BLG Logistics Group

Stadt bekommt keine Gewinnausschüttung

Für die Stadt Bremen gibt es dieses Mal keine Gewinnausschüttung von der BLG. Der Logistiker machte in 2020 einen Verlust über 116 Millionen Euro. Den Ausfall will die Stadt über den Corona-Fonds kompensieren.
18.06.2021, 17:56
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Stadt bekommt keine Gewinnausschüttung
Von Peter Hanuschke
Stadt bekommt keine Gewinnausschüttung

Coronabedingt machte die BLG Logistics Group einen Verlust von 116 Millionen Euro in 2020 und zahlt deshalb keine Gewinnausschüttung an die Stadt Bremen aus. Unter anderem ging der Autoumschlag im vergangenen Jahr deutlich zurück.

Karsten Klama

Normalerweise macht die BLG Logistics Group jedes Jahr Gewinne. Davon profitiert die Stadt Bremen, die 100 Prozent an der BLG KG hält - wo das operative Geschäft abgewickelt wird. In der Regel gab es Gewinnausschüttungen im zweistelligen Millionenbereich - dieses Jahr ist das anders. Die BLG machte coronabedingt 116 Millionen Euro Verlust in 2020 und zahlt nichts aus. Allerdings hatte der Finanzsenator bei der Haushaltsaufstellung im vergangenen Jahr wie in den Jahren zuvor mit dieser Einnahme eingeplant.

In der Folge muss die Summe – es handelt sich um 10,5 Millionen Euro – gegenfinanziert werden. "Der Senat hat beschlossen, dass das über den Corona-Fonds geschehen soll", sagte Simon Hammann, Referent des Finanzsenators, auf Nachfrage des WESER-KURIER.

Dass die Aktionäre trotz des Verlusts eine Dividende ausgezahlt bekommen, liegt an der besonderen BLG-Konstellation im Vergleich zu herkömmlichen Holdings: Denn die BLG AG machte im vergangenen Jahr einen leichten Gewinn. Die BLG AG ist ausschließlich persönlich haftende Gesellschafterin an der BLG KG, sie ist nicht am Gesellschaftskapital beteiligt. Für die übernommene Haftung und für ihre Geschäftsführertätigkeit erhält sie jeweils eine Vergütung. Sämtliche Kommanditanteile der BLG KG werden von der Stadt Bremen gehalten.

Für die übernommene Haftung erhält die BLG AG von der BLG KG eine Vergütung in Höhe von fünf Prozent ihres im Jahresabschluss des Vorjahres ausgewiesenen Eigenkapitals – sie ist unabhängig vom Jahresergebnis der BLG KG zu zahlen. Außerdem erhält die BLG AG für ihre Geschäftsführertätigkeit eine Vergütung in Höhe von fünf Prozent des Jahresüberschusses der KG. Sie beträgt mindestens 256.000 und höchstens 2,5 Millionen Euro. Die Aktionäre bekommen fürs Geschäftsjahr 2020 eine Dividende von elf Cent pro Aktie gezahlt. Im Jahr zuvor waren es 40 Cent. 

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