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Bremens fitte Betriebe

Am Dienstag wurden die Sieger des Wettbewerbs „Gesunde Unternehmen“ geehrt. Worauf es beim betrieblichen Gesundheitsmanagement ankommt, was die Mitarbeiter wollen und wer dieses Jahr die Nase vorn hat.
15.01.2019, 19:23
Lesedauer: 2 Min
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Bremens fitte Betriebe
Von Olga Gala

Ein paar Fitnesskurse anzubieten reicht nicht, um den Wettbewerb „Gesunde Unternehmen“ zu gewinnen. Das weiß Marko Rothaar ganz genau. Der Verwaltungsleiter des Justizzentrums am Wall hat am Dienstag den ersten Preis des Wettbewerbs entgegen genommen: „Es ist ein Ansporn für die Mitarbeiter, das zum täglichen Thema zu machen.“ Seit vier Jahren organisiert die HKK als Krankenkasse in Kooperation mit anderen Gesundheitsunternehmen der Region den Wettbewerb unter der Schirmherrschaft von Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt. Unternehmen und Einzelpersonen können ein halbes Jahr lang gemeinsam Punkte sammeln – die einen für ihre sportlichen Leistungen und gesundheitsfördernde Aktivitäten, die anderen können mit Betriebssportangeboten und einem ganzheitlichen Gesundheitsmanagement punkten.

In diesem Jahr haben 47 Betriebe aus der Region am Wettbewerb teilgenommen. Neben dem Justizzentrum am Wall, durfte sich die Bremer Volkshochschule über den zweiten und das Unternehmen Vitakraft über den dritten Platz freuen. Die Preisgelder in Höhe von 10 000, 5 000 und 2 500 Euro sind zweckgebunden und sollen in das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) investiert werden. „Wir legen Wert darauf, dass Strukturen und Prozesse entwickelt werden in den Unternehmen“, sagte Wolfgang Ritter, Leiter Gesundheitsförderung und Prävention bei der HKK. Das koste natürlich Zeit und Mühe. So sei es wichtig, sich zuerst mit den Bedürfnissen der Mitarbeiter auseinanderzusetzen. „Es gibt kein Patentrezept“, sagte HKK-Vorstand Michael Lempe.

Typische Probleme der Mitarbeiter in Betrieben seien nach Muskel- und Skelett-Erkrankungen vor allem die psychische Belastung, sagte Ritter: „Es gab zwar eine gewisse Enttabuisierung, aber es ist immer noch ein heikles Thema.“ Arbeitsverdichtung und Digitalisierung stellen für die Beschäftigten eine Herausforderung dar. Zwar sei ein auf die Bedürfnisse der jeweiligen Mitarbeiter abgestimmtes Gesundheitsmanagement wichtig. Doch das habe Grenzen. Ist dauerhaft zu wenig Personal da, wie etwa in Kitas oder Krankenhäusern, könne das beste BGM nicht helfen, heißt es von der HKK.

Gutes BGM sei vergleichbar mit einem Marathon. „Ziel ist es, dass jeder Mitarbeiter möglichst gesund durch das Berufsleben kommt“, sagte Rothaar. Dazu bietet das Justizzentrum für seine 194 Beschäftigten eine Vielzahl an Kursen an – Rückenfitness, Faszientraining oder Yoga im gemeinsamen Gesundheitsraum. Viele der Angebote können die Beschäftigten während der Arbeitszeit besuchen. Auch Kochabende und Workshops zur gesunden Ernährung gehören zum Programm. Neben dem Sport, sei das Arbeitsumfeld entscheidend, sagte Marko Rothaar vom Justizzentrum. Für richtig eingestellte Tische und Stühle sorge ein Ergonomiebeauftragter, außerdem gibt es für die Beschäftigten eine Betriebsärztin. Nicht nur das physische Wohlbefinden sei wichtig. Deshalb gebe es seit einiger Zeit auch eine Sozialberatung. Hier erhalten Mitarbeiter Hilfe bei Problemen, wie etwa der Doppelbelastung von Job und Kindern. Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist auch laut HKK wichtig. Außerdem sollte der Chef für ein gutes Betriebsklima sorgen und das Gesundheitsmanagement im Blick behalten.

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