Bremer Autobauer wieder im Motorsport dabei Borgward mit Motorproblemen bei der Rallye Dakar

Nun ist Borgward auch im Motorsport aktiv. Zum ersten Mal schickte der Autobauer in Südamerika bei der Rallye Dakar eines seiner Modelle ins Rennen. Was sich Borgward davon erhofft.
19.01.2018, 19:44
Lesedauer: 3 Min
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Borgward mit Motorproblemen bei der Rallye Dakar
Von Florian Schwiegershausen

Die Rallye Dakar gilt als das berühmteste Offroad-Rennen der Welt. Wird sie dieses Jahr im Auto wieder der Franzose Stéphane Peterhansel im Peugeot gewinnen? Es wäre das dritte Mal in Folge und das vierzehnte Mal insgesamt. An diesem Sonnabend wird die Rallye in Córdoba enden, Argentiniens zweitgrößter Stadt. Doch weiter hinten im Feld befindet sich auch ein Auto, das eine Raute auf dem Kühlergrill trägt und verdammt ans Borgward SUV BX7 erinnert.

Das ist auch Absicht so. Denn Borgward hat in diesem Jahr zum ersten Mal bei der Rallye Dakar teilgenommen. Als Fahrer konnte der Autobauer Nicolás Fuchs gewinnen, einen Peruaner mit deutschen Wurzeln. Der 35-Jährige ist in seiner Heimat bekannt und fährt seit mehreren Jahren Rallyes – so auch in der WRC-Serie, der Rallye-Weltmeisterschaft. Zu dieser Teilnahme sagte der Autobauer: „Borgward hat sich zu diesem Schritt entschlossen, weil das Unternehmen aktuell den Marktstart in Südamerika vorbereitet.“ 2009 wurde die Rallye von Afrika nach Südamerika verlegt, und seitdem steht sie auch sehr viel stärker im Fokus der lateinamerikanischen Medien.

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Zum Ende des vergangenen Jahres sagte der Vize-Marketingchef von Borgward, Tom Anliker: „Wir sind zuversichtlich, dass unser Rallyefahrzeug BX7 DKR alle Voraussetzungen mitbringt, bei der weltweit härtesten Rallye zu bestehen.“ Das ist zum Auftakt nicht ganz gelungen. Denn Fuchs, der in seinem Auto mit der Borgward-Raute vorn ebenso Potenzial gesehen hat, musste zusammen mit seinem argentinischen Copiloten Fernando Mussano nach der zehnten Etappe wegen Motorproblemen aufgeben. Die Etappe führte im Norden Argentiniens von Salta ins knapp 800 Kilometer entfernte Belén. Fuchs schrieb anschließend auf Twitter (ins Deutsche übersetzt): „Wegen Motorproblemen konnten wir nicht weiterfahren und haben aufgegeben. Es schmerzt sehr, aber so ist das mit den Autos. Vielen Dank für die viele Unterstützung und Kraft!“

Bei der ersten Etappe, von Lima nach Pisco, holte Fuchs sogar den dritten Platz und stand damit auf dem Siegertreppchen. Im kommenden Jahr wollen er und sein Copilot auf alle Fälle wieder bei der Rallye Dakar dabei sein. Ob das dann auch wieder im Borgward sein wird, wird sich zeigen.

Doch bis dahin hat Borgward in Bremen eine wichtige Pflicht zu erfüllen. Denn der Vertrag, mit dem das Grundstück beim Güterverkehrszentrum in den Besitz des Autobauers übergeht, ist immer noch nicht unterschrieben. Ursprünglich war dies für das Ende des vergangenen Jahres geplant. Damals war die Rede von einigen Wochen Verzögerung. Nun ist von der Bremer Wirtschaftsförderung zu hören, dass die Vertragsunterzeichnung irgendwann im ersten Quartal erfolgen soll. Der Besitzer von Borgward, der chinesische Lkw-Hersteller Foton, sucht weiter Investoren, was sich hinzieht. Entsprechend ist auch nicht gesichert, ob Borgward nach Plan mit der Montage seiner Autos in Bremen wirklich 2019 starten kann. Auf alle Fälle hält Borgward am Produktionsstandort Bremen fest. Insgesamt sind in den Neustart von Borgward bislang 1,25 Milliarden Euro geflossen, unter anderem für eine Fabrik in Peking.

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