Jeder zweite Beschäftige

Bremer sind unzufrieden mit ihrer Arbeitszeit

Jeder zweite Beschäftige in Bremen ist unzufrieden mit seiner Arbeitszeit. Während Vollzeitbeschäftigte lieber weniger arbeiten würden, hätten Teilzeitbeschäftigte gerne mehr Arbeitszeit.
29.08.2019, 20:43
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Bremer sind unzufrieden mit ihrer Arbeitszeit

Viele Beschäftige in Bremen sind mit ihrer Arbeitszeit unzufrieden.

Uli Deck/dpa

Nicht mal jeder zweite Beschäftigte im Land Bremen ist mit seiner Arbeitszeit zufrieden. Fast die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten würde gerne weniger arbeiten – auch wenn sich dies auf den Verdienst auswirkt. Ein Viertel der Teilzeitbeschäftigten würde dagegen gerne aufstocken – das gilt besonders in den von Teilzeit und niedrigen Verdiensten geprägten Branchen Gastgewerbe und Einzelhandel. Das ergab eine aktuelle repräsentative Umfrage der Arbeitnehmerkammer Bremen unter etwa 2000 Beschäftigten.

Danach sind etwa 70 Prozent der Befragten mit ihrem Gehalt zufrieden. Das trifft besonders auf Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe zu, in diesen Berufen sind die Verdienste allerdings auch mit am höchsten. Deutlich höher dürfte das Entgelt aus Sicht der Beschäftigten in den Gesundheitsberufen sein. Gerade mal 55 Prozent sind hier mit ihrem Einkommen zufrieden. Noch schlechter ist die Zustimmung mit 54 Prozent im Gastgewerbe. Das bildet laut Arbeitnehmerkammer das Schlusslicht beim Gehaltsvergleich. „Eine bessere Bezahlung ist Voraussetzung, um ausreichend Arbeitskräfte zu gewinnen“, sagt Kammer-Hauptgeschäftsführer Ingo Schierenbeck. Er fordert, den Tarifvertrag in dieser Branche wieder für allgemeinverbindlich zu erklären, damit er flächendeckend im Land Bremen für alle knapp 20 000 Beschäftigten gilt.

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Fast die Hälfte der Befragten spricht von einem zunehmenden Arbeitsdruck, zwei Drittel von ihnen fühlen sich genötigt, häufig sehr schnell zu arbeiten, mehr als ein Drittel hat nach eigenen Worten nicht genügend Zeit für alle Arbeitsaufgaben, jeder Dritte muss Überstunden leisten. Immerhin rund 29 Prozent der Bremer und Bremerhavener Beschäftigten glauben denn auch nicht daran, im aktuellen Beruf bis zum Rentenalter durchhalten zu können. Diese Einschätzung äußerten besonders Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Bau- und Gastgewerbe, aber auch im Sozialwesen.

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