Bauprojekt in Bremen

Bremens erstes Öko-Gebäude in der Überseestadt

Bremen. Am Europahafen wächst das jüngste Bauprojekt der Übersee-Stadt: Das EnergyOffice zwischen Schuppen 1 und Landmark-Tower soll das 'nachprüfbar ökologischste Gebäude Bremens' werden. Es wird aus ungiftigen Materialien bestehen und mit Erdwärme beheizt.
10.01.2010, 16:52
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Bremens erstes Öko-Gebäude in der Überseestadt
Von Sara Sundermann
Bremens erstes Öko-Gebäude in der Überseestadt

In der Überseestadt entsteht das erste Öko-Gebäude.

WESER-KURIER

Bremen. Am Europahafen wächst das jüngste Bauprojekt der Übersee-Stadt: Das EnergyOffice zwischen Schuppen 1 und Landmark-Tower soll das 'nachprüfbar ökologischste Gebäude Bremens' werden. Es wird aus ungiftigen Materialien bestehen und mit Erdwärme beheizt.

Wer schon einmal in einem modernen Gebäude mit großen Glasfronten gearbeitet hat, kennt den nervigen Nebeneffekt moderner Sonnenschutz-Systeme: An einem strahlenden Tag blendet die Sonne so stark, dass Lamellen automatisch herunterfahren. Im Prinzip ist das auch sinnvoll, ohne Lichtschutz würden die Mitarbeiter auf ihren Computerbildschirmen kaum noch etwas erkennen. Doch sind die Lamellen einmal unten, wird es in den Büros leicht so dunkel, dass trotz des fabelhaften Wetters elektrisches Licht angeknipst wird.

Hier will das neue Öko-Bürohaus in der Überseestadt neue Wege gehen: Die Lamellen an den großen Fenstern der Arbeitsräume sollen dort wie Lichtlenk-Systeme funktionieren. Sie richten sich automatisch so aus, dass sie das blendende Sonnenlicht an die Zimmerdecke umlenken, von wo es als diffuses Tageslicht die Schreibtische erhellt und ein angenehmes Arbeiten ermöglicht.

Doch das ist nur eines von vielen kleinen Details, die das Energy-Office zu einem 'nachhaltigen' Gebäude machen sollen. Die drei künftigen Mieter waren sich einig, dass sie ein umweltbewusst gebautes, zukunftsfähiges Haus beziehen wollten. Das Energy-Office ist seit Oktober 2009 im Bau und soll im Herbst fertig sein. Dann ziehen die Projektmanagement-Firma Procon Ingenieurgesellschaft, die Entsorgungs- und Reinigungsfirma Nehlsen AG und der Sicherheitsdienst Elko ein, der ein Tochterunternehmen von Nehlsen ist.

Das Öko-Bürohaus soll mit Erdwärme temperiert werden. Das Wasser der Heizsysteme wird durch Bodenschichten geleitet, in denen ganzjährig eine konstante Temperatur zwischen 9 und 11 Grad herrscht. Nutzt man diesen Umstand aus, so lässt sich das Gebäude im Sommer kühl halten. Im Winter dagegen lässt sich aus der Erdwärme mit einem strombetriebenen Wärmetauscher bis zu 60 Grad warmes Wasser zum Heizen gewinnen. Bis zu 75 Prozent der benötigten Heizenergie kann ein Gebäude mit Geothermie-Anlage auf diese Weise selbst erzeugen.

'Das wird das erste Gebäude in Bremen mit dem Gütesiegel für nachhaltiges Bauen', sagte Bauherr und Procon-Geschäftsführer Thorsten Nagel. Beim Bau werden laut Nagel nur schadstoffarme Materialien verwendet, und zwar bis in die Details der Innenausstattung hinein: Giftiger Teppichschaumstoff komme dort nicht ins Haus.

Das Gütesiegel gibt es erst seit Januar vergangenen Jahres. Es wurde gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung entwickelt. Bisher wurden bundesweit etwa 40 Gebäude ausgezeichnet, die nach gesundheitsfördernden und ressourcenschonenden Kriterien errichtet wurden. Das Energy-Office hat bereits das silberne Vorzertifikat für eine nachhaltige Planung erhalten. Bis zum Richtfest wollen die Bauherren auch die Kriterien des goldenen Gütesiegels erfüllen.

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