Raumfahrt

Bremer bauen Balkon für ISS

Die Raumstation ISS soll einen Balkon bekommen. Die 40 Millionen Euro teure Plattform wird in Bremen gebaut und 2019 an das Columbus-Labor angedockt werden.
07.02.2018, 18:39
Lesedauer: 2 Min
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Bremer bauen Balkon für ISS
Von Peter Hanuschke
Bremer bauen Balkon für ISS

Das an der ISS angedockte Wissenschaftslabor Columbus soll Mitte 2019 um eine Plattform erweitert werden.

dpa

Lange Wartezeiten und hohe Kosten – beides soll gesenkt werden, wenn es darum geht, Produkte und Verfahren unter Weltraumbedingungen zu testen. Deshalb hat die Europäische Weltraumorganisation Esa am Mittwoch eine kommerzielle Partnerschaftsvereinbarung (Public-Private Partnership) mit Airbus Defence and Space (DS) unterzeichnet. Inhalt des Vertrags: Die Internationale Raumstation ISS soll einen Balkon bekommen. Die kommerzielle Nutzlastplattform Bartolomeo soll von Airbus DS gebaut und betrieben werden und Mitte 2019 an das europäische Columbus-Labormodul der Internationalen Raumstation ISS angedockt werden.

Airbus wird etwa 40 Millionen Euro in die Entwicklung, den Bau und den Start dieser Plattform investieren. Das Design wird bei Airbus DS in Bremen entwickelt, ebenso wird dort die Software eingebaut, die es später ermöglicht, Bartolomeo zu steuern. Die Hardware – die Struktur der Plattform besteht hauptsächlich aus Aluminium – wird laut Airbus größtenteils von mittelständischen Unternehmen in Bremen und dem Umland gefertigt.

Die Esa ist für die Montage von Bartolomeo an der Außenseite der ISS zuständig. Bartolomeo wird mithilfe des ISS-Robotersystems und eines Außenbordeinsatzes an der Station angebracht. Airbus ist anschließend für den Betrieb der Plattform und den Einbau der Nutzlasten verantwortlich. Diese neuen, kommerziell erhältlichen Ressourcen sind für Nutzer aus der ganzen Welt verfügbar – etwa aus Bereichen wie Erdbeobachtung, Astro- und Heliophysik, Werkstofftechnik, neue Raumfahrtanwendungen und kommerzielle Missionen.

Aus Bremen ins Weltall

„Unsere Aufgabe besteht darin, den Zugang zum niedrigen Erdorbit so einfach wie möglich zu machen und die ISS einer weltweiten Nutzer-Community zu öffnen“, sagt Oliver Juckenhöfel, Leiter von On-Orbit Services and Exploration bei Airbus DS und Standortleiter in Bremen. „Wir bieten Institutionen und privaten Organisationen eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit, ihre Experimente als externe Nutzlasten in den Weltraum zu bringen.„ Schon 18 Monate nach Unterzeichnung eines Servicevertrags könne die Nutzlast ins All gebracht werden.

“Mit unserem Service können sich Benutzer auf ihre Nutzlast konzentrieren, während wir uns um alles andere kümmern – vom Start über die Einrichtung und den Betrieb im Orbit einschließlich der entsprechenden Kommunikationsverbindungen bis hin zur Rückführung des Experiments zur Erde“, so der Bremer Standortleiter weiter.

Die neue Plattform könne auch ein Beitrag für eine insgesamt stärkere industrielle Nutzung sein, sagt Juckenhöfel. Und daraus könne sich vielleicht eine Nutzung über den bislang geplanten Einsatz bis 2024 hinaus entwickeln.

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