die täglichen Containertransporte von der BLG zu Roland Umschlag oder zum Neustädter Hafen eine erwartbare Menge sind, könnten dafür theoretisch auch Elektro-Lkw entweder mit Batterie oder mit Brennstoffzelle zum Einsatz kommen. Da hätte bestimmt nicht nur Daimler eine Lösung.

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