Wegen Rekordzahl bei Versicherten

Bremer HKK wird zum Jobmotor

Mehr Versicherte bedeuten für die Bremer Krankenkasse HKK auch zusätzliche Arbeitsplätze. Allein seit Januar sind 45 neue Vollzeit-Jobs hinzugekommen. 2020 soll der Beitrag für Mitglieder so bleiben wie jetzt.
07.06.2019, 13:03
Lesedauer: 3 Min
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Bremer HKK wird zum Jobmotor
Von Florian Schwiegershausen
Bremer HKK wird zum Jobmotor

Der Eingang vom alten HKK-Gebäude an der Martinistraße. Die Krankenkasse blickt auf ein Rekordjahr zurück.

Christina Kuhaupt

Die Bremer HKK schaut auf eines der erfolgreichsten Jahre zurück. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte die Krankenkasse 47.000 Versicherte neu hinzugewinnen. Das ist ein Plus von 8,5 Prozent. Im Juli wird die Krankenkasse zum ersten Mal 500.000 Mitglieder haben, wie der HKK-Vorstandsvorsitzende Michael Lempe am Freitag bei der Präsentation der aktuellen Bilanzzahlen sagte.

Insgesamt bedeutete das zum Juli eine Versichertenzahl von 650.000, da beispielsweise über einen Versicherten auch die Kinder und unter bestimmten Bedingungen auch die Ehepartner mitversichert sein können. Zum Ende 2018 waren es bereits mehr als 600.000 Versicherte und knapp 460.000 Mitglieder. Durch dieses Wachstum wird die Krankenkasse immer mehr zum Jobmotor. Im vergangenen Jahr hat die HKK 80 Mitarbeiter unbefristet neu eingestellt.

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Seit Jahresanfang kamen nochmals 45 unbefristete Vollzeitstellen hinzu. Ebenso beobachtet Lempe, dass Bremens älteste Ersatzkasse auch für junge Menschen immer attraktiver wird. Von den 3500 Bewerbungen jedes Jahr kommen bis zu 500 von denjenigen, die sich um einen Ausbildungsplatz bei der HKK bewerben. „Früher verloren wir immer wieder mal Azubis, die im letzten Moment doch noch eine Ausbildungsstelle bei einer Sparkasse oder einer Bank erhalten haben. Das haben wir so nicht mehr.“

Anteil der Verwaltungskosten bei 4,6 Prozent

Gleichzeitig erwirtschaftete die HKK einen Überschuss von 38,7 Millionen Euro, der in die Rücklagen fließen wird. Dieser Betrag entstehe auch dadurch, dass es sich bei den neuen Mitgliedern eher um jüngere und gesunde Personen handele. Gleichzeitig verwies Lempe auf die niedrigen Verwaltungskosten, die 4,6 Prozent der Gesamtausgaben ausmachen. Der Großteil des Etats wurde für Leistungen ausgegeben. Darunter war der größte Posten der für Krankenhausbehandlungen mit etwas mehr als 400 Millionen Euro. Das bedeutet ein Plus von zwei Prozent je Versicherten. Diese Kostensteigerung bewertete Lempe als gering: „Hier wirkte die Mitgliederentwicklung dämpfend sowie die bei uns sehr gut laufende Rechnungsprüfung im Krankenhausbereich.“

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Am meisten stiegen die Kosten beim Krankengeld mit einem Plus von 8,8 Prozent. Dies begründete die HKK damit, dass vor allem Neukunden aus den Jahren 2015 bis 2017 Gebrauch vom Krankengeld machten und tendenziell einkommensabhängig mehr Geld erhalten haben. Denn viele der Neumitglieder stammen laut HKK-Angaben aus höheren Einkommensgruppen. Das Durchschnittsalter liegt bei 40,4 Jahren gegenüber dem Branchenmittel von 44,6 Jahren.

HKK-Vorstand Lempe stellte schon jetzt in Aussicht, dass sich 2020 der Zusatzbeitrag nicht erhöhen und bei 0,39 Prozent bleiben werde. Doch darüber entscheidet turnusmäßig der HKK-Verwaltungsrat im Dezember. Seit Jahresanfang zahlt die Hälfte des Zusatzbeitrags der Arbeitgeber, die andere Hälfte zahlt der Arbeitnehmer. Bis Ende 2018 hatte der Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag voll zu zahlen. Damit ist die Krankenkasse in 13 von 16 Bundesländern Preisführer als günstigste Krankenkasse.

Gleiche Kontrolle für alle Kassen

Lempe begrüßte außerdem die Initiativen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der HKK-Vorstand forderte eine bundesweit einheitliche Aufsicht für alle Kassen. Während bundesweit geöffnete Kassen durch das Bundesversicherungsamt (BVA) mit seinen 600 Mitarbeitern kontrolliert wird, werden die regional begrenzten Kassen durch die jeweiligen Gesundheitsbehörden kontrolliert. „Die prüfen weit weniger streng als das BVA“, sagte Lempe.

Gleichzeitig begrüßt es Lempe, wenn die HKK gezielt Qualitätsverträge mit den Leistungserbringern schließen könnte – beispielsweise in Krankenhäusern ein bestimmtes Bettenkontingent. Dafür gelte es seitens des Gesetzgebers, die Voraussetzungen zu schaffen, um die Qualität der medizinischen Leistungen messbar und transparent zu machen.

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