Berggruen unterzeichnet Vertrag

Bremer Karstadt-Mitarbeiter schöpfen Hoffnung

Bremen. Der Vertrag zwischen Investor Nicolas Berggruen und Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg ist unterschrieben. Die 25.000 Karstadt-Beschäftigten schöpfen jetzt wieder Hoffnung. 'Wir haben wieder eine Zukunft', sagte die Bremer Karstadt-Betriebsratsvorsitzende.
09.06.2010, 06:40
Lesedauer: 1 Min
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Von Annemarie Struss-von Poellnitz

Bremen. Der Vertrag zwischen Investor Nicolas Berggruen und Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg ist unterschrieben. Nach genau einem Jahr zwischen Hoffen und Bangen - am 9. Juni 2009 wurde der Insolvenzantrag eingereicht - schöpfen die 25000 Karstadt-Beschäftigten jetzt wieder Hoffnung. Berggruen hat zugesichert, alle 120 Karstadthäuser zu erhalten und von den Beschäftigten keine weiteren Opfer zu verlangen. 'Wir haben wieder eine Zukunft', sagte die Bremer Karstadt-Betriebsratsvorsitzende in einer ersten Reaktion. Auch Bürgermeister Jens Böhrnsen begrüßte den Zuschlag für Berggruen und damit die Absicherung der Karstadthäuser in Bremen und Bremerhaven.

Noch ist erst in Ansätzen erkennbar, wie Berggruen sich die Zukunft für Karstadt vorstellt. Einschlägige Erfahrungen bringt der jüngste Sohn des Sammlers und Mäzens Heinz Berggruen nicht mit. Er hat Finanzwirtschaft studiert und betreibt erfolgreich eine Investmentfirma für Immobilien. Er investiert vor allem in Projekte mit historischem und architektonischen Wert. Dabei gehe es ihm nicht nur um den kommerziellen Erfolg, sondern auch um Schönheit und Nachhaltigkeit, beteuert er. Diese Werte sieht er auch in der 'Kultmarke Karstadt', die wieder in altem Glanz erstrahlen soll. Mit seinem amerikanischen Partner, einer Firmengruppe für Mode und Accessoirs, will er beweisen, dass das Warenhauskonzept noch Zukunft hat.

Die einzelnen Karstadthäuser sollen mehr individuellen Charakter bekommen, die Angebote sich stärker an den Bedürfnissen der jeweiligen Kunden ausrichten, hatte er Arbeitnehmervertretern erläutert. Berggruen bringt anscheinend ausreichend Kapital mit, um Karstadt neu zu strukturieren. Um die Häuser langfristig lukrativ betreiben zu können, muss er aber eine deutliche Senkung der Mieten erreichen. Vertragspartner ist Highstreet, bis Montag noch Konkurrent im Bieterwettkampf.

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