Hauptversammlung in Bremen BLG-Vorstände verabschieden sich

Bremen. Bei der BLG ging am Donnerstag eine Ära zu Ende: Auf der Hauptversammlung verabschiedete sich der Vorstandsvorsitzende Detthold Aden nach fast 14 Jahren Amtszeit. Ende des Monats scheiden drei weitere Vorstände aus dem Amt.
24.05.2013, 05:00
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BLG-Vorstände verabschieden sich
Von Maren Beneke

Bei der BLG ging gestern eine Ära zu Ende: Auf der Hauptversammlung verabschiedete sich der Vorstandsvorsitzende Detthold Aden nach fast 14 Jahren Amtszeit von seinen Vorstandskollegen, dem Aufsichtsrat und den Aktionären des Konzerns. Neben Aden scheiden Ende des Monats drei weitere Vorstände aus dem Amt – und machen so den Weg frei für einen Generationswechsel.

Es war keine der üblichen Hauptversammlungen der "Bremer Lagerhausgesellschaft – Aktiengesellschaft von 1877". Das stand bereits fest, bevor sich Aktionäre, Vorstand und Aufsichtsrat der Managementgesellschaft der BLG Logistics Group zum 133. Mal trafen. Denn gestern war der letzte Arbeitstag des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Detthold Aden, auch wenn dessen Amtszeit offiziell erst am 31. Mai endet.

Mit ihm verabschiedeten sich außerdem seine Vorstandskollegen Manfred Kuhr (Automobile), Bernd Lieberoth-Leden (Kontrakt) und Hillert Onnen (Finanzen) in den Ruhestand. Zusammen waren die Logistiker 96 Jahre im Dienst der BLG. Alle vier Vorstände werden ihre Posten zum Ende des Monats räumen. "Damit möchten wir den Generationenwechsel zeitgleich vollziehen", begründete der Aufsichtsratsvorsitzende Stephan-Andreas Kaulvers, der sein Amt im vergangenen Jahr von Ex-Senator Josef Hattig übernommen hatte.

Kaulvers ließ es sich dann auch nicht nehmen, die scheidenden BLG-Vorstandsmitglieder mit persönlichen Worten zu bedenken. So lobte er Detthold Adens "ausgeprägtes Kommunikationsnetzwerk", von dem die BLG sehr häufig profitiert habe. Der "Vollblutlogistiker" sei in den vergangenen Jahren "zweifelsohne zum Gesicht" der BLG, aber auch zu einem "Botschafter des Landes Bremen weltweit" geworden.

Gute Teamarbeit

BLG-Aktionär Bernd Günther dankte Aden stellvertretend für die anderen Aktienhalter für seine langjährige Vorstandsarbeit, indem er ihn – im wahrsten Sinne des Wortes – zum "König der Logistik" krönte. Die drei anderen Vorstände schlug er zu "Rittern der Tafelrunde".

Auch Finanzsenatorin Karoline Linnert, die Teil des BLG-Aufsichtsrats ist, würdigte die gute Teamarbeit des Vorstandes in ihrer Ansprache. "Da hat offensichtlich etwas zusammengefunden, was gut zusammenpasst", sagte sie. Der Vorstand habe überhaupt erst dafür gesorgt, dass sich die BLG von einem Bremer Unternehmen mit 3000 Mitarbeitern zu einem global agierenden Konzern mit 16000 Angestellten entwickeln konnte.

"Man muss nur in den Ruhestand gehen, um endlich gelobt zu werden", witzelte Detthold Aden, bevor er den Aktionären den Bericht des Vorstands präsentierte. Und weiter: "Ich blicke mit Genugtuung auf das, was wir geschafft haben." Dem Vorstand sei es als Team gelungen, die Mitarbeiter so zu motivieren, dass der Umbau vom lokalen Umschlagsunternehmen zum internationalen Logistikanbieter gemeinsam geleistet werden konnte. "Die BLG hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt", sagte er.

Einen kleinen Dämpfer gab es allerdings im abgelaufenen Geschäftsjahr: Zwar konnte die BLG das Jahr 2012 unter dem Strich wieder mit einem leichten Wachstum abschließen (wir berichteten). Allerdings hatte der Konzern mit einem Ergebnisrückgang im Containergeschäft zu kämpfen. Dieses wickelt die BLG über seine Beteiligung beim Umschlagsunternehmen Eurogate ab.

Gestern stellte BLG-Chef Detthold Aden die Zahlen den Aktionären vor: Demnach erwirtschaftete die BLG entsprechend ihrer Eurogate-Anteile in diesem Bereich 327 Millionen Euro. Sorgen bereiteten dem Unternehmen vor allem die Umschlagszahlen in Hamburg, die mit 1,8 Millionen TEU zwölf Prozent unter dem Vorjahreswert lagen. Am Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven seien ebenfalls nicht die geplanten Mengen erreicht worden.

Die BLG schnitt im Geschäftsjahr 2012 nach eigenen Angaben aber insgesamt "besser als erwartet" ab. Dafür waren die beiden Geschäftsbereiche Automobile (419 Millionen Euro Umsatz) und Kontrakt (405 Millionen Euro Umsatz) verantwortlich. Mit einem Zuwachs von 33 Prozent lag vor allem der Bereich Kontraktlogistik weit über dem Branchendurchschnitt.

Wie Detthold Aden gestern in seinem Bericht vermeldete, stieg das Vorsteuerergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent auf 49,1 Millionen Euro (2011: 48,5 Millionen Euro). Das Gesamtergebnis sank allerdings von 44,1 Millionen Euro auf 40,8 Millionen Euro. An die Aktionäre soll nun aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 1,5 Millionen Euro eine Dividende von 0,40 Cent pro Aktie ausgeschüttet werden.

Mehr Geld für Hafenarbeiter

n Die rund 15000 Beschäftigten in den deutschen Seehäfen erhalten ab dem 1. Juni mehr Geld. Die Einkommen steigen zunächst für ein Jahr um 3,2 Prozent und anschließend nochmals um 2,8 Prozent, teilte die Gewerkschaft Verdi gestern in Hamburg mit. Verdi und der Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hätten sich nach schwierigen Verhandlungen in der dritten Runde geeinigt. Beide Seiten seien an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gegangen.

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