Beschwerde beim Bundesgerichtshof

Bremer Anleger bekommt Recht

Bremen. Die Sparkasse Bremen hat eine Niederlage vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Bremen erlitten: Sie muss einem Anleger, der für 30.000 Euro Anteile eines Lebensversicherungsfonds gezeichnet hatte, Schaden ersetzen.
27.06.2013, 20:59
Lesedauer: 1 Min
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Von Martin Beneke

Bremen. Die Sparkasse Bremen hat kürzlich eine Niederlage vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Bremen erlitten: Nach einem Urteil von Mitte Juni muss das Geldinstitut einem Anleger, der für 30.000 Euro Anteile eines Lebensversicherungsfonds gezeichnet hatte, den entstandenen Schaden ersetzen.

Das Geldinstitut bestätigte nun, dass das entsprechende Urteil zu Beginn der Woche zugestellt wurde, betonte aber, dass es derzeit noch nicht rechtskräftig sei. „Wir halten es jedoch für nicht richtig und legen Rechtsmittel beim Bundesgerichtshof ein“, sagte Sparkassen-Sprecherin Nicola Oppermann.

Der Rechtsstreit basiert auf einem Geschäft aus dem Jahr 2008. Damals legte der Kläger 30.000 Euro zuzüglich fünf Prozent Agio (Aufschlag) in Anteilen des Lebensversicherungsfonds mit der Bezeichnung Life Trust 11 an. Generalvertreiber des Fonds war die Berlin Atlantic Capital (BAC), der Vertrag wurde durch die Sparkasse Bremen vermittelt. 2009 geriet der Fonds – wie ähnliche Produkte auch – in finanzielle Schwierigkeiten, die versprochene Rendite blieb aus.

Aus Angst vor dem Verlust seines investierten Geldes wandte sich der Kläger an eine Rechtsanwaltskanzlei. Diese habe ihn nach eigenen Angaben darauf aufmerksam gemacht, dass die Sparkasse ihn nicht über Provisionen aufgeklärt habe, die sie für die Vermittlung bekommen hat. Demnach wurde die Sparkasse Bremen im November 2012 vom Bremer Landgericht zu einem Schadensersatz in Höhe von 31.500 Euro verurteilt. Diese Entscheidung sei nun vom Oberlandesgericht bestätigt worden.

Die Sparkasse will das Urteil nicht akzeptieren. „Der Anleger ist ordnungsgemäß aufgeklärt und belehrt worden“, hieß es. Die Fehlentwicklung des Fonds sei erst durch eine nachträgliche Umstrukturierung auf Grundlage einer Entscheidung der Gesellschafter – also auch des Klägers – entstanden. Heute stehe der Fonds nicht mehr zum Verkauf.

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