Diskussion um Fahrverbote Bremer Kfz-Verband warnt vor strengen Regeln für Diesel

Mit drastischen Worten hat sich Karl-Heinz Bley, Präsident des Landesverbands Niedersachsen-Bremen des deutschen Kfz-Gewerbes gegen ein mögliches Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge ausgesprochen.
23.02.2017, 19:15
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Bremer Kfz-Verband warnt vor strengen Regeln für Diesel
Von Stefan Lakeband

Mit drastischen Worten hat sich Karl-Heinz Bley, Präsident des Landesverbands Niedersachsen-Bremen des deutschen Kfz-Gewerbes gegen ein mögliches Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge ausgesprochen.

Die Diskussion um Fahrverbote liegt schwer auf dem Markt für Dieselautos. Verbraucher in ganz Deutschland sind verunsichert, wie lange sie überhaupt noch mit einem Diesel unterwegs sein dürfen und ob sich ein Neukauf jetzt überhaupt noch rechnet.

Das ist auch in Bremen nicht anders, macht Karl-Heinz Bley, Präsident des Landesverbands Niedersachsen-Bremen des deutschen Kfz-Gewerbes deutlich. Aus der Bilanz für das vergangene Jahr, die er an diesem Donnerstag vorstellte, geht jedoch ein anderes Bild hervor. Gegen den Trend hat der Verkauf von Diesel-Fahrzeugen in Bremen zugelegt.

Die Neuzulassungen sind um mehr als 7,5 Prozent gestiegen, während bundesweit der Markt stagnierte. Bley führt das hauptsächlich auf Firmen zurück, die in der Hansestadt ihren Fuhrpark mit Diesel-Autos ausstatteten.

Keine Alternative

Die Diskussion um Fahrverbote sieht er trotzdem kritisch: „Wenn Besitzer eines Autos, das die Euro-6-Norm nicht mehr erfüllt, nicht mehr überall fahren dürfen, ist das eine Enteignung.“ Bley, der selbst für die CDU im niedersächsischen Landtag sitzt, fordert die Politik auf, nicht weiter an möglichen Fahrverboten für Diesel festzuhalten, andernfalls würde man „Volksvermögen vernichten“.

Erst Anfang der Woche hatte etwa die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg beschlossen, ab 2018 an bestimmen Tagen Fahrverbote für viele Selbstzünder in Stuttgart zu verhängen. Hans-Jörg Koßmann, Obermeister der Bremer Kfz-Innung, sieht bislang aber keine Alternative für Verbrennungsmotoren. Vor allem, weil die E-Mobilität noch längst nicht so weit sei, wie erhofft.

Das geht auch aus den Zahlen des Verbands hervor. Im vergangenen Jahr wurden 51 E-Autos in Bremen und Bremerhaven erstmals zugelassen – zwei mehr als 2015. Bei Hybridfahrzeugen stieg die Zahl um 37 auf 435. Auch die E-Auto-Prämie habe da keinen Erfolg gebracht. Seit der Einführung im Juli bis zum 1. Februar wurde sie in Bremen insgesamt 66 Mal abgerufen, davon 32 Mal für E-Autos. „Die Prämie ist ein Flop, eine Erfolgsgeschichte sieht anders aus“, so Bley.

Umsatz der Branche ist gestiegen

Er und Koßmann erwarten aber einen deutlichen Anstieg in den kommenden Jahren – wenn bis dahin die Preise für E-Autos sänken und die Ladestruktur deutlich ausgebaut werde. Trotz all der Negativmeldungen sind die Vertreter des Kfz-Gewerbes in Bremen mit dem vergangenen Jahr zufrieden. Der Umsatz der Branche sei um mehr als acht Prozent auf 1,75 Milliarden gestiegen.

Dazu gehören der Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen, aber auch Erlöse aus Wartungen und Reparatur. Stärker als der Bundesschnitt hat vergangenes Jahr der Neuwagenmarkt zugelegt, wie die Zahlen des Verbands zeigen: Mit 27.155 wurden etwa sieben Prozent mehr Neuwagen zugelassen als zuvor. Auch im Service rund um das Auto wurde 2016 deutlich mehr Geld eingenommen – der Umsatz in diesem Bereich ist von 233 auf 245 Millionen Euro gestiegen.

Koßmann macht jedoch auch deutlich, dass die Digitalisierung und der Wandel bei den Antriebstechnologien auch eine Veränderung für die Werkstätten bedeute. Während etwa 436 Euro jährlich für Verschleißreparaturen und die Wartung bei einem Auto mit Verbrennungsmotor ausgegeben werden, sei es bei einem E-Auto ein Drittel weniger.

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