Mipim-Messe Bremen zu Gast bei Immobilienmesse in Cannes

Das Land Bremen ist in diesem Jahr in Cannes auf der weltgrößten Immobilienmesse vertreten gewesen. Was es der Stadt bringt, und welche Themen von dort auch für das kleinste Bundesland relevant sind.
14.03.2019, 21:22
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Bremen zu Gast bei Immobilienmesse in Cannes
Von Florian Schwiegershausen

Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) hat ein positives Fazit der bremischen Präsenz auf der weltweit größten Immobilienmesse Mipim in Cannes gezogen. Das kleinste Bundesland hat sich dort einen Stand geteilt mit den Städten Hannover, Leipzig, Nürnberg und der Metropolregion Rhein-Neckar. In Cannes kommen wichtige Entscheidungsträger aus der Immobilienbranche zusammen. Neben Investoren und großen Immobilienfonds sind dort auch Stararchitekten wie Jean Nouvel anzutreffen. „Die Immobilienbranche in Bremen und Bremerhaven boomt – die Mipim 2019 war eine interessante Plattform, den Immobilienstandort Bremen/Bremerhaven einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren und neue Kontakte zu knüpfen“, sagte Günthner. Für Bremen rührten auch der Unternehmer Kurz Zech sowie Robert C. Spies Immobilien die Werbetrommel.

Auf zwei Podiumsdiskussionen, an denen der Wirtschaftssenator teilnahm, ging es um Stadtentwicklung und um Logistikimmobilien. Spies-Geschäftsführer Jens Lütjen sagte: „Die Mipim hat Bremen ja einige Jahre nicht gesehen. Durch die großen Entwicklungen in unserer Stadt, aber auch durch die zunehmende Vermischung von Projektentwicklern, Investoren und Anlegern macht es total Sinn, dass Bremen auf der Messe vertreten ist.“ Das Land könne als Standort für Automotive-orientierte Logistikimmobilien in Cannes Akzente setzen im Wettbewerb mit Nürnberg, Leipzig oder Hannover. „Man bekommt auch gut ein Gefühl, wie der Markt tickt, um große Projekte wie das Hulsbergviertel, die Überseestadt und Überseeinsel voranzutreiben. Das hilft auch den städtischen Vertretern, die Immobilienwünsche besser zu verstehen.“

Lütjen ist seit Jahren auf der Messe vertreten. Da treffe sein Team auch auf Entscheidungsträger, die Bremen nicht so sehr auf dem Schirm haben. Ein Thema, mit dem sich Lütjen zufolge mehrere Städte beschäftigen, ist das der Hochpunkte – also die Frage, wie hoch eine Stadt ihre Häuser bauen lassen sollte. „Bei Metropolen, die wachsen wollen, geht die Reise in mehr Höhe und Dichte hin." Hier könne Bremen auf der Messe von den Strategien anderer Städte lerne. Außerdem gab es in Cannes genug Experten, um zu diskutieren, wie Innenstädte in Zukunft aussehen werden, wenn der Onlinehandel zulasten des stationären Handels weiter zunehmen wird.

Wirtschaftssenator Günthner bezeichnete den deutschen Gemeinschaftsstand als eine gute Entscheidung: „Für die Zukunft kann ich mir auch einen eigenen Bremen-Stand vorstellen, wenn ein entsprechendes Interesse bei den Unternehmen aus Bremen und Bremerhaven besteht.“ Laut Friedhelm Feldhaus, Redakteur der „Immobilienzeitung“, macht die Präsenz in Cannes für Bremen Sinn: „Inzwischen interessieren sich auch ausländische Investoren für B-Städte, weil man dort höhere Renditen bei gleicher Sicherheit erzielen kann als in A-Städten wie Hamburg oder München.“ Und auf der Messe seien eben alle anzutreffen, was Gespräche einfach mache, wofür man sonst längere Wege brauche. Zur Mipim kamen dieses Jahr 3350 Aussteller sowie 26 000 Teilnehmer aus mehr als 100 Ländern.

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